Ausblick
Stadion, Thermalbad, Grossfusion: Das sind die 6 grössten Herausforderungen im Aargau für 2019

Nimmt das Thermalbad in Baden endlich Form an? Sagt das Aarauer Stimmvolk Ja zum Stadion? Sechs Fragen, die den Aargau im neuen Jahr beschäftigen werden.

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So soll das Botta-Bad in Baden im Inneren aussehen – mit Aussicht auf die Goldwand.
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Dieser Match dauert so lange, bis der erste Ball rollt. Doch es sah schon lange nicht mehr so gut aus für das neue FCA-Stadion wie jetzt.
 Diese Visualisierung zeigt, wie sich der Park Innovaare in Villigen dereinst präsentieren soll.
Wie weiter mit der Pharma im Fricktal?
 Bad Zurzach (Foto) und neun Gemeinden prüfen den Zusammenschluss.
 Der Platz wird eng im Wohler Schulhaus Halde. Sanierung und der Teilneubau sind geplant, doch schon heute weiss man, dass jedes Zimmer belegt sein wird.

So soll das Botta-Bad in Baden im Inneren aussehen – mit Aussicht auf die Goldwand.

zvg

1. Thermalbad: Wenig Platz, knapper Zeitplan

Von Pirmin Kramer

Seit Mitte Dezember steht fest, wer das Thermalbad in Baden bauen wird: Zwei Unternehmen, die Birchmeier AG aus Döttingen sowie Anliker aus dem luzernischen Emmenbrücke werden für die Bauarbeiten verantwortlich sein, die im Frühling starten sollen. Laut neustem Zeitplan ist die Eröffnung des Bades für das Jahr 2021 vorgesehen.

 So wird das Thermalbad in Baden aussehen. 2021 soll es eröffnet werden. (Visualisierung)

So wird das Thermalbad in Baden aussehen. 2021 soll es eröffnet werden. (Visualisierung)

Zur Verfügung gestellt

Neun Jahre sind bereits vergangen, seit Mario Botta zum Sieger des Architekturwettbewerbs erkoren wurde. Immer und immer wieder gab es in den vergangenen Jahren im Zusammenhang mit dem Thermalbad allerdings Verzögerungen. Vor eineinhalb Jahren starteten die Abbrucharbeiten des alten Thermalbades – nun sieht es endlich danach aus, als ob das neue Bad gebaut werden könnte. Doch die wiederholten Aufschübe haben Badenerinnen und Badener misstrauisch gemacht, die Bekanntgabe des nächsten Verzugs scheint immer in der Luft zu liegen.

Markus Birchmeier, Geschäftsführer der Birchmeier Bau AG aus Döttingen, jedoch sagt: «Aus unserer Sicht besteht keine Gefahr für weitere Verzögerungen.» Der Rückbau der alten Gebäude sowie der aufwendige Baugrubenaushub mit Sicherungsmassnahmen sei mit Überraschungen und Verzögerungen verbunden gewesen. Dazu beigetragen hätten auch die archäologischen Untersuchungen. «Wenn wir die Detail-Pläne rechtzeitig erhalten, werden wir das neue Bad gemäss den Vorgaben der Bauherrschaft realisieren. Wir sind uns gewohnt, unter zeitlichem Druck zu arbeiten.»

Das Thermalbad zu bauen, sei aber eine grosse Herausforderung, sagt Birchmeier: «Die Anforderungen sind hoch, denn wir müssen die Bauten in kurzer Zeit und auf engem Raum errichten.» Und es handle sich beim Thermalbad nicht um ein 08/15-Projekt: «Von der Architektur her ist der Bau sehr interessant.» Es sei für das Zurzibieter Unternehmen eine Ehre, ein Projekt von Mario Botta realisieren zu dürfen, sagt Markus Birchmeier.

Zuversichtlich, dass der Zeitplan bei den Baumeisterarbeiten eingehalten werden kann, sei er auch aufgrund der Tatsache, dass man Hand in Hand mit der Firma Anliker arbeiten werde und dank der Partnerschaft über genügend Ressourcen verfüge. In der Endphase des Prozesses um die Vergabe der Arbeiten hätten erste Gespräche stattgefunden, die nun zu einer Zusammenarbeit führten. Dabei wurde Birchmeier von Anliker angesprochen, damit Synergien aus den von Birchmeier bereits ausgeführten Tiefbauarbeiten genutzt werden können. «Beide Unternehmen haben viel Erfahrung im Hochbau», sagt Markus Birchmeier. Die Firma Anliker hat bereits einige andere Projekte in der Region realisiert: So den Neubau des Campus in Windisch oder das Partnerhaus des Kantonsspitals Baden; aktuell erstellt das Unternehmen auch das Sport- und Kongresszentrum Tägerhard in Wettingen.

Den Besuchern des Thermalbades werden unter anderem neun Badebecken mit 1000 Quadratmetern Wasserfläche, Saunen und Dampfbäder zur Verfügung stehen. Neben einem Limmat-Flussbad, einem Wohlfühlbecken, Ruhebecken und Heiss- und Kaltwasserpools wird auch ein Solebad erstellt.

2. Genügt das 3:2 für das Stadion?

Von Urs Helbling

Die Hauptakteure im Kampf für eine neue Fussballarena im Aarauer Torfeld Süd erfreuen sich aktuell einer guten Form. Der FCA hat sportlich aus der Krise gefunden und scheint auch bei der Lösung der Frage der Nachfolge von Präsident Alfred Schmid auf gutem Weg zu sein.
Der neu zusammengesetzte Stadtrat von Aarau ist dank seiner Task-Force «Stadion» gut aufgestellt und konnte mit der Unterzeichnung der Vorverträge einen wichtigen Punkt verbuchen – auch wenn die Schaffung der raumplanerischen Voraussetzungen mehr Zeit in Anspruch nimmt und noch komplexer ist als befürchtet.

 Noch jubeln die Cracks des FC Aarau im Brügglifeld. Aber es sieht für den Umzug ins neue Stadion im Torfeld Süd besser aus als auch schon.

Noch jubeln die Cracks des FC Aarau im Brügglifeld. Aber es sieht für den Umzug ins neue Stadion im Torfeld Süd besser aus als auch schon.

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Der Investor HRS hat erstens dank der positiven Stadion-Abstimmung in Zürich Rückenwind. Und zweitens – aus Aargauer Sicht besonders wichtig – ist es ihm mit dem Projekt in Aarau tatsächlich ernst: Für jedermann einsehbar an den weit fortgeschrittenen Rückbau-Arbeiten auf dem ehemaligen Industrieareal südlich der Bahnlinie. Und für die Spezialisten spürbar an der Intensität, mit der das Stadion und die vier für die Querfinanzierung notwendigen Hochhäuser geplant werden. All das geht ins Geld.

Im Match für das neue Stadion konnten die Befürworter also im letzten Jahr mindestens drei Punkte verbuchen. Aber das Spiel ist noch längst nicht gewonnen. Der vorentscheidende Torschuss dürfte gegen Ende 2019 fallen, wenn in Aarau die Volksabstimmung über die Teilrevision Nutzungsplanung Stadion stattfinden wird (sofern es nicht weitere Probleme gibt).
Dass die Stadion-Gegner nicht unterschätzt werden dürfen, zeigt ein Gmeind-Entscheid aus Suhr: Beim Henz-Areal haben die Hochhaus-Skeptiker fast gewonnen (125 zu 112 Stimmen). Das dortige Gebäude wird 40 Meter hoch (in Aarau 75 Meter).

Und auch auf dem Beschwerdeweg haben die Gegner ihr Pulver noch nicht verschossen. Neben den Einsprachen gegen die BNO-Teilrevision finden sie immer wieder Wege, Sand ins Getriebe zu streuen. Zuletzt mit der Stimmrechtsbeschwerde gegen die BNO-Totalrevision.

Die unendliche Geschichte des Aarauer Stadions:

Seit über 30 Jahren ist klar, dass der FC Aarau ein neues Stadion braucht. Was bisher geschah, erfahren Sie in der Bildergalerie.
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1985: Cupsieg und Erkenntnis Der FC Aarau feiert 1985 seinen bisher einzigen Cupsieg. Vier Jahre spielt der FCA schon in der Nationalliga A. Es wird klar: Für die höchste Spielklasse ist das Brügglifeld zu klein.
1994: Erstes Projekt Sie nennen es "Vision 2002": Architekt und Ex-Fc-Aarau-Präsident Ernst Lämmli sowie Bauingenieur und Landbesitzer Peter Zubler wollen in Schafisheim ein Stadion in der Kiesgrube bauen. Für 30 Millionen Franken und 20'000 Zuschauer, inklusive Casino.
2000: Mittellandarena Der Gestaltungsplan Mittellandpark wird erarbeitet. Er umfasst das Stadion «Mittellandarena», ein grosses Shopping-Center und Büros. 2006 soll im 70-Millionen-Franken-Stadion im Torfeld Süd gekickt werden.
2001: "Vision 2002" am Ende Das weit fortgeschrittene Projekt scheitert an der Finanzierung, Zonenvorschriften und dem Widerstand "von ein paar wenigen im Verein", wie Lämmli (rechts) in einem Interview sagt.
2003: Mittellandpark nimmt erste Hürde Der Aarauer Einwohnerrat heisst einen Kredit von 900'000 Franken für die Planung des Mittellandparkes deutlich gut.
2005: Niederlage an der Urne Das Aarauer Stimmvolk lehnt das 25-Millionen-Darlehen der Stadt für den Mittellandpark ab. Eine Umfrage ergibt, dass sich die Ablehnung primär gegen das Einkaufszentrum richtet. Wenig später geben die Initianten auf.
2006: Standort Buchs Neben der Sanierung des Brügglifelds und dem Torfeld Süd (Mittellandpark) kommen zwei neue Varianten aufs Tapet. Beide sehen Standorte in Buchs vor: Lostorf und die Obermatte.
2007: Torfeld Süd setzt sich durch Der Aarauer Einwohnerrat genehmigt im Juni einen Kredit von 1,6 Millionen Franken für ein Stadion mit Mantelnutzung im Torfeld Süd. Die Einkaufsfläche ist gegenüber dem Mittellandpark halbiert. Ebenfalls zur Diskussion steht die Buchser Obermatte. Sie findet lediglich bei einer linken Minderheit Anklang. Das Stimmvolk segnet den Kredit im Herbst ab.
2008: Volk sagt Ja Der Souverän der Stadt Aarau stimmt deutlich für einen Betrag von 17 Millionen Franken für ein neues FCA-Stadion im Torfeld Süd. Bauherrin ist die private HRS AG. Vorbild für das Stadion soll die Neuenburger "Maladière" sein (Bild). Insgesamt kostet das Stadion 36 Millionen Franken.
2009: Einsprachen Gegen Gestaltungsplan und Stadion-Baugesuch gehen 41 Einsprachen ein.
13.5.2010: Abstieg Schock für den FC Aarau: Der "unabsteigbare" Klub muss nach einem 1:4 gegen GC und dem gleichzeitigen Sieg von Bellinzona den Gang in die Challenge League antreten. David Marazzi (Bild) wird von seinen Emotionen überwältigt.
13.6.2010: Erneuter Abstimmungserfolg Die Nutzungsplanung "Torfeld Süd" schafft auch die letzte politische Hürde. In einer Referendumsabstimmung heisst das Volk die Spezialzone mit einer Ja-Mehrheit von 69,5 Prozent gut. Das Stadion könnte jetzt eigentlich gebaut werden. Wenn da nicht die Einsprachen wären.
23.2.2011: Kein Asyl für GC Mitten in die Stadionplanung platzt die Meldung, dass die Grasshoppers mit einem Umzug nach Aarau liebäugeln. Die Miete im Letzigrund ist GC zu hoch. Der FCA ersucht den Stadtrat, den Zürchern Asyl zu gewähren – wegen Synergien im geplanten Stadion. Der Stadrat lehnt das Begehren ab. Grund: Die Zusatzbelastung wäre für das Volk nicht zumutbar. Bild: Aarau's Michele Polverino, links, fällt nach im Zweikampf mit GC's Rolf Feltscher im Brügglifeld.
11.5.2011: Einsprachen abgelehnt Jetzt ist der Aargauer Regierungsrat an der Reihe: Die Kantonsregierung weist die verbliebenen Beschwerden vom Sommer 2009 ab und genehmigt sowohl die Spezialzone Torfeld Süd als auch den Gestaltungsplan. Mehrere Bewohner des Aarauer Gönhard-Quartiers ziehen ihre Beschwerde ans kantonale Verwaltungsgericht weiter.
9.12.2011: HRS muss Projekt erneuern Nach dem Entscheid des Einwohnerrates vom 14. November 2011, auf die Realisierung von polysportiven Mantelnutzungen im Stadionkomplex zu verzichten (zu teuer), muss die HRS das Projekt überarbeiten. Das Baugesuch muss ein zweites Mal aufgelegt werden. Die Grundeigentümerin Mobimo rechnet mit der Inbetriebnahme des Stadions im Jahr 2015.
2012: Stadionprojekt komplett überarbeitet Weil gegen das erste Baugesuch viele Einsprachen eingingen, präsentiert die HRS ein völlig überarbeitetes Projekt (Bild). Es ist der dritte Anlauf für ein Stadion im Torfeld Süd. Gegen das neue Projekt gehen vier Einsprachen ein. Drei werden später nach langen Verhandlungen zurückgezogen.
2013: Aufstieg Erfolg auf dem Rasen: Der FC Aarau steigt nach drei Jahren in der Zweitklassigkeit in die Super League auf.
2014: Durchbruch und neue Sorgen Der FCA jubelt: Der Stadtrat erteilt die lang ersehnte Baubewilligung für das Stadion. Doch neues Ungemach folgt sogleich: Der letzte verbliebene Einsprecher reicht Beschwerde gegen die Baubewilligung ein. Er wird als Stadionverhinderer landesweit bekannt, weil der "Blick" seine Identität teilweise aufdeckt. Er findet das geplante Einkaufszentrum zu gross.
2015: Beschwerde-Marathon 2015 ist das Jahr der Justiz im Fall Torfeld Süd: Der Aargauer Regierungsrat weist die Beschwerde des Anwohners am 21. Januar ab. Er zieht vor Verwaltungsgericht, unterliegt und gelangt ans Bundesgericht. Die Bundesrichter entscheiden vorerst, dass das laufende Verfahren keine aufschiebende Wirkung hat. Trotzdem warten Stadt und die Bauherrin HRS mit dem Baubeginn zu. Auch mit einem Ausstandsbegehren scheitert der Anwohner vor Verwaltungs- und Bundesgericht.
29.5.2015: Abstieg Der FC Aarau steigt in die Challenge League ab. Mit einem 3:2-Sieg gegen den FC Thun verabschiedet sich der Klub in die Zweitklassigkeit. Bild: Sandro Burki (links) und Kollegen applaudieren zum letzten Mal in der Super League.
2016: Machtwort Das Bundesgericht weist die Stadionbeschwerde ab. "Endlich: Das Stadion kann gebaut werden", titelt die Aargauer Zeitung. Heute wissen wir: Es ging noch immer nichts.
1.5.2017: Plan B Wegen den Einsprachen, strengeren Auflagen der Liga und neuen Gesetzen kostet das Stadion nun 20 Millionen Franken mehr. Die HRS präsentiert darum den Plan B: kein Einkaufszentrum, dafür Hochhäuser für Wohnungen, Gewerbe und kleine Läden im Erdgeschoss.
15.11.2017: Stadion-Retter? Erster Auftritt von "meinstadion.ch": Die Initianten um den früheren FCA-Präsidenten Michael Hunziker (Bild Mitte) halten nichts vom Plan B. Sie wollen, dass der ursprüngliche Plan umgesetzt wird, damit die am 18. Mai 2018 ablaufende Baubewilligung nicht verfällt. Um das fehlende Geld aufzutreiben, haben sie unter anderem ein Crowdfunding lanciert. Vier Millionen Franken sollen so zusammenkommen.
26.2.2018: Millionenstrafe gefordert "meinstadion.ch" fordert eine Konventionalstrafe von mindestens 5 Millionen Franken für die HRS, sollte diese ihrer Pflicht, dem Stadionbau, nicht nachkommen. HRS hat ein bewilligtes Stadion-Projekt, will aber statt eines Einkaufszentrums Hochhäuser bauen.
6.3.2018: Plan C HRS und "meinstadion.ch" skizzieren einen Plan C. In einer Mitteilung heisst es: "Eine Zwischenfinanzierung soll es ermöglichen, den Stadionbau vom Vorliegen von rechtskräftigen Baubewilligungen von Hochhäusern zu entkoppeln." Damit könnte mit dem Stadionbau begonnen werden, auch wenn für die Hochhäuser keine Baubewilligung vorliegt. Plan C würde rund 40 Millionen Franken kosten. Und Junioren müssen nicht mehr Kissen auf die Sitzflächen der besseren Plätze im Brügglifeld legen.
21.3.2018: Gemeinsam für Plan B Stadt, Bauherrin HRS, FCA und "meinstadion.ch" geben an einer gemeinsamen Medienkonferenz das Versprechen ab: Wir ziehen jetzt alle am gleichen Strick, am Strick Plan B (Stadion mit Hochhäusern). Darum braucht es eine erneute Abstimmung über die BNO-Revision (Bau- und Nutzungsordnung). Ein Ja ist die Voraussetzung für das neue Stadion. Die Bauherrin HRS unterstützt den FCA ausserdem in den nächsten fünf Jahren mit einer Million Franken, zusätzlich zu den bisher jährlich 70'000 Franken.
Plan B: Das Stadion mit Hochhäusern.
31.8.2018: Neues Baugesuch eingereicht Das Baugesuch des angepassten Projekts für das Stadion liegt auf dem Tisch der Aarauer Verwaltung. Das komplette Gesuch für das angepasste Stadion umfasst 20 Büroschachteln. Der Baubeginn für das Stadion erfolgt erst, wenn für die neben dem Stadion geplanten vier Hochhäuser eine rechtskräftige Baubewilligung vorliegt. Voraussetzung dafür ist, dass das Volk der BNO-Revision zustimmen wird.
7.2.2019: Bundesgericht hebt Urteil auf Das Bundesgericht heisst eine Beschwerde von sechs Personen gegen ein Urteil des Aargauer Verwaltungsgericht gut. Dieses hatte eine fristgerechte Eingabe der Beschwerdeführer nicht berücksichtigt. Es hatte den Fehler selbst bemerkt und vor Bundesgericht beantragt, dass die Beschwerde gutgeheissen wird.
3.5.2019: Stadion-Gegner blitzen beim Aargauer Verwaltungsgericht ab Das Aargauer Verwaltungsgericht weist drei Beschwerden zur Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) ab. Darunter auch jene, die es zum zweiten Mal bearbeiten musste, weil es beim ersten Mal das rechtliche Gehör der Beschwerdeführer verletzt hatte. Das Bundesgericht hatte das Urteil darum aufgehoben. Das Stadion geht frühestens in der Saison 2022/2023 in Betrieb.
16.8.2019: Politiker aus dem links-grünen, vereinzelt auch aus dem bürgerlichen Lager lancieren überraschend eine Volksinitiative für einen neuen Stadion-Standort – die Buchser Obermatte kommt wieder ins Gespräch.
26.8.2019: Der Aarauer Einwohnerrat heisst die Teilrevision der Bau- und Nutzungsordnung und den 17-Millionen-Kredit gut. Damit steht der Volksabstimmung im November 2019 nichts mehr im Weg. Im Bild: FDP-Fraktionschef Yannick Berner im FCA-Dress.
24.11.2019: Die Stadt Aarau sagt zu beiden Abstimmungen bezüglich Stadion im Torfeld Süd mit 61 Prozent Ja. Die Auflage der Baugesuche für Stadion, Hochhäuser und Zwischenbau ist frühestens nach den Sommerferien 2020 realistisch.
5.6.2020: Die Auflage des Baugesuches verzögert sich, das Verfahren ist anspruchsvoll und der Druck der Stadion-Gegner weiterhin gross. Es könnte darum sein, dass das Aarauer Stadion erst 2028 steht.

Seit über 30 Jahren ist klar, dass der FC Aarau ein neues Stadion braucht. Was bisher geschah, erfahren Sie in der Bildergalerie.

zvg/nightnurse images, Montage: AZ

3. Werden 160 Millionen für Innovaare gefunden?

Von Claudia Meier

Die Pläne für den Park Innovaare stehen schon seit einiger Zeit, der Baubeginn in Villigen war auf den Herbst dieses Jahres angesetzt. Doch die Realisierung auf dem Gelände gleich gegenüber dem Paul-Scherrer-Institut (PSI) in Villigen verzögert sich massiv, unter anderem, weil es mit der Finanzierung stockte. Mitte November sagte Benno Rechsteiner, CEO der Park Innovaare AG, er erwarte, die 160 Millionen Franken, die für den Bau benötigt werden, in den nächsten Monaten zusammenzubringen (die AZ berichtete). Seit Ende November ist die Baubewilligung – als zentrale Voraussetzung – nun rechtskräftig. «Daher kann davon ausgegangen werden, dass der Spatenstich im Sommer 2019 erfolgen wird», sagt Benno Rechsteiner auf Nachfrage der AZ.

 Diese Visualisierung zeigt, wie sich der Park Innovaare in Villigen dereinst präsentieren soll.

Diese Visualisierung zeigt, wie sich der Park Innovaare in Villigen dereinst präsentieren soll.

zvg

Die Gespräche mit den Investoren verliefen positiv, fährt der CEO fort. Das Interesse am Innovationsstandort Aargau sei gegeben und nehme spürbar zu. Die Lage des Innovationsparks direkt beim PSI mit seinen beschleunigerbasierten Grossforschungsanlagen sei ein bedeutender Vorteil, der zunehmend erkannt werde. «Wir sind überzeugt, die erforderlichen finanziellen Mittel in den kommenden Monaten zur Verfügung zu haben», so Rechsteiner weiter. Die Öffentlichkeit werde rechtzeitig informiert.

4. Hat die Grossfusion Chancen an der Urne?

von Daniel Weissenbrunner

Gemeindefusionen sind erfahrungsgemäss eine emotionale Angelegenheit. Wie emotional, wird sich 2019 im Bezirk Zurzach zeigen. Die zehn involvierten Gemeinden des Projekts «Rheintalplus» (Bad Zurzach, Baldingen, Böbikon, Fisibach, Kaiserstuhl, Mellikon, Rekingen, Rietheim, Rümikon und Wislikofen) entscheiden im Verlaufe des Jahres über eine Zusammenlegung. Bei einem Ja würde eine Gemeinde mit fast 8000 Einwohnerinnen und Einwohnern mit einer Fläche von über 34 Quadratkilometern Fläche entstehen. Die Vorarbeiten der einzelnen Arbeitsgruppen sind abgeschlossen. Der Schlussbericht liegt nun auf. In den nächsten Monaten wird sich entscheiden, wie die Idee eines geeinten Ortes Zurzach (so der Namensvorschlag) in der Bevölkerung ankommt. An ausserordentlichen Gemeindeversammlungen wird Ende Mai über den Zusammenschluss abgestimmt. Bei einem Ja kommt der Fusionsvertrag am 8. September an die Urne. Bis jetzt sind erstaunlich wenig kritische Stimmen zu hören. Der Teufel liegt wie so oft im Detail. Für Betroffene gibt es während eines Zusammenlegungsprozesses einiges zu verdauen. So ist die Angst vor Heimatverlust ein kritisches Grundgefühl, oder wenn sich zeigen sollte, dass der eigenen Gemeinde aus der Fusion ein klarer Nachteil erwächst.

 Bad Zurzach (Foto) und neun Gemeinden prüfen den Zusammenschluss.

Bad Zurzach (Foto) und neun Gemeinden prüfen den Zusammenschluss.

Philipp Zimmermann

5. Mit der Pharma in die Zukunft?

Von Nadine Böni

Ende September der Schock: Der Pharma-Riese Novartis will bis 2022 schweizweit 2150 Stellen abbauen, 700 davon im Werk in Stein. Im Gegenzug will Novartis in Stein in den nächsten Jahren bis zu 450 Stellen für neuartige Therapien schaffen – wie viele Mitarbeiter umgeschult werden können, ist allerdings offen. Das Konsultationsverfahren läuft.

Die Nachricht über den Stellenabbau hat die Region durchgeschüttelt. Mit gutem Grund: Das Fricktal ist stark auf die Pharmaindustrie fokussiert. Insgesamt liegt fast jeder fünfte Arbeitsplatz in der Region in dieser Branche. Herausforderungen gibt es in diesem Bereich für das kommende Jahr deshalb gleich zwei: Einerseits muss der Stellenabbau bei Novartis so sozial verträglich wie möglich gestaltet werden. Andererseits gilt es auch, die Entwicklung auf dem Sisslerfeld – der mit rund 100 Hektar grössten und bedeutendsten Industrielandreserve im ganzen Kanton – voranzutreiben.

 Novartis wird in Stein Stellen abbauen – eine Herausforderung ist es, diesen Abbau sozial verträglich zu gestalten.

Novartis wird in Stein Stellen abbauen – eine Herausforderung ist es, diesen Abbau sozial verträglich zu gestalten.

KEYSTONE

Trotz des Stellenabbaus bei Novartis deutet nichts darauf hin, dass der Pharmastandort Fricktal per se in Gefahr ist. Im Sisslerfeld sollen weitere Firmen angesiedelt werden. Eine Chance, das Klumpenrisiko zu mindern, denn: Die Firmen können – müssen aber nicht – aus dem Pharma-Bereich kommen. Der Planungsverband Fricktal Regio koordiniert die Arealentwicklung. Dort zeigte man sich vor wenigen Monaten zuversichtlich, dass es in den nächsten Jahren zu «qualitativ guten Ansiedlungen» kommen wird.

6. Braucht es ein viertes Schulhaus?

Von Eddy Schambron

 Der Platz wird eng im Wohler Schulhaus Halde. Sanierung und der Teilneubau sind geplant, doch schon heute weiss man, dass jedes Zimmer belegt sein wird.

Der Platz wird eng im Wohler Schulhaus Halde. Sanierung und der Teilneubau sind geplant, doch schon heute weiss man, dass jedes Zimmer belegt sein wird.

Christian Breitschmid

Gegenwärtig zählt die Gemeinde Wohlen rund 16'000 Einwohner. Wenn sie weiter wächst, braucht es neuen Schulraum. Und das ist zu erwarten: Eine aktuelle Auswertung der Kommission Schulraumplanung zeigt, dass durch die rege Bautätigkeit in und um Wohlen und durch die permanent gestiegenen Geburtsraten in den vergangenen acht Jahren mit einer Zunahme der Abteilungen auf total 126 gerechnet werden muss. Mit der geplanten Sanierung und dem Teilneubau des Haldenschulhauses wird es zwar möglich sein, diesen erhöhten Raumbedarf abzudecken, doch es bleibt keine Möglichkeit mehr, bei weiter steigenden Schülerzahlen die bestehenden Schulhäuser auszubauen. Die Kommission sieht zwar noch eine Chance, allenfalls auf dem Bünzmattareal etwas Schulraum gewinnen zu können, aber ansonsten wäre der nächste Schritt der Bau eines vierten Schulzentrums in Wohlen. Eine Möglichkeit böte sich im neuen Bahnhofquartier im Farn, wo viel neuer Wohnraum für junge Familien entsteht. Die Prognose rechnet mit zwei Extremszenarien: einem Minimum von 119 und einem Maximum von 142 Abteilungen bis ins Schuljahr 2032/2033.

Zum Einzugsgebiet der Schule Wohlen gehören fünf Gemeinden. Sekundar- und Realschule besuchen Schülerinnen und Schüler aus Waltenschwil, Uezwil und Büttikon. In die Bezirksschule gehen Lernende aus denselben Gemeinden sowie solche aus Villmergen und Niederwil.

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