Morgen Samstag ist es soweit: Im ganzen Aargau öffnen die Moscheen ihre Pforten, um Interessierte zu Diskussionen und Kaffee einzuladen. Bereits seit sechs Jahren lädt der Verband Aargauer Muslime (VAM) zum Tag der offenen Moscheen ein. Das erklärte Ziel des Tages: Die Muslime möchten zum Abbau von Ängsten und Vorurteilen beitragen und das friedliche Zusammenleben fördern.

Ein Artikel aus der «Neuen Zürcher Zeitung» sorgte vergangenen Mittwoch für gedämpfte Stimmung unter Aargauer Muslimen. Unter dem Titel: «Tag der offenen Moschee ein Auslaufmodell?» machte der Beitrag auf die Situation im Nachbarkanton aufmerksam. In Zürich sei die Nachfrage nach der Aktion stark gesunken, schreibt das Blatt. Von den 40 islamischen Gemeinschaften nehmen in Zürich nur noch 15 am Tag der offenen Moschee teil. Mancherorts bleiben die Gäste sogar ganz weg.

Halit Duran, der Präsident des Verbands Aargauer Muslime, kennt die Probleme der Zürcher Muslime. «Ich kann mich an eine Situation in Bülach erinnern, dort kam 2009 kein einziger Mensch an den Tag der offenen Moschee.» Dass die Gemeinschaften deshalb nicht mehr mitmachen, kann er verstehen.

Der Aargau ist da anders

Im Aargau ist die Situation hingegen anders. Es sei kein Problem, die örtlichen Gemeinschaften zu mobilisieren, meint Duran. Auch an Besuchern fehle es nicht: «Die Besucherzahlen schwanken zwar leicht, aber ein Abwärtstrend ist nicht zu erkennen.» Die Zahl der Besucher, welche die Veranstaltung nutzen, liege demnach um die 300 Personen, sagt der Präsident. Duran glaubt, dass der konstante Besucherfluss mit der Werbung zusammenhängt. Im Aargau verteilt der Verband Flyers und schlägt Plakate an, in Zürich verzichtet man grösstenteils auf diese Werbung.

Der Pressesprecher des VAM, Hamit Duran - nicht zu verwechseln mit Halit Duran, dem Präsidenten des Verbands - hat noch eine andere Vermutung. «Ich vermute, dass die konzentrierte Berichterstattung durch die Aargauer Medien und die Kampagnen der SVP hierzulande stärker auf das Thema aufmerksam machen.» Der Aargauer sei daher eher erpicht, über das Thema Islam zu diskutieren - und das sei gut so.

Spezielle Fragen und gute Diskussionen

Die Gemeinschaften freuen sich deshalb auf die Gespräche. Die klassischen Themen, über die immer gesprochen werde, seien das Kopftuch und der Schwimmunterricht. Aber auch die Stellung der Frau im Islam und eklatante Fragen nach den Weltherrschaftsplänen des Islams oder nach der «Agenda» der Gläubigen seien Themen, die rege diskutiert werden. «Wir klären gerne auf und sind froh, wenn wir Besuchern mit einem Aha-Erlebnis dienen können», sagt der Sprecher.