Pro Juventute Aargau
Sowohl positive als auch negative Töne an der Feier

Bei der Pro Juventute Aargau herrscht nicht nur eitel Sonnenschein zum 100-jährigen Jubiläum. Denn die Organisation hat finanzielle Probleme. Ein erster Sparschritt wurde gemacht, indem man die Geschäftsstelle von Aarau nach Lenzburg verfrachtete.

Adrian Hunziker
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Nächsten Samstag feiert die Stiftung Pro Juventute Schweiz ihr 100-jähriges Bestehen. Auch die Aargauer Kantonalabteilung liess es sich nicht nehmen und veranstaltete eine kleine Feier. Dabei machte sie bekannt, dass die Geschäftsstelle ab sofort in Lenzburg situiert ist und sie eröffnete einen neuen Teil im einzigen Pro Juventute-Museum der Schweiz (siehe Box). Gleichzeitig machte die Kantonalabteilung aber ebenfalls darauf aufmerksam, dass strukturelle Defizite vorhanden sind, und ein Sanierungsprozess stattfinden wird.

Umzug der Geschäftsstelle von Aarau nach Lenzburg

Da sich die Pro Juventute Aargau finanziell umorientieren muss, wurden auch Sparmassnahmen getroffen. Da zwei Standorte finanziell nicht tragbar seien, werde das Büro Aarau aufgehoben. Der Umzug nach Lenzburg ins Haus familie+ ist bereits im Gange. Laut dem neu gewählten Vorstand passt die Pro Juventute Aargau perfekt in dieses Gebäude, da sich dort etwa 20 Organisationen mit ähnlichen Zielen bereits eingefunden haben. Mit dem Umzug wurden auch die telefonischen Öffnungszeiten angepasst. Die Organisation ist nun an Werktagen immer am Morgen unter der Telefonnummer 062 822 55 25 erreichbar. (AHU)

Bei den Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum liess es sich Pascale Bruderer, SP-Ständerätin und Botschafterin der Pro Juventute Schweiz und Aargau, nicht nehmen und dankte der Organisation für ihren Einsatz: «Es es für mich als Botschafterin eine wunderbare Aufgabe. Die Pro Juventute ist ein toller Verein, der sich um die Anliegen von Familien und Kindern kümmert.» Der Aargau aber auch die gesamte Schweiz sei auf solche Organisationen angewiesen.

Bruderer hob drei Angebote der Stiftung hervor: Die Elternbriefe an frischgebackene Eltern, der Versuch, den Jungen Kompetenzen im Bezug auf Finanzen zu vermitteln und der Elternclub. Ihre Tochter sei jetzt ein Jahr alt, und sie erhalte auch Elternbriefe. «Ich bin von den Tipps an die Familien begeistert. Dabei werden alltägliche Probleme angesprochen», sagte Bruderer vor rund 30 Gästen im Haus familie+ in Lenzburg. Bruderer honorierte zudem alle ehrenamtlichen Helfer: «Auch die Pro Juventute braucht Freiwilligenarbeit. Deshalb haben alle Helfer ein grosses Dankeschön verdient.» Doch auch die Pro Juventute Aargau hat mit personellen Lücken zu kämpfen. Es werde immer schwieriger, Ehrenamtliche zu finden, teilt die Organisation mit.

Wiedereröffnung des Pro Juventute- und Pestalozzi-Museums

Das sogenannte «Hosensackmuseum mit viel Charme» der Pro Juventute Aargau ist das einzige Museum der Organisation in der Schweiz. Zudem ist es das kleinste Museum im Kanton Aargau. Im Rahmen der 100-Jahr-Feierlichkeiten wurde ein zusätzliches Modul in der Ausstellung integriert. Mit einer stillen Wiedereröffnung ergänzt Pro Juventute Aargau das Museum mit dem Ausstellungsteil zum Wirken von Johann Heinrich Pestalozzi und seinem Leben im Aargau. In Zukunft will man, sofern es die Mittel ermöglichen, die Ausstellung noch weiter ausbauen. Der Eintritt ins Museum ist frei, doch eine Topfkollekte ist vorhanden. (AHU)

Zum Umbruch gehörte auch eine komplette Neuorganisation. «Der gesamte Vorstand wurde im Juni neu gewählt. Die neue Leitung will versuchen, die Organisation bis 2014 zu sanieren», sagt Bräm. Dabei sei man weiterhin auf Sponsoren angewiesen. Doch trotz finanzieller Schwierigkeiten bleibt beispielsweise der Eintritt ins Pro Juventute-Museum gratis.