Fast auf den Tag genau vor 17 Monaten, am 22. Juni 2017, ist Walter Dubler vom Bundesgericht freigesprochen worden. Der ehemalige Gemeindeammann von Wohlen habe sich weder des Betrugs, noch der ungetreuen Geschäftsführung schuldig gemacht, stellten die Lausanner Richter fest. Entgegen der Auffassung des Obergerichts, das Dubler verurteilt hatte, kam das Bundesgericht zum Schluss, die Tatbestände seien nicht erfüllt. Auch die höchste juristische Instanz des Landes befand aber, Dubler habe sich Pflichtverletzungen zuschulden kommen lassen. So liess sich der langjährige Ammann zu hohe Pensionskassengelder einzahlen und behielt Entschädigungen aus Mandaten im Regionalplanungsverband für sich.

An diesem Gerichtsverfahren gegen Walter Dubler war die Gemeinde Wohlen nicht beteiligt. Involviert war der Gemeinderat jedoch im Administrativverfahren, das der Regierungsrat gegen den langjährigen Ammann führte. Im Oktober 2015 forderte das Gremium die Kantonsregierung auf, Dubler zu suspendieren. Der Regierungsrat kam dieser Forderung nach und enthob später den Gemeindeammann seines Amtes. Dies in erster Linie, weil das Vertrauensverhältnis zwischen Dubler, dem Gemeinderat und der Verwaltung nicht mehr gegeben sei, wie er seinen Entscheid begründete. Gegen die Absetzung hat sich Walter Dubler juristisch nicht gewehrt, dennoch erhält er von der Gemeinde nun eine beträchtliche Zahlung, wie Tele M1 berichtet:

Wohlen zahlt Walter Dubler eine Entschädigung

Wohlen zahlt Walter Dubler eine Entschädigung

Vor drei Jahren wurde er des Betruges beschuldigt. Er wurde freigesprochen, jedoch beschädigte das seinen Ruf. Nun zahlt ihm die Gemeinde Wohlen mehrere Tausend Franken Entschädigung. Das sagt der Gemeindeammann und der Staatsanwalt.

Zahlung noch dieses Jahr

Arsène Perroud, der heutige Wohler Gemeindeammann, sagt auf Anfrage der AZ: «Der Regierungsrat hat dem Gemeinderat Wohlen im Rahmen des Administrativverfahrens gegen Walter Dubler mehrere Aufträge erteilt.» Einer davon lautete, dass sich die Gemeinde mit Dubler über gegenseitige finanzielle Forderungen einigen sollten. Dabei ging es im Wesentlichen um Sitzungsgelder aus Ämtern, die Dubler damals innehatte. Bei diesen stellte sich die Frage, ob er die Entschädigungen der Gemeinde abliefern muss oder nicht.

Perroud sagt: «Bereits im Budget 2015 hatte der Gemeinderat für diesen Streitpunkt einen Betrag von 60'588 Franken als Eventualverpflichtung eingestellt.» Nun habe sich der Gemeinderat mit Dubler auf eine Vergleichszahlung in der Höhe von 47'887 Franken geeinigt, «die damals eingestellte Summe wurde also deutlich unterschritten.» Weitere offene Punkte gebe es in dieser Sache nicht, für den Gemeinderat sei der Fall damit abgeschlossen, hält Perroud fest. «Die Zahlung wird dieses Jahr erfolgen und in der Rechnung 2018 ordnungsgemäss ausgewiesen», kündigt er an. Die offizielle Information an den Wohler Einwohnerrat erfolgt anlässlich der nächsten ordentlichen Sitzung am 10. Dezember.