Kriminalprävention

So will die Polizei Rentner vor dreisten Dieben schützen

Rolf Mohn präsentiert seinen Vortrag vor 30 Personen im Seniorenzentrum Aarau auf Walthersburg. ahu

Rolf Mohn präsentiert seinen Vortrag vor 30 Personen im Seniorenzentrum Aarau auf Walthersburg. ahu

Seniorinnen und Senioren sind häufig Opfer von Dieben. Um die Zahl von Diebstählen zu vermindern, geht Rolf Mohn von der Aargauer Kriminalpolizei auf Präventionstour in Seniorenzentren

«Betagte Menschen sind das beste Publikum. Denn Prävention braucht Zeit. Und diese haben die Seniorinnen und Senioren», sagt Rolf Mohn, Leiter der polizeilichen Beratungsstelle bei der Kripo, mit einem Lächeln.

Er präsentiert seine Präventionskampagnen seit sieben Jahren, weiss also, wovon er spricht. Dieses Mal steht er vor 30 Zuhörenden in der Cafeteria des Seniorenzentrums Aarau auf Walthersburg.

Er warnt in seinem etwa 70 Minuten dauernden Vortrag vor den verschiedensten Arten von Diebstählen.

Mohn muss in den Seniorenzentren natürlich ein anderes Tempo anschlagen als bei seinen sonstigen Vorträgen. «Zu Straftaten wie Diebstählen jeglicher Art kommt es, weil die Menschen Fehler machen. Daher muss ich aufpassen, dass sich niemand beleidigt fühlt», so Mohn.

Für ihn ist es der Idealfall, wenn sich jemand aus dem Publikum zu Wort meldet und bestätigt, dass ihr oder ihm das auch schon passiert ist.

«Realitätsnah erzählen»

Und siehe da, bei Mohns Rede vor den Bewohnerinnen und Bewohnern des Seniorenzentrums auf Walthersburg melden sich zwischendurch einige der 30 Anwesenden.

Die Rede verläuft keineswegs ohne Kommentare oder Meinungsmeldungen. «Man muss das Publikum kitzeln, man sollte realitätsnah erzählen. Der Bezug zu bekannten Situationen muss vorhanden sein», erklärt der Präventionschef der Kripo.

Hilfreich bei seinen Schilderungen aus dem Alltagsleben sind Fotos und Videos von Dieben. «Sie müssen sich bewusst sein, dass Sie immer beobachtet werden», warnt Mohn.

Er schlägt daher vor, selber Beobachtungen zu machen, um Übergriffe zu verhindern. Das kommt beim Publikum gut an.

Scheinbar haben beinahe alle Anwesenden schon mal mit Trick-, Einbruch-, Entreissdiebstahl und Enkeltrickbetrügern in irgendeiner Form zu tun gehabt und nehmen die Tipps des Präventionsspezialisten gerne auf.

«Straftäter nutzen das gnadenlos aus»

Mohn erwähnt zudem, dass man mit dem Alter immer mehr Beschwerden hat: «Das wissen Straftäter und nutzen das gnadenlos aus.»

Immer wieder kommt Mohn auch auf das viele Geld und den Schmuck in den eigenen vier Wänden zu sprechen.

Er erklärt, dass vornehmlich die Jungen zu Straftätern werden, weil so viel Geld umhergetragen oder zu Hause gehortet wird. «Sie müssen Ihr Verhalten, das Sie seit Jahren immer gleich handhaben, ändern. Denn heute ist nicht mehr vieles wie früher», sagt Mohn.

Er spricht dabei auch das Verwenden von Bankkarten an. So müsse man keine grossen Geldbeträge mit sich rumtragen. Er wiederholt sich häufig, so bleibt das Gesagte beim Publikum hängen.

Ausserdem liegen nach dem Vortrag Broschüren auf. Darin finden die Seniorinnen und Senioren noch mehr Infos zur Diebstahlprävention.

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