Diese Woche wird Regierungsrat Urs Hofmann wissen, wie es um die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau steht.

Der Justizdirektor hat die grösste regionale Staatsanwaltschaft von einem externen Krisenberater durchleuchten lassen.

Dies, nachdem sich mehrere Staatsanwältinnen versetzen oder krankschreiben liessen, weil sie es in Lenzburg nicht mehr aushielten (die az berichtete). Die Erkenntnisse des Personalfachmanns, der die Angestellten befragte, soll Mitte Mai vorliegen.

Aufgeflogen waren die laut Insidern «katastrophalen Zustände» wegen einer personalrechtlichen Klage von Staatsanwältin Christina Zumsteg gegen ihren Arbeitgeber.

Sie konnte nach Zofingen wechseln, Mitte März fand die Vergleichsverhandlung vor der kantonalen Schlichtungskommission für Personalfragen statt. Ob Zumsteg deren Vorschlag zur Beilegung des Streits akzeptieren würde, war von Anfang an fraglich.

Versetzung auf Ende Jahr befristet

Jetzt ist klar: Sie tut es nicht, wie sie durch ihren Anwalt ausrichten lässt. Das bedeutet, der Fall kommt vors Verwaltungsgericht – es sei denn, das Departement Hofmann als Anstellungsbehörde lässt die Empfehlung der Schlichtungskommission fallen.

Knackpunkt ist Zumstegs Versetzung. Diese ist befristet. Die Kommission sieht laut dem Anwalt der Klägerin vor, dass diese nur noch bis Ende Jahr in Zofingen bleiben kann.

Auch Hofmanns Generalsekretär Hans Peter Fricker sagt, die ursprüngliche Abmachung gelte nach wie vor: ein Wechsel «für die Dauer des Verfahrens» – egal, wie dieses ausgehen mag. Diese übereinstimmende Meinung deutet darauf hin, dass das Departement auf die Kommission hören wird.

Doch die Staatsanwältin will nicht nach Lenzburg zurück – und geht deshalb aufs Ganze. Schon Ende Februar sagte sie in der az, sie fühle sich in Zofingen wohl und es gehe ihr besser.

Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm ist ein eigenes Team mit eigener Leitung. «Eine Rückkehr ist unzumutbar», begründet Zumstegs Anwalt den Gang vor Gericht.

Mobbing durch die Chefin

Über den konkreten Gegenstand ihrer Klage schwiegen sich die Parteien bisher aus.

Jetzt bestätigt der Rechtsanwalt, dass Zumsteg ihrer ehemaligen Chefin Barbara Loppacher Mobbing vorwirft, oder präziser: «Bossing», also Mobbing durch den Vorgesetzten (den Boss).

Was genau Zumsteg mit ihrer Klage erreichen will – abgesehen davon, dass sie nicht mehr unter Loppacher arbeiten muss –, bleibt offen.

Licht ins Dunkel bringt vielleicht die grossrätliche Kommission öffentliche Sicherheit. Zwei Mitglieder verlangen eine Aussprache mit Hofmann und Loppacher über den Fall Zumsteg hinaus.

Die Kommission entscheidet über die Vorladung, sobald sie das Ergebnis der externen Analyse kennt. «Ein konkreter Zeitplan liegt noch nicht vor», sagt Kommissionspräsident Andreas Senn.