Waffenregister

Starke Zunahme von Waffenkäufen im Kanton Aargau

Im Aargau werden im Schnitt mehr Waffen gekauft als im Rest der Schweiz. (Symbolbild)

Im Aargau werden im Schnitt mehr Waffen gekauft als im Rest der Schweiz. (Symbolbild)

Im Kanton Aargau werden jährlich rund 5000 Schusswaffenkäufe bewilligt. Allerdings kommt laut der Aargauer Regierung nur ein geringer Teil der registrierten Waffen bei Tötungsdelikten zum Einsatz. Die Verkäufe seien überdurchschnittlich.

2016 wurden im Kanton Aargau 5117 Waffenkäufe bewilligt. Lediglich 67 Gesuche wurden wegen Strafregistereinträgen, Drogen- und Alkoholabhängigkeit, psychischer Beeinträchtigung oder anderen Gründen abgelehnt.

Der Anstieg der Waffenerwerbscheingesuche sei zwar gesamtschweizerisch angestiegen, aber im Kanton Aargau sei er überdurchschnittlich hoch gewesen, heisst es in der am Freitag veröffentlichten Antwort der Aargauer Regierung auf eine Interpellation der GLP-Fraktion. 2017 sei ein leichter Rückgang der Gesuche zu verzeichnen gewesen.

Spezifische Gründe seien nicht bekannt und objektive Gründe, die einen vermehrten Waffenbesitz zu erklären vermöchten, seien für den Regierungsrat mit Ausnahme einer vermehrten Schiesstätigkeit in Schiesskellern nicht ersichtlich, heisst es in der Antwort weiter.

Bei keiner der beiden Tötungsversuche und bei einer vollendeten Tötung mit Schusswaffen 2016 im Kanton Aargau waren registrierte Schusswaffen im Spiel. Beim einzigen Tötungsdelikt, das 2017 mit einer Schusswaffe begangen wurde, waren Täter und Waffe registriert. Im März 2017 tötete ein 59-Jähriger seine Partnerin in Gansingen mit einem Kopfschuss, wie die Ermittler glauben. Danach richtete er sich selbst. Als beide tot waren, brannte das Haus ab.

Bei 25 Suiziden, die 2016 mit Schusswaffen begangen wurden, waren fünf Waffen im Register eingetragen. 21 der 25 Selbstmörder waren nicht als Waffenbesitzer registriert. Bei 15 Suiziden 2017 mit Schusswaffen waren zehn Waffen nicht bekannt.

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