Nach dem Willen der Regierung wird ab dem Jahr 2018 der Gemeinderat oberstes Führungsorgan der Volksschule, die 200 Jahre alte Institution der Schulpflegen soll abgeschafft werden. Bildungsdirektor Alex Hürzeler hat die Vorlage für eine Schulgesetzesrevision unter dem Titel «Optimierung der Führungsstrukturen der Volksschule Aargau» Mitte Juni vorgestellt.

Noch bis Mitte September läuft dazu eine dreimonatige Vernehmlassung. Die Vorlage enthält noch weitere Punkte, so sollen auch die Schulräte der Bezirke abgeschafft und durch eine vom Kanton berufene Vermittlungskommission abgelöst werden.

Gleich am Tag der Präsentation der Vorlage hat der Vorstand des Verbandes Schulleiterinnen und Schulleiter Aargau (VSLAG) signalisiert, dass er die Abschaffung der Schulpflegen grundsätzlich begrüsst - falls damit gleichzeitig eine Stärkung der Schulleitungen, vor allem eine höhere durchschnittliche Stellendotation, einhergehe.

In der Theorie herrscht Verantwortungsteilung zwischen Schulpflege und Schulleitung: Die Schulpflege führt die Schule strategisch, die Schulleitung operativ. Doch in der Praxis herrschen vielerorts unklare Verhältnisse, zum Beispiel punkto Anstellung der Lehrpersonen oder Behandlung von Beschwerden. Im neuen Modell wären dies Aufgaben der Schulleitung.

Doch der Vorstand stiess damit im eigenen Verband nicht nur auf Zustimmung. Bald zeigte sich: Es gibt auch Schulleitungen, welche sich den Fortbestand der Schulpflegen als wichtigste Partner wünschen. Die «Aargauer Zeitung» hat deshalb eine Befürworterin und einen Gegner der Abschaffung gebeten, ihren Standpunkt darzulegen.