Aargau Verkehr
Stabwechsel bei Regionalbahn: «Mister Fusion» verabschiedet

Kaspar Hemmeler tritt nach 16 Jahren als Verwaltungsratspräsident ab. Das erste Geschäftsjahr der fusionierten Regionalbahn schliesst mit einem Gewinn von 1,7 Millionen Franken.

Fabian Hägler
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Gruppenbild an der Haltestelle: Severin Rangosch (Mitte), CEO von Aargau Verkehr, bekommt mit Roland Abt (links) einen neuen Verwaltungsratspräsidenten – der bisherige Bahnpräsident Kaspar Hemmeler (rechts) tritt ab.

Gruppenbild an der Haltestelle: Severin Rangosch (Mitte), CEO von Aargau Verkehr, bekommt mit Roland Abt (links) einen neuen Verwaltungsratspräsidenten – der bisherige Bahnpräsident Kaspar Hemmeler (rechts) tritt ab.

Chris Iseli/ AZ

«Unsere Ziele sind klar: wir wollen effizienter werden, wir wollen die bestmöglichen Synergien nutzen und wir wollen uns bezüglich Markt- und Wettbewerbsfähigkeit stärken.» Das sagte Kaspar Hemmeler, Verwaltungsratspräsident von Aargau Verkehr, vor einem Jahr, nachdem die Fusion der beiden Regionalbahnen BDWM und WSB zum neuen Unternehmen beschlossen war. Weiter sagte Hemmeler: «Ich bin überzeugt, dass die Fusion positive Auswirkungen für unsere Kunden und unsere Mitarbeitenden haben wird.»

Am Donnerstagabend zog er an der ersten Generalversammlung der fusionierten Bahnen eine Bilanz – und verabschiedete sich. Hemmeler, der seit 2003 im Verwaltungsrat der Wynental- und Suhrentalbahn sass, erreicht nach einem Jahr an der Spitze von Aargau Verkehr die Amtszeitbeschränkung von 16 Jahren. «Es ist ein guter Moment für den Stabwechsel», sagte Hemmeler und ergänzte, «das Unternehmen steht hervorragend da». Dies belegen die Zahlen des Geschäftsjahrs 2018: Der Gewinn von Aargau Verkehr lag mit 1,7 Millionen Franken eine Million höher als der Gewinn, den BDWM und WSB addiert im Jahr 2017 erzielten. Nimmt man die 580'000 Franken der Tochtergesellschaft Limmat Bus dazu, die im Limmattal, in Zofingen und zwischen Wohlen und Meisterschwanden Buslinien betreibt, resultiert ein Konzerngewinn von 2,3 Millionen Franken.

Projekte für 1,6 Milliarden

CEO Rangosch nannte weitere Zahlen: «Mit 480 Mitarbeitenden beförderten wir im letzten Jahr 22 Millionen Passagiere, zudem planen und realisieren wir in den kommenden zehn Jahren Projekte für 1,6 Milliarden Franken.» Dazu zählen unter anderem die Beschaffung der Züge für die Limmattalbahn, der grosse Neubau am Bahnhof Aarau oder das geplante Betriebsgebäude in der Hegmatte in Schöftland. Stolz verwies Rangosch darauf, dass die Pünktlichkeit der Bahnen sehr gut sei und Aargau Verkehr laut Bundesamt für Verkehr zu den besten Transportunternehmen schweizweit zähle.

Der CEO ging auch auf die Umsetzung der Bahnfusion ein. Es sei gelungen, die Kulturen von WSB und BDWM zusammenzuführen. Dies bestätigte der abtretende Präsident Kaspar Hemmeler. «Wir haben das Beste aus Bremgarten und Aarau zusammengebracht. Die Fusion war ein historisches Ereignis, heute feiern wir praktisch den ersten Hochzeitstag.» Bei einer Ehe könne es manchmal schwierig sein, das Motto der fusionierten Bahn heisse jedoch: «Zusammen geht es besser».

Nachfolger von Hemmeler als Bahnpräsident ist Roland Abt: Der 62-jährige Bremgarter ist Ökonom, der seit 2017 im Führungsgremium der BDWM sass. Abt ist auch Verwaltungsrat der Swisscom und von Conzetta – der Holding, zu der die Outdoor-Firma Mammut gehört. Mit dem Wechsel verschieben sich die Gewichte bei Aargau Verkehr. Bisher waren diese – mit Hemmeler als Vertreter der ehemaligen WSB und Rangosch als früherem Direktor der BDWM – ausgeglichen. Nun besetzen zwei «Bremgarter» die zwei wichtigsten Posten. Das scheint die Aktionäre nicht zu stören: Einstimmig wählten sie Roland Abt als neuen Präsidenten. Er würdigte seinen Vorgänger als «Mister Fusion» und hielt fest, Hemmeler habe grosse Verdienste um die Bahn erworben. Auch Franziska Schneeberger, Leiterin Finanzpolitik und Beteiligungen beim Kanton, fand nur lobende Worte. Sie bedankte sich bei Kaspar Hemmeler insbesondere für die stets kooperative Zusammenarbeit mit dem Kanton als Besteller der Bahnleistungen.

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