Die letzten Wahllokale schliessen erst morgen Sonntag um elf Uhr. Doch bereits ab heute Samstag dürfen die Stimmzähler laut Gesetz die Wahlcouverts öffnen. So sind heute in der Gemeinde Rothrist im Bezirk Zofingen 30 Stimmenzähler für 5300 Stimmberechtigte im Einsatz. Nebst den offiziell gewählten Stimmenzählern und dem Gemeindepersonal zählt auch der Gemeinderat Stimmen.

Grundsätzlich kann eine Gemeinde aber auch andere Leute rekrutieren. Diese brauchen weder volljährig noch Schweizer Bürger zu sein. «Das Wichtigste ist ihre Vertrauenswürdigkeit», erklärt Stefan Jung, Gemeindeschreiber von Rothrist und Präsident des Gemeindeschreiberverbandes Aargau.

So zählen die Gemeinden

Auszählung des Grossen Rates: Bevor die Stimmenzähler mit ihrer Arbeit beginnen, werden die Wahllisten nach veränderten und unveränderten Listen sortiert. Die veränderten Wahlzettel werden nach Parteilisten zu Bündeln à 50 Stück sortiert, nummeriert und an Stimmenzähler-Zweierteams verteilt. Die Stimmenzähler setzen sich vor einen Computer.

Im Programm, das der Kanton allen Gemeinden zur Verfügung stellt, wählt man zuerst die Parteiliste übereinstimmend mit dem erhaltenen Parteibündel aus. Danach liest der erste Stimmenzähler bei allen 50 Listen einzeln die Nummer des Kandidaten ab. Der zweite tippt sie in die Software ein. Nach dem Eintippen der Zahl erscheint jeweils der Name. Der erste Stimmenzähler kontrolliert nun, dass der Name auf dem Bildschirm mit dem Namen auf dem Wahlzettel übereinstimmt.

Ist ein Wahlzettel-Bündel abgeschlossen, wird es als Wahljournal gespeichert, ausgedruckt und zusammen mit dem Bündel an ein Kontrollteam weitergeleitet. Dieses überprüft die Journale stichprobenmässig.

Am Schluss wird noch die Anzahl der unveränderten Wahlzettel den einzelnen Parteien angerechnet und im System vermerkt.

Auszählung des Regierungsrats: Im Vergleich zu den Grossratswahlen gestaltet sich das Auszählen beim Regierungsrat relativ einfach. Es existiert nur eine Maske im Programm. Der eine Zähler wählt per Mausklick die vorgegebenen Namen aus, die ihm sein Kollege anhand der Wahlzettel aufzählt. Wieder wird pro 50 Wahlzettel ein Wahljournal erstellt. Bündel und Journal tragen dieselbe Codierung und kommen zur Stichprobenkontrolle.

Bereits Anfang Nachmittag sind alle Bündel für die Wahl des Regierungsrats ausgezählt. Sie werden bei der «Masterstation» im Wahlbüro der Gemeinde zusammengezogen und ausgewertet. Am Ende erhält man eine Excel-Tabelle mit den definitiven Resultaten der jeweiligen Gemeinde. Diese wird an den Kanton weitergeleitet.

Die Ergebnisse für den Grossen Rat werden nach demselben Prinzip dem Kanton übermittelt. Dies geschieht aber zeitlich nach den Regierungsratsergebnissen, weil die Auszählung länger dauert.

Im Wahlbüro des Kantons

Hier nehmen sechs Teams die per E-Mail eingehenden Gemeinderesultate entgegen. Nach einer Erstprüfung führen sie die Resultate zu den elf Bezirksresultaten zusammen. Die Bezirksergebnisse werden in je einem Team für den Grossen Rat und einem Team für den Regierungsrat zweitgeprüft. Ist das Resultat eines Bezirks ausgewertet, wird es veröffentlicht. Sobald alle elf Bezirksergebnisse in der Zentrale des Wahlbüros vorliegen, werden diese zum Kantonsergebnis zusammengeführt und publiziert.