Grüne Aargau

Stellt Nationalrats-Kandidatin Irène Kälin Ecopop in braune Ecke?

Irène Kälin stellt Ecopop in braune Ecke

Irène Kälin stellt Ecopop in braune Ecke

In einem aktuellen Inserat teilt die grüne Aargauer Nationalratskandidatin in den eigenen Reihen kräftig aus – und spaltet die Partei.

In der aktuellen Plakatkampagne wirbt die Grüne Aargauer Grossrätin Irène Kälin für ihre Nationalratskandidatur. Doch der Spruch, den sie für die Kampagne gewählt hat, schiesst direkt auf einen ihrer Parteikollegen.

«Braun stinkt zum Himmel. Wahre Heimatliebe ist grün!» So wirbt die Aargauer Grossrätin Irène Kälin für ihre Nationalratskandidatur. Auf dem Plakat hält sie sich demonstrativ die Nase zu. Doch was will sie mit diesem Zitat sagen? Und wessen Einstellung bezeichnet sie als «braun» und stellt ihn in die Ecke der Nationalsozialisten?

Gegenüber «Tele M1» erklärt Kälin, auf wen sie ihre Kritik bezieht. «Leute, die den Schweizer Boden schützen wollen - aber nicht für die Menschen, sondern gegen Menschen, die von aussen kommen», sagt sie. Unter diesen Terminus falle auch die Ecopop-Initiative, die die Zuwanderung begrenzen wollte.

Brisant an der Kritik Kälins: Ecopop-Geschäftsführer Andreas Thommen ist Parteikollege der Grünen Kälin. Er versteht den Seitenhieb seiner Aargauer Kollegin nicht. Dass sie seine Einstellung als «braun» bezeichnet, geht dem Aargauer Thommen zu weit. «Wir sind das nicht», sagt er zu «Tele M1». «Wir haben uns erhofft, dass das bedenklich tiefe Niveau der letzten Abstimmung nun steige. Wir wollen sachlich diskutieren.» Die Vorwürfe Kälins seien aber absolut unter der Gürtellinie.

Kälin selbst will nicht bestätigen, dass sie mit dem Plakat ihrem Parteikollegen Thommen braunes Gedankengut vorwerfe. Jedoch sagt sie zu «Tele M1»: «Wenn er es als würdelos empfindet, ist das sein Problem. Und wenn man sich angesprochen fühlt, ist das auch das eigene Problem.» Vielleicht helfe es ja, seine eigene Einstellung zu überdenken.

Thommen selbst ist auch im Rennen um einen Nationalratssitz. Jedoch kandidiert er für die Vereinigung Ecopop und nicht für die Grünen. Ist Kälins Kampagne für ihn ein Grund aus der Grünen-Partei auszusteigen? «Dass wir bereits wieder auf diesem Niveau aufeinander schiessen, ist kein gutes Zeichen», sagt er zu «Tele M1». Jedoch habe er sich noch nicht entschieden, auszusteigen oder zu bleiben. Er werde sich nun während den Ferien Gedanken machen und am 3. August seinen Entscheid kommunizieren. (zam)

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