Ausgefallenes Sparen
Sparmassnahme: In Zukunft sollen die Sammler die Pilze kontrollieren

Die Regierung will die «Pilzkontrolle» aufheben. Das Sparpotenzial im Aargau hält sich mit 15 000 Franken jährlich allerdings in sehr engen Grenzen. Die Weiterbildung der Kontrolleure und die Kontrolle kann man privatrechtlich organisieren.

Hans Lüthi
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Von jährlich 500 Vergiftungen machten die Pilzvergiftungen nur 2 Prozent aus, meistens seien es leichte und mittlere Vergiftungen, schreibt die Regierung.

Von jährlich 500 Vergiftungen machten die Pilzvergiftungen nur 2 Prozent aus, meistens seien es leichte und mittlere Vergiftungen, schreibt die Regierung.

Felix Gerber

Aus Spargründen kommt die Regierung zum Schluss, auf die staatliche Pilzkontrolle könne verzichtet werden. Heute sind die Gemeinden unter Mithilfe des Kantons für die Organisation zuständig. Diese gesetzliche Pflicht will die Regierung gemäss Antrag an den Grossen Rat streichen.

Das Sparpotenzial hält sich mit 15 000 Franken jährlich allerdings in sehr engen Grenzen. «Die Gefahr einer Vergiftung durch den Genuss selbst gesammelter Pilze ist real existent», schreibt die Regierung. Von jährlich 500 Vergiftungen machten die Pilzvergiftungen nur 2 Prozent aus, meistens seien es leichte und mittlere Vergiftungen. In der Regel handle es sich um Pilzsammler, die auf eine Kontrolle verzichteten.

Wegen des Wetters mit kaltem Frühling und trockenem Spätsommer sind 2013 im Aargau nur 2781 Pilzkontrollen durchgeführt worden, nach 4852 im Vorjahr. 1137 Kontrollen enthielten ungeniessbare Pilze, in 402 Fällen waren giftige Pilze darunter.

«Der Bund hat die Grundlage für diese Kontrolle schon abgeschafft, wenn es der Kanton auch macht, ist das nur die logische Konsequenz», sagt Alda Breitenmoser, Leiterin im Amt für Verbraucherschutz. Die Beerensammler, Fischer oder Jäger kontrolliere der Staat auch nicht, wenn der Konsum lediglich für den Eigengebrauch bestimmt sei.

Die Weiterbildung der Kontrolleure und die Kontrolle könne man privatrechtlich organisieren. Die Pilzsammler müssten dann für ihr Hobby einen Fünfliber oder sonst einen Obolus entrichten. In der Schweiz gibt es den Verein amtlicher Pilzkontrolleure (www.vapko.ch), der den Zugang zur Kontrolle aufzeigt.

(Aus der Reihe der Aargauer Zeitung «Sparpaket konkret: Die Ausgefallensten Sparmassnahmen»)

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