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So will der Aargau Firmen familienfreundlicher machen

Der Kanton Aargau will Unternehmen für Vereinbarkeit von Familie und Beruf sensibilisieren. In den kommenden drei Jahren gibt es in verschiedenen Bezirken Treffen zum Thema. Das Projekt startet am Diesntag mit dem öffentlichen Kick-off-Anlass.

Adrian Hunziker
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Die kantonalen Angestellten erhalten weiterhin keinen Beitrag an die Kinderbetreuung. keystone

Die kantonalen Angestellten erhalten weiterhin keinen Beitrag an die Kinderbetreuung. keystone

Das Kind ist krank, doch im Büro wartet viel Arbeit. Oder: Der Chef ordnet Überstunden an, doch die Krippe schliesst in einer Stunde. Viele Eltern haben Mühe, Arbeit und Kinder unter einen Hut zu bringen. Das hat auch der Kanton Aargau erkannt. Er versucht deshalb, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern.

2009 hat auch der Grosse Rat das Thema debattiert. Und der Regierungsrat stimmte in seinem Bericht «Familienperspektive Aargau» von 2011 den Handlungsstrategien des Departements Gesundheit und Soziales zu und beauftragte das Departement mit der Umsetzung.

Die Fachstelle Familie und Gleichstellung des Departements gab den Auftrag der Organisation von regionalen Round Tables zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf als Wettbewerbs- und Standortvorteil an Pro Familia Schweiz weiter. Dieses Kompetenzzentrum für Familienpolitik organisiert nun in den verschiedenen Bezirken des Kantons Aargau in den nächsten drei Jahren Treffen, um die Firmen für das Thema zu sensibilisieren. «Wichtig ist der Austausch unter den verschiedenen Unternehmen», erklärt Lucrezia Meier-Schatz, Geschäftsführerin von Pro Familia.

Das Projekt startet mit dem öffentlichen Kick-off-Anlass von morgen Dienstag. Dort wird auch Daniel Fahrni, Personalchef der Neuen Aargauer Bank (NAB), zu Wort kommen. «Ich werde Praxis-Beispiele aufzeigen, von denen man lernen kann, wie wichtig familienfreundliche Unternehmensführung ist. Dabei sind Beispiele für Jobsharing oder auch Mitarbeiter, die mit Teilzeitarbeit ihre Führungsaufgaben wahrnehmen», sagt Fahrni. Er wird sowohl Chancen wie auch Stolpersteine präsentieren, die sich für Firmen mit familienfreundlicher Politik ergeben.

Regionen haben eigene Ansprüche

Nach dem öffentlichen Event führt Pro Familia Schweiz bis Ende Jahr noch zwei weitere Round Tables durch. Dort ist aber nur eine geschlossene Gesellschaft mit maximal 20 Personen zugegen. «Für uns ist es zentral, dass wir auf die Befindlichkeit der Unternehmen eingehen können. Die Geschlossenheit des Anlasses hilft, sich zu öffnen», sagt Meier-Schatz.

Es sei zudem wichtig, dass man die Anlässe in verschiedenen Bezirken durchführe. «Denn es gibt so grosse Unterschiede in den Regionen. Alle Unternehmen in den verschiedensten Regionen haben ihre eigenen Ansprüche.» Wie und ob die Resultate dieser geschlossenen Runden kommuniziert werden, darüber kann Meier-Schatz noch keine Angaben machen. Das müsse zuerst noch ausdiskutiert werden.