Anfang dieses Jahrtausends sank die im schweizerischen Vergleich tiefe Sozialhilfequote im Aargau sogar noch leicht auf 1,9 Prozent. 2012 kehrte der Trend, letztes Jahr setzte sich dieser deutlich fort, wie die neuste kantonale Statistik zeigt. Die Sozialhilfequote stieg 2015 auf 2,2 Prozent. Sie ist weiterhin vergleichsweise tief. 2014 betrug sie gesamtschweizerisch nämlich 3,2 Prozent.

Damit bezogen im Aargau letztes Jahr 14 132 Personen – verteilt auf 8712 Dossiers – Sozialhilfe. Gegenüber 2014 entspricht dies einer hohen Zunahme von 5,5 Prozent bei den unterstützten Personen.

Fast 15 Prozent stammt aus Afrika

2015 waren 51,1 Prozent der mit Sozialhilfe unterstützten Personen Ausländerinnen und Ausländer. 18,4 Prozent davon stammen aus den Nachbarländern und 11,2 Prozent aus den weiteren EU- und Efta-Ländern. Personen aus dem übrigen Europa inklusive der Türkei bilden mit 39,2 Prozent die grösste Gruppe. Seit 2006 (59,2 Prozent) hat der Anteil dieser Gruppe laut Mitteilung des Departements Finanzen und Ressourcen kontinuierlich abgenommen.

14,8 Prozent der unterstützten Ausländerinnen und Ausländer stammen aus Afrika (2006 waren es noch 4,4 Prozent) und 12,8 Prozent aus Asien. Asylsuchende sowie Flüchtlinge bis fünf (Status B) respektive sieben Jahre (Status F) in der Schweiz werden in anderen Statistiken ausgewiesen.

Nach Altersgruppen aufgeteilt, zeigt sich erfreulicherweise eine sinkende Sozialhilfeabhängigkeit von Pensionierten. Alarmierend hingegen ist der Anstieg bei den 46- bis 64-Jährigen seit 2006 um 70 Prozent.

Scheidung erhöht Risiko

Für Geschiedene ist das Risiko, auf Sozialhilfe angewiesen zu sein, höher als für Verheiratete und Ledige. Die Sozialhilfequote der geschiedenen Männer beträgt 3,5 Prozent, jene der geschiedenen Frauen 4,2 Prozent.

Die Sozialhilfequoten der ledigen und verheirateten Personen liegen deutlich tiefer. Hingegen ist fast jeder fünfte Eineltern-Haushalt auf Sozialhilfe angewiesen. Dass Haushalte mit Minderjährigen häufiger auf Sozialhilfe angewiesen sind, zeigt sich auch im hohen Anteil der Minderjährigen an allen Sozialhilfebeziehenden: Eine von drei unterstützten Personen ist zwischen 0 und 17 Jahre alt.