Doris Aebi ist die einzige Kandidatin für den Regierungsrat, die derzeit in keinem politischen Gremium aktiv ist. Aebi ist auch nicht Ärztin, doch die Grünliberale möchte Aargauer Gesundheitsdirektorin werden und lanciert nun eine Sprechstunde. Die 54-jährige Headhunterin aus Schöftland startet am Montag ein Bürgerinnen- und Bürgertelefon, die Kleber dafür prangen bereits auf einigen ihrer Wahlplakate.

Sie steht unter der Nummer 079 500 00 10 den Wählerinnen und Wählern von Montag bis Freitag jeweils von 9 bis 10 Uhr morgens für ein persönliches Gespräch zur Verfügung, wie die GLP mitteilt. «Mir ist der direkte Draht zur Bevölkerung wichtig», sagt Aebi dazu. Die Bevölkerung solle ergänzend zu den Informationen auf ihrer Website die Gelegenheit haben, «Fragen und Anliegen mit mir persönlich zu besprechen», ergänzt die Kandidatin.

Gesundheitspodium am Donnerstag in Aarau

Sie lanciere diese Telefonaktion, weil es um die Ersatzwahl für den Regierungsrat derzeit sehr ruhig sei, hält Aebi fest. «Der Fokus der Parteien lag bisher bei den National- und Ständeratswahlen und es sieht danach aus, dass sie kaum überparteiliche Veranstaltungen organisieren, in denen man die Regierungsratskandidatinnen und -kandidaten kennen lernen kann», führt Aebi aus. Zumindest eine grosse Wahlveranstaltung gibt es nächste Woche: Das Podium des kantonalen Ärzteverbandes am Donnerstag in der Aeschbachhalle in Aarau.

Dort sind neben Aebi auch die vier anderen Kandidierenden vertreten: Jean-Pierre Gallati (SVP), Jeanine Glarner (FDP), Yvonne Feri (SP) und Severin Lüscher (Grüne). Sie diskutieren unter der Leitung von Mathias Küng, Politikchef Aargau der AZ, aktuelle gesundheitspolitische Themen.

Bereits am Donnerstag aufgezeichnet wurde der grosse Regierungsrats-Talk von Tele M1 (AZ vom 13. September), der später ausgestrahlt wird. Und am Mittwoch trafen sich Aebi, Feri, Glarner und Lüscher zu einem Podiumsgespräch des kantonalen Spitexverbandes.

Mit dem Bus, im Café Med, im Talk und auf Plakaten

Auch diese Kandidatinnen und Kandidaten sind im persönlichen Wahlkampf nicht untätig. SP-Nationalrätin Yvonne Feri, die sich in Anspielung auf ihren Namen als «faire» Bewerberin präsentiert, organisiert persönliche Talks und Tischdiskussionen in der Villa Paul in Baden – den ersten am 19. September.

Grünen-Grossrat Severin Lüscher, dessen Plakate einen blauen Hintergrund haben, bietet medizinischen Rat im Café Med – zum nächsten Mal am 30. September im Restaurant Almodo in Baden. In seinem Blog macht er gesundheitspolitische Positionen klar.

Die freisinnige Grossrätin Jeanine Glarner ist in den kommenden Wochen durch den Aargau unterwegs. Einerseits ist sie bei Auftritten von Ständeratskandidat Thierry Burkart unter dem Titel «Thierry on Tour» dabei, anderseits fährt sie im FDP-Frauenbüssli mit.

Bisher nicht optisch präsent war SVP-Fraktionschef Jean-Pierre Gallati. Ab Montag hängen auch seine Wahlplakate, versehen mit dem schlichten Slogan «Gsondheit!». Zudem führt Gallati auf seiner Website prominent die Empfehlungen von EDU, Handelskammer und Gewerbeverband auf.