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Spitzenplatz: Der Aargau gehört auch 2016 zu den wettbewerbsfähigsten Kantonen der Schweiz

Eine neue Studie der UBS bescheinigt dem Kanton Aargau gute Noten. Noch stärker präsentiert sich der Kanton Basel-Stadt. Sorgen machen müssen sich Solothurn und Basel-Land. Sie büssten im Vergleich zum Vorjahr mehrere Ränge ein.

Samuel Schumacher
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Starke Städte, schwache Täler

Starke Städte, schwache Täler

UBS

Die Schweiz ist eines der reichsten Länder der Welt. Die Wirtschaft wuchs in den vergangenen Jahren im Schnitt um jährlich rund zwei Prozent. Da können nur wenige europäische Länder mithalten.

Nicht alle Kantone haben aber gleich viel Grund zum Feiern. Denn innerhalb der helvetischen Grenzen entwickelt sich die Wirtschaft sehr unterschiedlich. Das zeigt der von der UBS gestern veröffentlichte Bericht „Kantonaler Wettbewerbsindikator 2016“ (KWI).

Anhand von mehr als 50 Indikatoren hat die UBS die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit der verschiedenen Kantone errechnet. Der KWI zeigt, wie die Kantone im Vergleich zueinander dastehen. Die UBS-Spezialisten untersuchten dafür etwa, wie innovativ die Kantone sind, wie diversifiziert ihre Wirtschaft ist, wie gut erreichbar die verschiedenen Wirtschaftsstandorte sind oder wie gut ausgebildet die lokale Bevölkerung ist.

Aargau und Basel Spitze, Solothurn und Basel-Land abgerutscht

Der wettbewerbsfähigse Kanton ist erneut Zug, vor Zürich, Basel-Stadt und dem Aargau. Basel-Land hat gegenüber dem Vorjahr zwei Plätze eingebüsst und landete im KWI 2016 auf Rang 9. Solothurn ist ebenfalls um zwei Ränge abgerutscht und belegt Rang 16. Schlusslicht ist erneut der Kanton Jura.

Dem viertplatzierten Kanton Aargau bescheinigt der KWI eine „überdurchschnittliche Wettbewerbsfähigkeit“. Dass der Kanton mit dem Finanzplatz Zug und den beiden Wirtschafts- und Forschungszentren Zürich und Basel mithalten kann, liegt laut UBS vor allem an seiner guten Verkehrsinfrastruktur, der breit abgestützten Wirtschaftsstruktur und der überdurchschnittlich gut ausgebildeten Bevölkerung.

Zu wenig Innovation im Aargau?

Weniger gut schneidet der Aargau im Bereich „Innovation“ ab. Hier landet er auf Rang 8 und schneidet deutlich schlechter ab als etwa Spitzenreiter Basel-Stadt oder das fünftplatzierte Zürich. Der Kanton Solothurn landet im Innovationsranking gar nur auf Platz 17. Kein gutes Zeichen, wenn man den Analysen der UBS-Spezialisten glaubt. Diese schreiben: Nur wer innovativ ist, wird sein wirtschaftliches Wachstum langfristig halten und das Pro-Kopf-Einkommen nachhaltig steigern können.

Die UBS empfiehlt den Kantonen deshalb, bei der Innovation nicht zu sparen. Jungunternehmen sollen konkret gefördert, regionale Firmennetzwerke gestärkt und naturwissenschaftlichen und technischen Fächern an den Schulen mehr Gewicht gegeben werden.

Regionale Unterschiede im Aargau

Der KWI 2016 kommt zu einem weiteren Schluss: Auch innerhalb der einzelnen Kantone gibt es grosse Unterschiede bezüglich der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit. Als extreme Beispiele nennt die UBS etwa die Kantone Bern, Graubünden oder das Tessin. Die Zentren Bern, Chur und Lugano stehen bezüglich ihrer Wettbewerbsfähigkeit im Schweizer Mittelfeld, während die Bergtäler und ländlichen Regionen weit abgeschlagen auf den hintersten Rängen landen.

Im Aargau steht etwa die Region Aargau Ost mit den beiden Städten Baden und Wettingen besser da als das benachbarte Freiamt. Und die Region im Nordosten rund um Rheinfelden ist wettbewerbsfähiger als etwa das südwestlich gelegene Wynental. Entscheidend für diese Unterschiede ist die jeweilige Distanz der Regionen zu den Wirtschaftszentren Basel und Zürich, schreibt die UBS. Die regionalen Unterschiede sind allerdings vernachlässigbar. „Im Aargau haben flächendeckend alle Regionen ein hohes Wachstumspotenzial“, schreibt die UBS.