Kanton Aargau
Strom-Fördergelder: Der grösste Profiteur kommt aus dem Aargau

Der Bund hat im Jahr 2015 mehr als 400 Millionen Franken Strom-Fördergelder ausbezahlt. Am meisten Geld floss an das Aare-Kraftwerk Rüchlig der Axpo.

Noemi Lea Landolt
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Das Rüchlig-Kraftwerk in Aarau

Das Rüchlig-Kraftwerk in Aarau

Chris Iseli

Die Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) ist ein Förderprogramm für erneuerbare Energie. Die Stromkonsumentinnen und Stromkonsumenten füllen den Fördertopf, indem sie pro Kilowattstunde Strom, den sie beziehen, eine Abgabe von 1,5 Rappen bezahlen. Das Geld kommt unter anderem Solaranlagen, Windkraftwerken oder Wasserkraftwerken zugute. So deckt die KEV die Differenz zwischen Produktionskosten und Marktpreis und garantiert den Produzenten von erneuerbarem Strom einen Preis, der ihren Produktionskosten entspricht.

Im Jahr 2015 hat der Bund 424 Millionen Franken Fördergelder an insgesamt 11 250 Ökostrom-Anlagen in der Schweiz verteilt. Das SRF-Politmagazin «Rundschau» hat die Liste der Subventionsempfänger, die das Bundesamt für Energie führt, analysiert.

10 Millionen für ein Kraftwerk

An der Spitze der Liste steht als grösster Profiteur eine Aargauer Anlage: das Aare-Kraftwerk Rüchlig in Aarau. Die Betreiberin, die Axpo, hat im Jahr 2015 mehr als 10 Millionen Franken KEV-Gelder für das Wasserkraftwerk erhalten. Laut Axpo produziert das Kraftwerk jährlich etwa 64 Gigawattstunden Strom und versorgt damit rund 17 000 Haushalte.

Investition oder Goldgrube?

Die Subventionen für Wasserkraftwerke laufen 25 Jahre lang – die Axpo dürfte also alleine für das Wasserkraftwerk Rüchlig mehr als 250 Millionen Franken Fördergelder erhalten.

Dennoch sei das Kraftwerk Rüchlig keine Goldgrube, weil die Wasserkraft einen sehr langfristigen Betriebshorizont habe. «Man geht von einer Betriebszeit von 60 Jahren aus und muss in dieser Zeit immer wieder Geld investieren», sagte Axpo-Mediensprecherin Catherine Mettler in der «Rundschau». Insofern sei es für die Axpo nicht ein Riesengeschäft, sondern eine «sinnvolle Investition in eine bestehende Anlage».

Die Axpo hat noch für weitere Ökostrom-Anlagen im Aargau KEV-Gelder erhalten. Sie ist aber nicht die einzige Energieproduzentin im Kanton, die 2015 von Fördergeldern in Millionenhöhe profitiert hat. Die Limmatkraftwerke AG hat für das Wasserkraftwerk Kappelerhof in Baden 4,5 Millionen Franken erhalten; die Recycling Energie AG für ihre Biogasanlage in Niederwil 3,5 Millionen Franken (siehe Tabelle oben).

Ein Zehntel landet im Aargau

Insgesamt sind 41,4 Millionen Franken KEV-Gelder in den Aargau geflossen. Das entspricht knapp zehn Prozent. Die Liste der Subventionsempfänger im Aargau umfasst 995 Projekte. Die grosse Masse der geförderten Anlagen sind Photovoltaik-Projekte. Die 949 Solaranlagen im Aargau haben zusammen 10,9 Millionen Franken erhalten.

Am meisten profitierte im Aargau die Wasserkraft. Die insgesamt 24 Anlagen wurden mit 20,9 Millionen Franken unterstützt. Noch mehr Geld für Wasserkraft erhielten die Gebirgskantone Graubünden (34 Millionen) und Wallis (26,5 Millionen).