Lohn-Debatte
St. Galler Ammänner mussten Löhne offenlegen: So sieht der Vergleich mit dem Aargau aus

Gestern Donnerstag haben Ostschweizer Medien publik gemacht, wie hoch die Gemeindepräsidenten im Kanton jährlich für ihre Arbeit entschädigt werden. Ein Vergleich mit dem Kanton Aargau zeigt: Unsere Ammänner und Stadtpräsidenten verdienen viel weniger.

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Jolanda Urech (Aarau), Geri Müller (Baden), Daniel Mosimann (Lenzburg) - v.l.n.r.

Jolanda Urech (Aarau), Geri Müller (Baden), Daniel Mosimann (Lenzburg) - v.l.n.r.

AZ

Bereits Ende 2014 hat der Kanton St. Gallen das Öffentlichkeitsgesetz erlassen, das heute beim Bund und in 18 Kantonen der Schweiz gilt. Gestützt auf dieses Gesetz hat die St. Galler Medienvereinigung, zu der auch das «St. Galler Tagblatt» gehört, die Veröffentlichung der Einkommen aller Gemeindepräsidenten auf Kantonsgebiet gefordert.

72 der 77 St. Galler Gemeinden sind der Aufforderung nachgekommen, fünf haben die Auskunft verweigert – dies vor allem deshalb, weil sie die Einkommen nicht in den Medien publiziert sehen wollen. In einer kommenden Gemeindeversammlung wollen sie die Zahlen allerdings offenlegen.

St. Galler Stapis gehören national zur Spitze

Auf Platz 1 des Einkommen-Rankings landet Thomas Scheitlin, Stadtpräsident von St. Gallen. Mit 262'964 Franken bezieht er in seinem 100-Prozent-Pensum den höchsten Jahreslohn im Kanton. Dicht dahinter folgt der Stadtpräsident von Rapperswil-Jona, Martin Stöckling, mit einem Jahreseinkommen von 252'913 Franken, ebenfalls im Vollzeitamt.

Mit ihren Einkommen gehören die beiden Stadtpräsidenten zu den Spitzenverdienern im nationalen Vergleich. Nur die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch (294'800 Franken) und der Lausanner Stadtpräsident Grégoire Junod (275'976 Franken) verdienen mehr als die beiden.

Interessant: Auch elf weitere St. Galler Gemeindepräsidenten mit Vollpensum verdienen mehr als 200'000 Franken im Jahr – so in Mörschwil, Rorschach, Mels, Eschenbach, Wittenbach, Gossau, Buchs, Flawil, Oberuzwil, Uzwil und Wil.

Aargau hinkt im Vergleich weit hinterher

Vergleicht man die Zahlen aus St. Gallen mit den Einkommen im Aargau fällt auf, dass unsere Gemeindeammänner und Stadtpräsidenten viel weniger verdienen. Auf Basis eines 100-Prozent-Pensums berechnet, verdienen im Kanton Aargau lediglich sieben Stadt- resp. Gemeindeoberhäupter mehr als 200'000 Franken. So in Baden, Wettingen, Aarau, Brugg, Rheinfelden, Möhlin und Zofingen (siehe nachfolgende Grafik).

Auch bei den geringsten Einkommen haben die Aargauer Gemeindepräsidenten im Vergleich mit St. Gallen das Nachsehen, wie eine Aufstellung des Regionaljournals Ostschweiz von SRF zeigt. Liegen die kleinsten Durchschnittslöhne für Vollzeitpensen im Kanton Aargau bei rund 54'000 Franken pro Jahr (siehe nachfolgende Grafik), verdienen St. Galler Gemeindevorsteher im Minimum 132'498. (luk)

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