Wirtschaftsausblick

Stagnation oder Rezession: Das erwarten Aargauer Unternehmen für 2012

Franke-Patron Michael Pieper mit Werbeikone Heidi Klum. (Archiv)

Franke-Patron Michael Pieper mit Werbeikone Heidi Klum. (Archiv)

Das turbulente Wirtschaftsjahr 2011, überschattet von Eurokrise und Frankenstärke, hinterlässt Ernüchterung. Grosse Aargauer Unternehmen schauen verhalten pessimistisch in die Zukunft, brechen aber nicht in Panik aus.

Die unsichere Wirtschaftslage und die Konjunkturschwäche löst bei Aargauer Firmen Zurückhaltung vor kurzfristigen Prognosen aus. Dies zeigt eine az-Umfrage.

Unternehmen zwischen Stagnation und Rezession

«Unsere Erwartungshaltung ist neutral bis negativ.» vermeldet Natascha Widmer von Franke Artemis Group, dem weltweiten Marktleader in Küchentechnik. Mit weltweiten Budgetkürzungen und Effizienzsteigerung wolle man 2012 den betrieblichen Ertrag stabilisieren. Ähnliche Erwartungen hat man auch bei Giezendanner Transport AG. «Unsere maximalen Erwartungen gehen von einer Stagnation 2012 aus», so Stefan Giezendanner gegenüber az, eine Rezession sei aber nicht auszuschliessen. «Wir geben keine kurzfristigen Prognosen» blockte hingegen ABB Schweiz ab, langfristig glaube man aber den Erfolg des Unternehmens.

Die Aargauer Wirtschaft setzt 2012 vor allem auf Stabilität, einschneidende Massnahmen sind nicht geplant, insgesamt behält man sich Flexibilität aber vor. So erwartet auch NAB-Chefökonom Konstantin Giantiroglou nur eine leichte Erhöhung der Arbeitslosenrate von 3,1% auf 3.4%, wie Tele M1 berichtete. Optimistisch eingestellt plant Digitec gar ihr Filialnetz regional zu erweitern und rechnet 2012 klar mit einem Wachstum. Digitec unterhält in Wohlen bereits ein Logistikzentrum.

SNB muss handeln, der Franken-Euro-Kurs ist zu tief

«70% unseres Umsatzes erwirtschaften wir international, wir brauchen einen gesunden und stabilen Franken», sagt Stefan Giezendanner. Urs Hofmann, Wirtschaftsminister des Kantons Aargau, fordert gegenüber Tele M1, die Nationalbank müsse handeln und die Untergrenze des Franken-Euro-Kurses anheben. Bei Franke Artemis Group sieht man ebenfalls einen Kurs zwischen 1,30 und 1,40 als Minimum. Als Profiteur der Frankenstärke ging 2011 Digitec hervor, was den Konsumenten Preissenkungen brachte. Mit stabilisiertem Franken plane man 2012 aber «keine Preissteigerungen auf breiter Front».

Aus den zurückhaltenden Äusserungen der Aargauer Unternehmen ist zu schliessen, dass Krisendiskussionen, Instabilität des Währungsmarktes und unsichere Marktsituation zu einer vorsichtigen und abwartenden Haltung 2012 geführt hat. Man brauche aber keine Panik zu machen, meinte auch NAB-Chefökonom Konstantin Giantrioglou gegenüber Tele M1. Die Schweizer Wirtschaft wachse dank der Konsumfreudigkeit sogar minim.

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