In der Nordwestschweiz sollen im kommenden Jahr die Mieten um 0,6 Prozent sinken und Eigentumswohnungen gar um 1,5 Prozent günstiger werden. Dies zeigt das Immo-Monitoring von Wüest & Partner auf. «Es ist grundsätzlich erfreulich, wenn der Preisanstieg im Immobilienbereich gestoppt wird oder die Mieten sogar sinken würden», sagt SP-Grossrat Florian Vock. Allerdings seien die Mieten gerade in den Ballungszentren wie Baden oder auf dem Mutschellen nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau.

«In diesen Gebieten ist es für Normalverdiener fast unmöglich, eine bezahlbare Wohnung zu finden», hält Vock fest. Tatsächlich zeigt das Immo-Monitoring, dass die Mieten in den Regionen Baden, Mutschellen und Fricktal mit 200 bis 225 Franken pro Jahr und Quadratmeter hoch sind. In den übrigen Gebieten – Aarau, Brugg-Zurzach und Freiamt – liegen die Mieten durchschnittlich bei 175 bis 200 Franken pro Jahr und Quadratmeter.

Einsatz für günstige Wohnungen

Vock selber wohnt zentral in Baden, dass er eine solche Wohnung bekommen habe, sei jedoch ein absoluter Glücksfall. «Günstig ist sie aber nicht: Für eine ältere, eher kleine 4-Zimmer-Wohnung, die ich mit zwei Kollegen als WG bewohne, zahlen wir 1930 Franken pro Monat», rechnet Vock vor. Kurzfristig dürfte sich dies auch nicht ändern, die Bautätigkeit in der Region Baden stagniert gemäss dem Immo-Monitoring auf eher bescheidenem Niveau.

Florian Vock kritisiert, bisher habe der Kanton dieses Thema vernachlässigt. «Deshalb ist es uns ein Anliegen, den gemeinnützigen Wohnungsbau im Aargau zu fördern.» Dieser schütze die Mieter vor Preisschwankungen. «Man zahlt nur das, was man bekommt, aber keine marktabhängigen Margen.» Vock hat dazu im Grossen Rat eine Interpellation eingereicht. Darin hält er fest, der Leerwohnungsbestand in Baden sei mit 0,52 Prozent sehr tief.

Zudem würden die hohen Mieten die Bevölkerung belasten: Der Anteil der Mietkosten am Haushaltsbudget nimmt laut Vock stetig zu. Deshalb will der SP-Politiker wissen, ob der Regierungsrat Handlungsbedarf sehe, «um die Verfügbarkeit von bezahlbarem Wohnraum in Ballungszentren zu erhöhen?» Es sei fraglich, ob der heutige Wohnraum, insbesondere in Ballungszentren, für tiefe und mittlere Haushaltseinkommen finanzierbar sei. Vock hält fest, der Aargau weise derzeit 5192 gemeinnützige Wohnungen auf. Er fragt, ob die Regierung dies für ausreichend halte, und ob der Kanton in den letzten zehn Jahren Massnahmen ergriffen habe, um den gemeinnützigen Wohnbau zu fördern.

SP-Tagung zum Wohnungsbau

Schliesslich will der SP-Grossrat wissen, wie der Regierungsrat dazu steht, bezahlbaren Wohnraum in Zukunft zu fördern. Damit könnten die Interessen «von Familien, allein erziehenden Personen, Menschen mit Behinderungen, bedürftigen älteren Menschen und Personen in Ausbildung» deutlich besser berücksichtigt werden. Nicht nur Florian Vock, sondern die ganze SP Aargau nimmt sich der hohen Mieten im Kanton an.

Am Samstag treffen sich die Sozialdemokraten im Grossratsgebäude zu einer Tagung mit dem Titel «Chancen und Möglichkeiten für den gemeinnützigen Wohnbau auf kommunaler Ebene.» Anschliessend will die Partei eine Arbeitsgruppe gründen, die sich mit gemeinnützigem Wohnbau in den Gemeinden befasst. (fh)