Nächsten Samstag feiert die Stiftung Pro Juventute Schweiz ihr 100-jähriges Bestehen. Auch die Aargauer Kantonalabteilung liess es sich nicht nehmen und veranstaltete eine kleine Feier. Dabei machte sie bekannt, dass die Geschäftsstelle ab sofort in Lenzburg situiert ist und sie eröffnete einen neuen Teil im einzigen Pro Juventute-Museum der Schweiz (siehe Box). Gleichzeitig machte die Kantonalabteilung aber ebenfalls darauf aufmerksam, dass strukturelle Defizite vorhanden sind, und ein Sanierungsprozess stattfinden wird.

Bei den Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum liess es sich Pascale Bruderer, SP-Ständerätin und Botschafterin der Pro Juventute Schweiz und Aargau, nicht nehmen und dankte der Organisation für ihren Einsatz: «Es es für mich als Botschafterin eine wunderbare Aufgabe. Die Pro Juventute ist ein toller Verein, der sich um die Anliegen von Familien und Kindern kümmert.» Der Aargau aber auch die gesamte Schweiz sei auf solche Organisationen angewiesen.

Bruderer profitiert von Angeboten

Bruderer hob drei Angebote der Stiftung hervor: Die Elternbriefe an frischgebackene Eltern, der Versuch, den Jungen Kompetenzen im Bezug auf Finanzen zu vermitteln und der Elternclub. Ihre Tochter sei jetzt ein Jahr alt, und sie erhalte auch Elternbriefe. «Ich bin von den Tipps an die Familien begeistert. Dabei werden alltägliche Probleme angesprochen», sagte Bruderer vor rund 30 Gästen im Haus familie+ in Lenzburg. Bruderer honorierte zudem alle ehrenamtlichen Helfer: «Auch die Pro Juventute braucht Freiwilligenarbeit. Deshalb haben alle Helfer ein grosses Dankeschön verdient.» Doch auch die Pro Juventute Aargau hat mit personellen Lücken zu kämpfen. Es werde immer schwieriger, Ehrenamtliche zu finden, teilt die Organisation mit.

Auch Pro Juventute muss sparen

Während der Festigkeiten machte die Kantonalabteilung darauf aufmerksam, dass derzeit finanziell keine rosigen Zeiten herrschen. Um die Organisation zu sanieren, gibt es erste Sofortmassnahmen. «Wir sparen, indem wir die Geschäftsstelle von Aarau nach Lenzburg ins Haus familie+ verschieben und das Büro Aarau schliessen», erklärt Thomi Bräm, Marketingverantwortlicher der Pro Juventute Aargau. Der Aargauer Kantonsverein gehe zwar nicht in Konkurs wie das der Abteilung im Kanton Zürich widerfahren ist, aber die Finanzen müssten nun kontrolliert werden, so Bräm.

Vorstand wurde neu gewählt

Zum Umbruch gehörte auch eine komplette Neuorganisation. «Der gesamte Vorstand wurde im Juni neu gewählt. Die neue Leitung will versuchen, die Organisation bis 2014 zu sanieren», sagt Bräm. Dabei sei man weiterhin auf Sponsoren angewiesen. Doch trotz finanzieller Schwierigkeiten bleibt beispielsweise der Eintritt ins Pro Juventute-Museum gratis.