Die Wahlen stehen vor der Tür, die Listen sind geschrieben. Ihr Anblick bereitet SP-Nationalrätin Yvonne Feri keine Freude. Auf gewissen Parteilisten für die Nationalratswahlen stehen fast keine Frauen. Um dem entgegenzuwirken, hat sie einen Vorstoss lanciert, der eine Frauenquote vorsieht.

«Wir haben in unserer Bundesverfassung festgeschrieben, dass Männer und Frauen gleichgestellt sind. Also sollen Frauen auch bei der Gesetzgebung mitarbeiten. Nur so kann das funktionieren. Wenn diese Parteien Ihre Hausaufgaben nicht selber machen, muss man sie zwingen», erklärt Feri ihre Motivation.

40 Prozent Frauen auf jeder Parteiliste bei kommunalen, kantonalen und eidgenössischen Wahlen; das ist Feris Forderung.

Im Moment sitzen im Nationalrat 30 Prozent Frauen, die meisten davon befinden sich im linken Spektrum. Für die bürgerlichen Nationalrätinnen braucht es kein Gesetz für mehr Frauen in der Politik, weil der Frauenanteil sowieso kontuinierlich steigt und qualifizierte Frauen von selber kommen würden.

«In unserm Land sind mehr als die Hälfte der Bevölkerung Frauen und diese gesellschaftliche Wirklichkeit soll auch in den politischen Gremien abgebildet werden», sagt FDP-Fraktionschefin Gabi Huber. «Das ist für mich selbstverständlich, das kann man nicht befehlen.»

SVP-Nationalrätin Natalie Rickli findet klare Worte um ihre Meinung zum Vorstoss von Feri auszudrücken: «Das ist ein absurder Vorstoss aus der linken Küche, mittlerweile fordern sie ja für alles eine Frauenquote und vor allem wollen sie auch noch den Parteien dreinreden, wie sie ihre Listen zusammenstellen sollen.»

Feri vermutet hinter dem kleinen Frauenanteil auf den bürgerlichen Listen eine Absicht; die rechten Parteien würden Frauen konservativ im Hintergrund behalten. Hinter Feris Kampf steckt eine tiefe Überzeugung, ja sogar eine Lebensaufgabe. «In dieser ganzen Geschichte treibt mich an, dass ich finde, wir Frauen haben wirklich von Grund auf die gleichen Rechte wie die Männer, und für das lebe ich.»

Zum Leben gehören auch Niederlagen, eine politische Frauenquote hat im Bundesrat und auch im Parlament keine Chance. (jgl)