Fussgängerstreifen
Solarleuchten im Streifen sollen Fussgänger schützen

Das Unternehmen Solarvision SV2 will mit kostengünstigen Leuchtdioden die Sicherheit der Passanten auf dem Fussgängerstreifen verbessern. Die Idee hatte der Swiss-Pilot Christoph Bührer, Gründer der Firma.

Toni Widmer
Merken
Drucken
Teilen
Im Boden versenkte LED-Leuchten sollen mithelfen, die Sicherheit an Fussgängerstreifen zu verbessern. Toni Widmer

Im Boden versenkte LED-Leuchten sollen mithelfen, die Sicherheit an Fussgängerstreifen zu verbessern. Toni Widmer

Die Idee kam ihm beim Landeanflug in dunkler Nacht: «Wenn Fussgängerstreifen ähnlich markiert wären wie Landepisten, könnten sie sicherer werden», sagte sich Swiss-Pilot Christoph Bührer, gründete die Solarvision SV2 und begann zu tüfteln.

Geeignete Lichtquellen fand er relativ rasch: «Es musste Licht sein, das sich kabellos installieren lässt, langlebig ist und Strassenbenützer nicht blendet. Mit solarbetriebenen LED-Leuchten ist das gegeben. Sie haben, je nach Akku und Lichtstärke, eine Leuchtdauer von 400 bis 800 Stunden, kommen also während 80 bis 100 Tagen ohne Ladung aus.»

Gehäuse schneepflugtauglich

Etwas aufwendiger war die Konstruktion eines passenden Gehäuses. Es muss nicht nur absolut wetterfest sein, sondern auch grossen Belastungen wie Schwerverkehr oder Schneepflüge können.

Unfälle: Ursachen sind vielschichtig

Unfälle an Fussgängerstreifen sind ein emotionales Thema und sorgen immer wieder für geharnischte Leserbriefe und politische Aktionen. Tatsache ist, dass sie rückläufig sind. So kamen 2011 schweizweit 28 Personen bei Unfällen an Fussgängerstreifen ums Leben, 2012 waren es 20. Im Aargau sorgten in der Vergangenheit eigentliche Unfallserien für grosses Aufsehen. Im Dezember 2011 beispielsweise wurden innerhalb von sieben Tagen bei neun Unfällen an Fussgängerstreifen zehn Personen verletzt. Verantwortlich war auch das Wetter mit viel Nebel und Regen. Auch sonst sind die Ursachen der Unfälle vielschichtig. Fussgänger oder Autofahrer passen zu wenig auf oder aber die Fussgängerstreifen sind aus irgendwelchen Gründen besonders gefährlich. (to)

Mit einer aus dem Stück gefrästen Aluminiumschale als Sockel und einem aufgesetzten Niederhaltering aus rostfreiem Stahl hat er eine Lösung gefunden, die sich bisher auch im harten Testeinsatz hervorragend bewährt hat.

Das Anwendungsgebiet der Solarleuchten ist sehr vielfältig: «Man kann damit nicht nur Fussgängerstreifen markieren, sondern beispielsweise auch gefährliche Kanten an Gehwegen oder Kreisel, die nach der sparbedingten Abschaltung der Strassenbeleuchtung ab Mitternacht im Dunkeln liegen.»

Dauerlicht oder Blinken

Die Leuchtdioden sind prozessorgesteuert und flexibel einsetzbar. Sie können nur leuchten, je nach Bedarf aber auch blinken und sie lassen sich in wenigen Minuten auswechseln.

Die Montage ist laut Christian Küng von der mit Marketing und Vertrieb betrauten Klemmfix Schweiz AG einfach. «Die Firma Divico hat für uns ein Verfahren entwickelt, mit dem sich die Löcher für die Gehäuse leicht und schnell in den Strassenbelag fräsen lassen.»

Auch deshalb kostet gesamte Installation für einen Fussgängerstreifen nur rund 5000 bis 6000 Franken. Man geht davon aus, dass die LED rund sechs Jahre lang funktionieren, bevor sie ersetzt werden müssen.

Teststreifen in Gränichen

Vor der Firma Jowa in Gränichen ist ein erster Fussgängerstreifen als Referenz- und Testobjekt eingerichtet und vorgestellt worden. Anwesende Vertreter von Behörden, Strassenunterhalt, Kantons- und Regionalpolizei zeigten sich sehr interessiert.

Die vielschichtige Problematik der Unfälle an Zebrastreifen lasse sich mit dieser Innovation allein zwar kaum lösen, wurde allgemein festgestellt. An vielen exponierten Stellen könnte diese einfache und kostengünstige Beleuchtung aber zweifellos für mehr Sicherheit sorgen.