1. Thermalbad: Wenig Platz, knapper Zeitplan

Von Pirmin Kramer

Seit Mitte Dezember steht fest, wer das Thermalbad in Baden bauen wird: Zwei Unternehmen, die Birchmeier AG aus Döttingen sowie Anliker aus dem luzernischen Emmenbrücke werden für die Bauarbeiten verantwortlich sein, die im Frühling starten sollen. Laut neustem Zeitplan ist die Eröffnung des Bades für das Jahr 2021 vorgesehen.

So wird das Thermalbad in Baden aussehen. 2021 soll es eröffnet werden. (Visualisierung)

So wird das Thermalbad in Baden aussehen. 2021 soll es eröffnet werden. (Visualisierung)

Neun Jahre sind bereits vergangen, seit Mario Botta zum Sieger des Architekturwettbewerbs erkoren wurde. Immer und immer wieder gab es in den vergangenen Jahren im Zusammenhang mit dem Thermalbad allerdings Verzögerungen. Vor eineinhalb Jahren starteten die Abbrucharbeiten des alten Thermalbades – nun sieht es endlich danach aus, als ob das neue Bad gebaut werden könnte. Doch die wiederholten Aufschübe haben Badenerinnen und Badener misstrauisch gemacht, die Bekanntgabe des nächsten Verzugs scheint immer in der Luft zu liegen.

Markus Birchmeier, Geschäftsführer der Birchmeier Bau AG aus Döttingen, jedoch sagt: «Aus unserer Sicht besteht keine Gefahr für weitere Verzögerungen.» Der Rückbau der alten Gebäude sowie der aufwendige Baugrubenaushub mit Sicherungsmassnahmen sei mit Überraschungen und Verzögerungen verbunden gewesen. Dazu beigetragen hätten auch die archäologischen Untersuchungen. «Wenn wir die Detail-Pläne rechtzeitig erhalten, werden wir das neue Bad gemäss den Vorgaben der Bauherrschaft realisieren. Wir sind uns gewohnt, unter zeitlichem Druck zu arbeiten.»

Das Thermalbad zu bauen, sei aber eine grosse Herausforderung, sagt Birchmeier: «Die Anforderungen sind hoch, denn wir müssen die Bauten in kurzer Zeit und auf engem Raum errichten.» Und es handle sich beim Thermalbad nicht um ein 08/15-Projekt: «Von der Architektur her ist der Bau sehr interessant.» Es sei für das Zurzibieter Unternehmen eine Ehre, ein Projekt von Mario Botta realisieren zu dürfen, sagt Markus Birchmeier.

Aus der Vogelperspektive: ein Flug über die Badener Bäderquartier-Baustelle

Aus der Vogelperspektive: ein Flug über die Badener Bäderquartier-Baustelle

(September 2018)

Zuversichtlich, dass der Zeitplan bei den Baumeisterarbeiten eingehalten werden kann, sei er auch aufgrund der Tatsache, dass man Hand in Hand mit der Firma Anliker arbeiten werde und dank der Partnerschaft über genügend Ressourcen verfüge. In der Endphase des Prozesses um die Vergabe der Arbeiten hätten erste Gespräche stattgefunden, die nun zu einer Zusammenarbeit führten. Dabei wurde Birchmeier von Anliker angesprochen, damit Synergien aus den von Birchmeier bereits ausgeführten Tiefbauarbeiten genutzt werden können. «Beide Unternehmen haben viel Erfahrung im Hochbau», sagt Markus Birchmeier. Die Firma Anliker hat bereits einige andere Projekte in der Region realisiert: So den Neubau des Campus in Windisch oder das Partnerhaus des Kantonsspitals Baden; aktuell erstellt das Unternehmen auch das Sport- und Kongresszentrum Tägerhard in Wettingen.

Den Besuchern des Thermalbades werden unter anderem neun Badebecken mit 1000 Quadratmetern Wasserfläche, Saunen und Dampfbäder zur Verfügung stehen. Neben einem Limmat-Flussbad, einem Wohlfühlbecken, Ruhebecken und Heiss- und Kaltwasserpools wird auch ein Solebad erstellt.

2. Genügt das 3:2 für das Stadion?

Von Urs Helbling

Die Hauptakteure im Kampf für eine neue Fussballarena im Aarauer Torfeld Süd erfreuen sich aktuell einer guten Form. Der FCA hat sportlich aus der Krise gefunden und scheint auch bei der Lösung der Frage der Nachfolge von Präsident Alfred Schmid auf gutem Weg zu sein.
Der neu zusammengesetzte Stadtrat von Aarau ist dank seiner Task-Force «Stadion» gut aufgestellt und konnte mit der Unterzeichnung der Vorverträge einen wichtigen Punkt verbuchen – auch wenn die Schaffung der raumplanerischen Voraussetzungen mehr Zeit in Anspruch nimmt und noch komplexer ist als befürchtet.

Noch jubeln die Cracks des FC Aarau im Brügglifeld. Aber es sieht für den Umzug ins neue Stadion im Torfeld Süd besser aus als auch schon.

Noch jubeln die Cracks des FC Aarau im Brügglifeld. Aber es sieht für den Umzug ins neue Stadion im Torfeld Süd besser aus als auch schon.

Der Investor HRS hat erstens dank der positiven Stadion-Abstimmung in Zürich Rückenwind. Und zweitens – aus Aargauer Sicht besonders wichtig – ist es ihm mit dem Projekt in Aarau tatsächlich ernst: Für jedermann einsehbar an den weit fortgeschrittenen Rückbau-Arbeiten auf dem ehemaligen Industrieareal südlich der Bahnlinie. Und für die Spezialisten spürbar an der Intensität, mit der das Stadion und die vier für die Querfinanzierung notwendigen Hochhäuser geplant werden. All das geht ins Geld.

Im Match für das neue Stadion konnten die Befürworter also im letzten Jahr mindestens drei Punkte verbuchen. Aber das Spiel ist noch längst nicht gewonnen. Der vorentscheidende Torschuss dürfte gegen Ende 2019 fallen, wenn in Aarau die Volksabstimmung über die Teilrevision Nutzungsplanung Stadion stattfinden wird (sofern es nicht weitere Probleme gibt).
Dass die Stadion-Gegner nicht unterschätzt werden dürfen, zeigt ein Gmeind-Entscheid aus Suhr: Beim Henz-Areal haben die Hochhaus-Skeptiker fast gewonnen (125 zu 112 Stimmen). Das dortige Gebäude wird 40 Meter hoch (in Aarau 75 Meter).

Und auch auf dem Beschwerdeweg haben die Gegner ihr Pulver noch nicht verschossen. Neben den Einsprachen gegen die BNO-Teilrevision finden sie immer wieder Wege, Sand ins Getriebe zu streuen. Zuletzt mit der Stimmrechtsbeschwerde gegen die BNO-Totalrevision.

Die unendliche Geschichte des Aarauer Stadions:

3. Werden 160 Millionen für Innovaare gefunden?

Von Claudia Meier

Die Pläne für den Park Innovaare stehen schon seit einiger Zeit, der Baubeginn in Villigen war auf den Herbst dieses Jahres angesetzt. Doch die Realisierung auf dem Gelände gleich gegenüber dem Paul-Scherrer-Institut (PSI) in Villigen verzögert sich massiv, unter anderem, weil es mit der Finanzierung stockte. Mitte November sagte Benno Rechsteiner, CEO der Park Innovaare AG, er erwarte, die 160 Millionen Franken, die für den Bau benötigt werden, in den nächsten Monaten zusammenzubringen (die AZ berichtete). Seit Ende November ist die Baubewilligung – als zentrale Voraussetzung – nun rechtskräftig. «Daher kann davon ausgegangen werden, dass der Spatenstich im Sommer 2019 erfolgen wird», sagt Benno Rechsteiner auf Nachfrage der AZ.

Diese Visualisierung zeigt, wie sich der Park Innovaare in Villigen dereinst präsentieren soll.

Diese Visualisierung zeigt, wie sich der Park Innovaare in Villigen dereinst präsentieren soll.

Die Gespräche mit den Investoren verliefen positiv, fährt der CEO fort. Das Interesse am Innovationsstandort Aargau sei gegeben und nehme spürbar zu. Die Lage des Innovationsparks direkt beim PSI mit seinen beschleunigerbasierten Grossforschungsanlagen sei ein bedeutender Vorteil, der zunehmend erkannt werde. «Wir sind überzeugt, die erforderlichen finanziellen Mittel in den kommenden Monaten zur Verfügung zu haben», so Rechsteiner weiter. Die Öffentlichkeit werde rechtzeitig informiert.

4. Hat die Grossfusion Chancen an der Urne?

von Daniel Weissenbrunner

Gemeindefusionen sind erfahrungsgemäss eine emotionale Angelegenheit. Wie emotional, wird sich 2019 im Bezirk Zurzach zeigen. Die zehn involvierten Gemeinden des Projekts «Rheintalplus» (Bad Zurzach, Baldingen, Böbikon, Fisibach, Kaiserstuhl, Mellikon, Rekingen, Rietheim, Rümikon und Wislikofen) entscheiden im Verlaufe des Jahres über eine Zusammenlegung. Bei einem Ja würde eine Gemeinde mit fast 8000 Einwohnerinnen und Einwohnern mit einer Fläche von über 34 Quadratkilometern Fläche entstehen. Die Vorarbeiten der einzelnen Arbeitsgruppen sind abgeschlossen. Der Schlussbericht liegt nun auf. In den nächsten Monaten wird sich entscheiden, wie die Idee eines geeinten Ortes Zurzach (so der Namensvorschlag) in der Bevölkerung ankommt. An ausserordentlichen Gemeindeversammlungen wird Ende Mai über den Zusammenschluss abgestimmt. Bei einem Ja kommt der Fusionsvertrag am 8. September an die Urne. Bis jetzt sind erstaunlich wenig kritische Stimmen zu hören. Der Teufel liegt wie so oft im Detail. Für Betroffene gibt es während eines Zusammenlegungsprozesses einiges zu verdauen. So ist die Angst vor Heimatverlust ein kritisches Grundgefühl, oder wenn sich zeigen sollte, dass der eigenen Gemeinde aus der Fusion ein klarer Nachteil erwächst.

Bad Zurzach (Foto) und neun Gemeinden prüfen den Zusammenschluss.

Bad Zurzach (Foto) und neun Gemeinden prüfen den Zusammenschluss.

5. Mit der Pharma in die Zukunft?

Von Nadine Böni

Ende September der Schock: Der Pharma-Riese Novartis will bis 2022 schweizweit 2150 Stellen abbauen, 700 davon im Werk in Stein. Im Gegenzug will Novartis in Stein in den nächsten Jahren bis zu 450 Stellen für neuartige Therapien schaffen – wie viele Mitarbeiter umgeschult werden können, ist allerdings offen. Das Konsultationsverfahren läuft.

Die Nachricht über den Stellenabbau hat die Region durchgeschüttelt. Mit gutem Grund: Das Fricktal ist stark auf die Pharmaindustrie fokussiert. Insgesamt liegt fast jeder fünfte Arbeitsplatz in der Region in dieser Branche. Herausforderungen gibt es in diesem Bereich für das kommende Jahr deshalb gleich zwei: Einerseits muss der Stellenabbau bei Novartis so sozial verträglich wie möglich gestaltet werden. Andererseits gilt es auch, die Entwicklung auf dem Sisslerfeld – der mit rund 100 Hektar grössten und bedeutendsten Industrielandreserve im ganzen Kanton – voranzutreiben.

Novartis wird in Stein Stellen abbauen – eine Herausforderung ist es, diesen Abbau sozial verträglich zu gestalten.

Novartis wird in Stein Stellen abbauen – eine Herausforderung ist es, diesen Abbau sozial verträglich zu gestalten.

Trotz des Stellenabbaus bei Novartis deutet nichts darauf hin, dass der Pharmastandort Fricktal per se in Gefahr ist. Im Sisslerfeld sollen weitere Firmen angesiedelt werden. Eine Chance, das Klumpenrisiko zu mindern, denn: Die Firmen können – müssen aber nicht – aus dem Pharma-Bereich kommen. Der Planungsverband Fricktal Regio koordiniert die Arealentwicklung. Dort zeigte man sich vor wenigen Monaten zuversichtlich, dass es in den nächsten Jahren zu «qualitativ guten Ansiedlungen» kommen wird.

6. Braucht es ein viertes Schulhaus?

Von Eddy Schambron

Der Platz wird eng im Wohler Schulhaus Halde. Sanierung und der Teilneubau sind geplant, doch schon heute weiss man, dass jedes Zimmer belegt sein wird.

Der Platz wird eng im Wohler Schulhaus Halde. Sanierung und der Teilneubau sind geplant, doch schon heute weiss man, dass jedes Zimmer belegt sein wird.

Gegenwärtig zählt die Gemeinde Wohlen rund 16'000 Einwohner. Wenn sie weiter wächst, braucht es neuen Schulraum. Und das ist zu erwarten: Eine aktuelle Auswertung der Kommission Schulraumplanung zeigt, dass durch die rege Bautätigkeit in und um Wohlen und durch die permanent gestiegenen Geburtsraten in den vergangenen acht Jahren mit einer Zunahme der Abteilungen auf total 126 gerechnet werden muss. Mit der geplanten Sanierung und dem Teilneubau des Haldenschulhauses wird es zwar möglich sein, diesen erhöhten Raumbedarf abzudecken, doch es bleibt keine Möglichkeit mehr, bei weiter steigenden Schülerzahlen die bestehenden Schulhäuser auszubauen. Die Kommission sieht zwar noch eine Chance, allenfalls auf dem Bünzmattareal etwas Schulraum gewinnen zu können, aber ansonsten wäre der nächste Schritt der Bau eines vierten Schulzentrums in Wohlen. Eine Möglichkeit böte sich im neuen Bahnhofquartier im Farn, wo viel neuer Wohnraum für junge Familien entsteht. Die Prognose rechnet mit zwei Extremszenarien: einem Minimum von 119 und einem Maximum von 142 Abteilungen bis ins Schuljahr 2032/2033.

Zum Einzugsgebiet der Schule Wohlen gehören fünf Gemeinden. Sekundar- und Realschule besuchen Schülerinnen und Schüler aus Waltenschwil, Uezwil und Büttikon. In die Bezirksschule gehen Lernende aus denselben Gemeinden sowie solche aus Villmergen und Niederwil.