SBB

Erfolg für Thierry Burkart: Züge halten bald auch bei Verspätungen wieder in Brugg und Baden

In Zukunft sollen die Pendlerinnen und Pendler im Aargau nicht mehr benachteiligt werden.

In Zukunft sollen die Pendlerinnen und Pendler im Aargau nicht mehr benachteiligt werden.

Ständerat Thierry Burkart wehrte sich mit Erfolg gegen das systematische Auslassen der Bahnhöfe Brugg und Baden. Dank einer Einigung mit der SBB werden die beiden Haltestellen in Zukunft auch bei Verspätungen nicht mehr einfach ausgelassen.

Immer wieder werden Zugpassagiere an den Bahnhöfen Baden und Brugg stehengelassen. Der Grund: Um Verspätungen aufzuholen, streichen die SBB ab und zu im Fahrplan vorgesehene Stopps. Ein unhaltbarer Zustand, gegen den FDP-Ständerat Thierry Burkart über ein Jahr lang gekämpft hat.

Mit Erfolg: Am Montag trafen sich Burkart und die Verantwortlichen der SBB zur Einigung. In Zukunft werden die Haltestellen Brugg und Baden bei einer gewissen Anzahl Minuten Verspätung der Züge, die zwischen Bern und Zürich verkehren, nicht mehr einfach ausgelassen. Das neue Regime sieht vor, dass die SBB stattdessen in Zürich einen zusätzlichen Ersatzzug stellen.

«Wenn der Zug aus Bern verspätet ankommt, dann können die Passagiere dank des zusätzlichen Zuges trotzdem rechtzeitig von Zürich wegfahren, ohne dass die Haltestellen Brugg und Baden ausgelassen werden», erklärt Thierry Burkart. Dies bedeute eine vollständige Korrektur des bisherigen Vorgehens der SBB, welches den Kanton Aargau systematisch benachteiligte, freut sich Burkart: «Die Freude ist riesig, das ist ein voller Erfolg für den Kanton Aargau.»

Burkart suchte Gespräch mit dem CEO der SBB

Bereits Mitte 2019 hatte Thierry Burkart aufgrund der Problematik einen Brief ans Bundesamt für Verkehr verfasst und darum gebeten, sie mögen ihre Aufsichtspflicht wahrnehmen. Immer wieder habe er Rückmeldungen von betroffenen Aargauerinnen und Aargauern bekommen. Es folgte die erste Enttäuschung: In den Richtlinien für den Fall von Verspätungen sei die Praktik, die beiden Aargauer Haltestellen auszulassen, verankert.

Im März dieses Jahres folgte Burkarts Interpellation an den Bundesrat. Darin fragte er: Ist der Bundesrat der Auffassung, dass es sich beim verspätungsbedingten Auslassen von Haltestellen um Umstände handelt, welche die SBB nicht vermeiden können? Akzeptiert der Bundesrat, dass die Interessen der Benützer von Bahnhöfen in kleineren Zentren weniger hoch gewichtet werden als jene der Bahnhöfe in den grossen Zen­tren?

Die Antwort war ernüchternd: «Der Bundesrat sieht keinen Anlass, gegen die Praxis der SBB zu intervenieren.» Verspätungen und Störungen von Zügen liessen sich nicht vollständig vermeiden. «Für mich war an diesem Punkt klar, dass ich nicht lockerlassen würde», so Bur­kart. Er verlangte ein Gespräch mit dem CEO der SBB. Dieses fand im Juni statt, gefolgt von einem Gespräch mit den Fahrplanverantwortlichen im September. Beide Treffen seien konstruktiv abgelaufen, sagt Burkart: «Sie haben den Unmut der Bevölkerung des Kantons Aargau erkannt.» Er sei den SBB dankbar, dass sie nach Verbesserungen gesucht haben und diese auch umsetzten.

Burkart hatte rechtliche Schritte angekündigt

Für Burkart war klar: Das systematische Auslassen der beiden Haltestellen Brugg und Baden bedeutet einen Verstoss gegen die Fahrplanpflicht. «Ich habe intensiv darauf hingewiesen und gesagt, ich würde rechtliche Schritte prüfen, wenn es kein Entgegenkommen geben sollte.» Doch so weit kam es nicht. «Wir haben eine Lösung gefunden, von der ich überzeugt bin, dass sie für die SBB und für unseren Kanton gut ist.»

Etwas werden sich die Pendler im Aargau noch gedulden müssen: Das neue Regime tritt zwar mit der Fahrplanänderung in Kraft, doch in einer Übergangszeit bis Mitte 2021 kann es aufgrund von Lokführermangel dazu kommen, dass die SBB den Ersatzzug nicht immer stellen können. «Danach sollte es aber nur noch in absoluten Ausnahmefällen vorkommen, dass eine Haltestelle im Aargau ausgelassen wird», so Burkart.

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