Parteipräsident Thomas Burgherr lobt Sie als den bestmöglichen Kandidaten. Was denken Sie, macht Sie dazu?

Hansjörg Knecht: Die Einschätzung ehrt mich natürlich. Nun, ob ich der am besten geeignete Kandidat bin, werden die Parteigremien zu entscheiden haben. Ich denke, ich kann auf eine allgemein anerkannte Arbeit im Aargauer Grossen Rat zurückblicken, wo ich doch einige Geschäfte massgeblich begleiten und mitprägen konnte. Und ich denke, ich werde auch im Nationalrat in Bern als jemand wahrgenommen, der die unternehmerische Sicht in die Politik einbringt. Das ist mir persönlich und der Partei wichtig; diese unternehmerische Sicht droht in der Politik etwas abhanden zu kommen. Nur ein Staat mit einer starken Wirtschaft kann auch ein sozialer und verantwortungsvoller Staat sein.

2011 hat die SVP ihren Ständeratssitz verloren. Warum glauben Sie, die Chancen stehen nun besser als bei den letzten Wahlen mit Ulrich Giezendanner als Kandidat?

Ich bin sicher nicht der gleiche Politiker-Typ wie Ulrich Giezendanner. Ich bin in einer anderen Tradition aufgewachsen und politisiert worden, als die SVP im Aargau noch einen Wähleranteil von zehn oder elf Prozent hatte. Von daher bin ich wohl eher der etwas gemässigtere Typ. Aber ich bin ebenso von der bürgerlichen Haltung geprägt und ihr verpflichtet. Diese bürgerliche Haltung braucht eine starke Aargauer Stimme in Bern. Warum die Chancen besser stehen? Nun, die Ausgangslage ist eine ganz andere als 2011. Wir haben eine Vakanz, nur SP-Ständerätin Pascale Bruderer tritt mit dem Bisherigen-Bonus an, wir haben ein offenes Rennen.

Bei den Nationalratswahlen peilt man eine Listenverbindung mit der FDP an, bei den Ständeratswahlen will man ihr den Sitz streitig machen. Passt das zusammen?

Zugegebenermassen steht der frei werdende Sitz der FDP stärker im Fokus, da SP-Ständerätin Pascale Bruderer mit dem Bisherigen-Bonus antritt. Ich sehe hier aber kein grosses Problem. Es ist das legitime Recht jeder Partei, zu den Ständeratswahlen anzutreten. Es sollte uns nicht daran hindern, auf der sachpolitischen Ebene, dort wo SVP und FDP gemeinsame Interessen haben, wieder vermehrt die Zusammenarbeit zu suchen. Auf der kantonalen Ebene habe ich es bedauert, dass wir uns hier in den letzten Jahren etwas entzweit haben. Es ist zu früh, um zu beurteilen, wie die FDP auf meine Kandidatur reagieren wird.

Musste man Sie eigentlich für die Kandidatur überzeugen oder haben Sie von sich aus Ihr Interesse angemeldet?

Die Partei ist an mich herangetreten. Da musste ich mir Gedanken darüber machen, ob und wie ich dieses Amt, das einen noch mehr in Beschlag nimmt als ein Nationalratsmandat, mit meinen Aufgaben als Unternehmer unter einen Hut bringen könnte. Je länger ich es mir überlegt habe, desto mehr hat es mich gereizt. Die noch stärker als im Nationalrat sachorientierte Politik würde mir liegen. Ich bin mich als Unternehmer gewohnt, direkt wirkende Entscheide zu fällen, und im Ständerat kann man als Einzelner mehr direkt bewirken als im Nationalrat.