Unwetter

Stadtammann Hans-Ruedi Hottiger: «Das Unwetter hat Zofingen zusammengeschweisst»

Die Unterführung Henzmannstrasse stand fast komplett unter Wasser. EW/Archiv

Die Unterführung Henzmannstrasse stand fast komplett unter Wasser. EW/Archiv

Die Aufräumarbeiten in Zofingen sind noch längst nicht abgeschlossen. Trotzdem hat der Stadtrat eine erste Bilanz gezogen. Gleichzeitig lädt er zu einem Helferfest ein.

«Die Folgen und Schäden dieses Unwetters sind beträchtlich, man wird diese noch Wochen, wenn nicht Monate später sehen», sagt Stadtammann Hans-Ruedi Hottiger. Glücklicherweise habe man keine Personenschäden zu beklagen. Zwei Wochen nach dem Unwetter hat der Stadtrat eine erste Bilanz gezogen. «Dass Zofingen die Notfallsituation innert so kurzer Zeit meistern und die Hilfseinsätze von Feuerwehren, Regionalem Führungsorgan und Zivilschutz bereits beenden konnte, zeigt, dass das System funktioniert», sagt Hottiger. Sämtliche Akteure – insgesamt 500 Rettungskräfte standen im Einsatz – hätten Hand in Hand gearbeitet und einen gewaltigen Effort geleistet. Ein zentraler Faktor sei auch die Unterstützung der Betroffenen durch Nachbarn, Freunde und Bekannte gewesen.

Laut Hottiger ist das Ausmass des Schadens in Zofingen enorm. Eine konkrete Summe will der Stadtammann aber derzeit nicht nennen: «Das wäre Spekulation. Im Moment sind die Versicherungen dabei, die Schäden zusammenzutragen. Bis es so weit ist, wird es mindestens noch ein halbes Jahr dauern.»

Innert kürzester Zeit gingen am Abend des 8. Juli über 500 Schadensmeldungen bei der Feuerwehr Zofingen ein. Nebst den Räumungsarbeiten und der Gewährleistung der Sicherheit ging es für die Einsatzkräfte darum, Kellerräume auszupumpen, aber auch Bäume und Schutt von den Strassen zu räumen und Wasserläufe frei zu machen. Zu grösseren Einsätzen kam es im Spital, bei mehreren Industriebetrieben, im Bahnhofparking sowie in der Militärunterkunft Rosengarten. In Letzterer beschädigte das Wasser die gesamte Einrichtung und Technik. Mehrere Wände und Bodenplatten wurden vom seitlichen Druck und vom Auftrieb des Wassers zerstört. Die Unterkunft mit über 200 Schlafplätzen muss nun vollständig saniert werden; vermietbar ist sie voraussichtlich erst ab Anfang 2018 wieder.

Hingegen ist das Parkhaus beim Bahnhof seit gestern wieder offen. Die Stromversorgung und Elektrosteuerungen, die Lüftung, die Sprinkleranlage sowie die Brandschutztüren und die Ticketautomaten mussten zuvor in Stand gestellt werden.

Doch die Aufräumarbeiten sind in Zofingen noch längst nicht abgeschlossen. «Sehr viele Strassen sind immer noch verschmutzt, Schlamm muss entfernt, Kulturland in Stand gesetzt und Schäden an Gebäuden repariert werden.» Das Hochwasser habe zudem etliche Strassen unterspült und beschädigt. «Die Sanierungsarbeiten nehmen noch Wochen in Anspruch», ist Hottiger überzeugt.

Helferfest im September

Mit einem Helferfest am 12. September will sich die Stadt Zofingen nun bei allen Helfern für die Unterstützung und Solidarität bedanken. Eingeladen sind sämtliche offiziellen Einsatzkräfte wie die Feuerwehren, die Zivilschützer und die Werkhofmitarbeiter sowie alle Privaten, die etwa ihren Nachbarn beistanden. «Es gibt ein gutes Essen und auch gute Musik», verrät Hottiger, der sich von der spontanen Hilfsbereitschaft der Leute beeindruckt zeigt. Eines ist für ihn und den Stadtrat sicher: «Das Unwetter hat Zofingen zusammengeschweisst.» (KF/TWa)

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