Organisation
Startschuss zur Schrumpfkur: Zofingen soll nur noch fünf Stadträte haben

Fünf statt sieben Mitglieder: Der Zofinger Stadtrat spricht sich für eine Verkleinerung ab 2022 aus.

Beat Kirchhofer
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Der aktuelle Zofinger Stadtrat. Wird er auch ab 2022 sieben Mitglieder umfassen – oder dann nur noch fünf Personen zählen?

Der aktuelle Zofinger Stadtrat. Wird er auch ab 2022 sieben Mitglieder umfassen – oder dann nur noch fünf Personen zählen?

Christian Nöthiger

Es war der Zofinger Einwohnerrat, welcher den Anstoss gab. Im Oktober 2018 überwies er ein Postulat der Dynamischen Mitte (DYM). In ihm wurde der Stadtrat aufgefordert, seine eigene Organisationsstruktur zu überprüfen und eine Reduktion der heute sieben Sitze in der Behörde auf deren fünf ins Auge zu fassen.

Der Stadtrat hielt in der Folge mehrere Workshops ab. Er gab seine Überlegungen und Schlussfolgerungen letzten August in eine Vernehmlassung. Im damaligen sechsseitigen Papier blitzte nicht nur zwischen den Zeilen durch, dass der Stadtrat für seine eigene Organisation den Status quo – sieben Mitglieder mit einem vollamtlichen Stadtammann – eigentlich beibehalten möchte.

Nun die Kehrtwende und der Startschuss zur Schrumpfkur. In einer Medienmitteilung schreibt der Stadtrat, er spreche sich für ein Gremium mit fünf Mitgliedern aus. Dies allerdings unter der Voraussetzung, «dass ein zweites Vollamt von 80 bis 100 Prozent geschaffen wird».

Die Sitzzahl ist das eine, das Führungsmodell das andere. Laut Stadtrat ist eine klare Mehrheit der Parteien für das Beibehalten des heutigen Ressortführungssystems. Was heisst das? Die Stadträtinnen und Stadträte tragen die politische Verantwortung für die ihnen zugeteilten Ressorts und führen gleichzeitig die Bereichsleitenden – die «Chefbeamten» – ihrer Ressorts. «Dieses System», schreibt der Stadtrat, «nimmt uns in die Pflicht und sorgt für eine direkte Führung», was für eine «höhere Umsetzungsgeschwindigkeit» sorge. «Das Ressortführungssystem hat sich in Zofingen bewährt», so der Stadtrat, «auch wenn die Umsetzung da und dort noch Optimierungspotenzial aufweist.»

Aktuell besteht der Stadtrat aus einem hauptamtlichen Stadtammann und sechs nebenamtlichen Stadträtinnen und Stadträten mit einer Entschädigung von je 30 Stellenprozenten. Die Summe der Stellenprozente soll beibehalten werden. Die Verkleinerung des Stadtrats sei keine Sparübung. In einem nächsten Schritt behandelt im Juni der Einwohnerrat das Geschäft. Stimmt er einer Änderung der Gemeindeordnung mit neu fünf Stadträten zu, kommt es im Herbst zu einer obligatorischen Volksabstimmung.