Bevölkerungsstatistik

Staufen überflügelt alle – so stark ist Ihre Gemeinde gewachsen oder geschrumpft

In 58 Gemeinden kam es im vergangenen Jahr zu einem Bevölkerungsrückgang.

In 58 Gemeinden kam es im vergangenen Jahr zu einem Bevölkerungsrückgang.

Keine andere Aargauer Gemeinde hat in den vergangenen Jahren so stark zugelegt wie Staufen: Seit 2014 wuchs die Bevölkerung um 40 Prozent an. Ob Ihre Gemeinde gewachsen oder geschrumpft ist, sehen Sie in der interaktiven Karte.

Der Aargau wächst. Im vergangenen Jahr stieg die Bevölkerung um 1,2 Prozent oder 8037 Personen an. Überflieger ist Staufen: Die Gemeinde zählte Ende des letzten Jahres 538 neue Einwohner, wie aus der kantonalen Bevölkerungsstatistik hervorgeht. Das entspricht einem Wachstum vom 16 Prozent – dieses ist doppelt so hoch wie in Remigen als Gemeinde, die am zweitstärksten zugelegt hat.

So stark ist Ihre Gemeinde im 2019 gewachsen oder geschrumpft:

Fullscreen-Modus

Grafik: Sandra MeierFullscreen-Modus

Staufen sticht auch bei der Betrachtung der vergangenen fünf Jahre heraus. Seit 2014 ist die Einwohnerzahl um satte 40 Prozent angewachsen (siehe Karte unten). "Hauptgrund für diesen sprunghaften Anstieg ist der Bauboom der vergangenen Jahre", sagt Gemeindeammann Otto Moser. 500 neue Wohnungen sind in der Seetaler Gemeinde entstanden.

Auch der Ruf, ein Steuerparadies zu sein, sei für Neuzuzügler attraktiv. Die Zahlen geben ihm recht: Fast 700 Personen sind 2019 neu zugezogen, nur rund 200 verliessen die Gemeinde. Weiter nennt Moser die gute Verkehrsanbindung in der Region sowie die "gute Wohnsituation" – Staufen hat vor über zehn Jahren flächendeckend Tempo 30 eingeführt, zudem gibt es keine grossen Verkehrsachsen, die durchs Dorf führen. "Das ist das, was die jungen Leute heute suchen", so Moser.

So stark ist Ihre Gemeinde seit 2014 gewachsen oder geschrumpft:

Fullscreen-Modus

Grafik: Sandra MeierFullscreen-Modus

Die neuen Gesichter, neuen Ideen, die ins Dorf einziehen, erlebt der Ammann als positiv. "Das beflügelt die Gemeinde", so Moser. Zudem sei die gute finanzielle Positionierung von Staufen auch den Neuzuzüglern zu verdanken.

Ein sprunghaftes Wachstum stellt eine Gemeinde aber auch vor Herausforderungen. Eine frühzeitige Planung von Infrastrukturbauten ist laut Ammann Moser enorm wichtig. "Wir versuchen die steigende Einwohnerzahl mit den bereit realisierten Projekten Schulhaussanierung und Gemeindehausneubau sowie den zukünftigen Projekten Sporthallenbau und Kindergartenneubau abzudecken", sagt Moser. 

In den kommenden Jahren dürfte das starke Bevölkerungswachstum in Staufen wieder abflachen. Moser rechnet damit, dass sich die Einwohnerzahl bei etwa 4500 einpendeln wird: "Die Baulandreserven sind allmählich aufgebraucht."

Mellikon bildet Schlusslicht

Neben Staufen wuchs die Bevölkerung in 152 der 211 Aargauer Gemeinden – in 33 sogar um mindestens 3 Prozent. In 58 Gemeinden kam es im vergangenen Jahr zu einem Bevölkerungsrückgang.  Dieser betrug in 29 Gemeinden ein Prozent oder mehr.

Ein klares räumliches Muster des Bevölkerungswachstums sei in der Karte nicht zu erkennen, heisst es im Jahresbericht: Das Wachstum erreicht nicht nur in einer Zentrumsgemeinde einen hohen Wert, sondern lag auch in zahlreichen ländlichen Gemeinden bei 2 Prozent oder darüber. 

Auf Bezirksebene stieg die Bevölkerungszahl im vergangenen Jahr in allen elf Bezirken. In Lenzburg war die Zunahme am höchsten, in Rheinfelden liegt der Wert am tiefsten. 

Seit 2014 hat die Bevölkerung in 21 Gemeinden abgenommen. Den stärksten Rückgang verzeichnete Mellikon mit über sechs Prozent. Aufgrund der geringen Einwohnerzahl kann es bei kleineren Gemeinden allerdings schnell zu Schwankungen kommen, die nicht oder nur wenig aussagekräftig sind. So beläuft sich der Rückgang in absoluten Zahlen auf lediglich 15 Personen. Ende 2019 lebten noch 226 Einwohner in der Zurzibieter Kleinstgemeinde.

Welche Gemeinde die meisten – und welche die wenigsten Einwohner hat:

Meistgesehen

Artboard 1