Regierungsratswahlen
Stephan Attiger: «Ich habe sehr gut geschlafen und auch genug»

Badens Stadtammann Stephan Attiger ist frisch gewählter Regierungsrat. Er hat die Wahl gebührlich gefeiert, aber nicht die ganze Nacht. Heute früh um 6.45 Uhr war er bereits wieder im Büro, danach gings zur Stadtrat-Sitzung.

Rüdi Steiner
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Herr Attiger, Sie sind seit gestern Regierungsrat. Haben Sie gut geschlafen?
Attiger: Ja, ich habe sehr gut geschlafen und auch genug. Diese Nacht und auch die Nacht zuvor. Ich bin froh, dass es im ersten Wahlgang geklappt hat.

Gefeiert haben Sie den Wahlerfolg aber schon?
Ja, ja. Ich habe mit Freunden und Bekannten und mit all jenen, die mich bei der Wahl begleitet haben, im Laden 5 in Baden gefeiert. Es sind Leute aus dem ganzen Kanton gekommen. Das hat mich sehr gefreut.

Und heute, am Tag danach, hat der neue Regierungsrat frei und erholt sich von den Wahlstrapazen?
Schön wärs. Ich bin seit 6.45 Uhr im Büro. Ich hatte auch bereits eine Stadtrats-Sitzung. Und so geht es nun weiter und zwar bis im März.

Und worum ging es an der Stadtrats-Sitzung? Um ihre Nachfolge? Oder haben Sie schon ernsthaft politisiert?
Wir hatten eine normale Traktandenliste. Ich habe den Aufruf gemacht, dass wir Sachpolitik machen und uns nicht mit Personalien beschäftigen, auch wenn Namen, die zur Wahl um meine Nachfolgen antreten werden, schon bekannt sind.

Als nächstes geht es nun um die Verteilung der Departemente. Sie hätten gerne das Departement von Peter C. Beyeler, sagten Sie.
An den Diskussionen während des Wahlkampfes habe ich herausgehört, dass es keine grosse Rochade geben wird. Ich hätte aber an jedem Departement Freude. Ich hoffe, dass die Zuteilung noch dieses Jahr erfolgt, damit ich mich einarbeiten kann.

Ihr Wunschdepartement?
Wenn es Baudepartement wäre, wäre es schön. Ich habe hier sicher eine Affinität dazu. Aber auch gegen das Volkwirtschaftsdepartement habe ich nichts einzuwenden, sofern Urs Hofmann denn wirklich wechseln will, wie er gestern durchblicken liess. Sie müssen wissen: Wenn man als Regierungsrat kandidiert, dann muss man jedes Departement wollen.

Was reizt Sie am neuen Amt?
Es sind zwei Dinge. Zu einem werde ich ein Departement führen. Das ist sehr spannend und auch anspruchsvoll. Zum anderen werde ich Mitglied eines Gremiums sein. Da werde ich mit meinen Regierungsrats-Kollegen Sachgeschäfte diskutieren und nach Lösungen für den Kanton suchen, also eigentlich regieren. Darauf freue ich mich auch sehr.

Und wie werden Sie denn regieren? Mit harter Hand oder mit der Samtpfote?
Weder noch. Wichtig ist mir die Zusammenarbeit mit Regierung und Verwaltung. Dabei gilt es zu verhindern, dass die Verwaltung politisiert und die Politik nicht verwaltet. Diese beiden Rollen will ich getrennt wissen.

Sie werden Ihr Amt im kommenden April antreten. Was steht bis dann noch an?
Ich werde mich, wie gesagt, in die neue Aufgabe einarbeiten. Zudem will ich in Baden einen geregelten Übergang bewerkstelligen, also möglichst wenig Pendenzen zurücklassen, damit eine neue Person nicht zuerst Altlasten abtragen muss. Ich werde daher in nächster Zeit nicht zu viele neue Beschlüsse fassen oder neue Projekte anstossen.

Welche Brocken stehen in Baden denn noch an?
Beim Bäderprojekt und den grossen Verkehrsprojekten wird es darum gehen, die Schnittstellen zu definieren. Denn hier ist das Meiste aufgegleist.
Beim Kurtheater und den Schulraumprojekten, die sollten bis im März alle noch durch den Einwohnerrat. Dann haben wir zumindest Kreditentscheide. Die müssen dann noch vors Volk.