Anklage

Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Ex-Gemeinderätin aus Suhr

Geld unterschlagen: das wurde einer einsitgen Untersuchungsrichterin des Bezirks Aarau zum Verhängnis

Geld unterschlagen: das wurde einer einsitgen Untersuchungsrichterin des Bezirks Aarau zum Verhängnis

Die einstige Untersuchungsrichterin des Bezirksamtes Aarau ist des mehrfachen Betrugs angeklagt worden. Die angeklagte B. Z. entwendete zwischen Juni 1999 und Oktober 2006 eine sechsstellige Summe aus der Amtskasse.

Eine ehemalige Mitarbeiterin des Bezirksamtes Aarau ist wegen mehrfachen Betrugs angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft Aargau wirft der heute 42-jährigen Schweizerin vor, zwischen Juni 1999 und Oktober 2006 Gelder aus der Amtskasse des Bezirksamtes entwendet zu haben.

Die ehemalige SVP-Gemeinderätin ist geständig, wie die Staatsanwaltschaft Aargau am Montag mitteilte. Sie anerkenne die ihr vorgeworfenen Taten und habe mit der Rückzahlung des angerichteten Schadens im März 2010 begonnen.

Die Staatsanwaltschaft erhob die Anklage im Rahmen eines abgekürzten Verfahrens. Der dem zuständigen Bezirksgericht Baden von den Parteien vorgelegte Urteilsvorschlag beantragt eine bedingte Freiheitsstrafe von 22 Monaten, bei einer Probezeit von zwei Jahren.

Abgekürztes Verfahren gegen Ex-Gemeinderätin aus Suhr

Abgekürztes Verfahren gegen Ex-Gemeinderätin aus Suhr

Schuldeingeständnis erfolgt

Die Frau soll zudem 149'460 Franken Schadenersatz bezahlen. Das kantonale Departement Volkswirtschaft und Inneres (DVI) hatte gegen die Frau nach ihrem Austritt beim Bezirksamt eine Strafanzeige eingereicht.

Nicht für sich selbst

Die Angeklagte B.Z. (Name der Redaktion bekannt) gab zu, das Geld aus der Amtskasse nicht für persönliche Zwecke, sondern für die Unterstützung ihrer Eltern gebraucht zu haben.

Der Fall wurde 2010 publik, als bekannt wurde, dass die in Suhr wohnhafte Untersuchungsrichterin nach einer Hausdurchsuchung zusammen mit ihrer Mutter in Untersuchungshaft genommen wurde. B.Z. war damals mit einem ranghohen Kantonspolizisten aus dem Kanton verheiratet, der aus allen Wolken fiel, als er von der Verhaftung seiner Frau erfuhr. Bei Bekanntwerden der Verletzung des Amtsgeheimnisses amtierte die Angeklagte als Leiterin der Sozialen Dienste in Gränichen. Die Unterschlagung datierte aus der Zeit, in der sie als Amtskassiererin und Untersuchungsrichterin im Bezirksamt Aarau tätig war. Das Loch in der Kasse wurde November 2009 entdeckt, worauf Anzeige gegen Unbekannt eingereicht wurde. Damals heiss es, die Summe der veruntreuten Gelder beliefe sich auf 300'000 Franken.

Die aus einfachen Verhältnissen stammende B.Z. galt in politischen Kreisen als sehr ambitioniert, perfektionistisch. Nicht wenige rühmten sie für ihre rigide Haltung insbesondere gegen jugendliche Delinquierer.

Abgekürztes Verfahren

Ein abgekürztes Verfahren ist gemäss Strafprozessordnung dann möglich, wenn Beschuldigte die Schuld im Wesentlichen eingestehen und die Zivilforderungen im Grundsatz anerkennen. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, muss nicht mehr über sämtliche Einzelheiten Beweis geführt werden.

In einem solchen Fall wird das Geständnis zu einem Anklageentwurf verarbeitet. Die Anklageschrift wird dann dem Gericht in Form eines Urteilsvorschlags unterbreitet.

Das Bezirksgericht muss daher lediglich prüfen, ob die Durchführung des abgekürzten Verfahrens rechtmässig und angebracht ist, die Anklage mit dem Ergebnis der Hauptverhandlung und den Akten übereinstimmt und die beantragten Sanktionen angemessen sind. (sda/az)

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