Dreimonatsbilanz
So will Baudirektor Stephan Attiger Wachstum und Verkehr bewältigen

Die Regierungserklärung des neuen Baudirektors nach drei Monaten macht sofort klar: Stephan Attiger sitzt schon fest im Sattel und kennt die Dossiers in den neun Abteilungen. Das starke Wachstum von Siedlungen, Bevölkerung und Verkehr will er lenken.

Hans Lüthi
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Als Veranstaltungsort wurde bewusst die Kanonsmitte im Niederlenzer Lenzhardwald
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Regierungsrat Attiger und der Medientross marschieren gemeinsam zur Kantonsmitte
Stephan Attiger macht nach drei Monaten als Regierungsrat eine erste kleine Bilanz
Nach der Bilanz stellte sich der Departementsvorsteher den Medien zur Verfügung
Generalsekretär BVU Maurus Büsser begrüsst die Anwesenden
Auf Einladung des Departements Bau Verkehr und Umwelt durfte man sich nach der Bilanz am Grill verköstigen

Als Veranstaltungsort wurde bewusst die Kanonsmitte im Niederlenzer Lenzhardwald

Emanuel Freudiger

Den Mittelpunkt des Kantons, den schönen Lenzhardwald, nahm der Försterssohn und neue Chef des Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) gezielt zum Anlass, vor den Medien nach genau drei Monaten eine erste Bilanz zu ziehen.

Das Symbol des Gleichgewichts ist ihm wichtig. Dieses Gleichgewicht wolle er als Regierungsrat halten, zwischen den Regionen, zwischen den politischen Meinungen, zwischen den unterschiedlichen Bestrebungen in seinem Departement.

Die grösste Herausforderung stelle das riesige Wachstum dar, mit plus 6000 oder mehr neuen Einwohnern im Jahr. Von heute 620 000 Einwohnern wachse der Kanton bis 2025 um weitere 100 000 und bis 2040 um 190 000 Aargauerinnen und Aargauer.

«Darauf müssen wir vorbereitet sein, unabhängig davon, ob es kommt oder nicht», sagt Attiger und zeigt seinen Weg auf: Mit der Raumplanung sollen die Siedlungen für 30 Jahre definiert und die Bauzonen der Gemeinden für 15 Jahre fixiert werden.

Ein grosses Paket, das Replas und Gemeinden im nächsten Jahr schnüren müssen, damit es der Grosse Rat im Herbst behandeln kann.

Attraktive Siedlungen, flüssiger Verkehr und nahe Erholungsräume sind für Attiger eng verflochten und müssen darum in einer Gesamtstrategie behandelt werden.

Dazu gehören der Ausbau von Strassen und des öffentlichen Verkehrs, für den jüngst grosse Investitionsschübe beschlossen worden sind.

Denn «bei Staus auf den Autobahnen weichen die Autofahrer auf die Kantonsstrassen aus, bei Staus auf den Kantonsstrassen auf die Gemeindestrassen», betont Attiger. Schöne Siedlungen und die Erholung in der Nähe müssten stimmen.

Im Departement «bin ich überrascht von der guten Organisation und der Motivation der Mitarbeitenden», lobt der Chef seine Leute.

Auf den leicht provozierenden Einwand, da habe es Attiger gemütlicher als in der Rolle des Badener Stadtammann, meint er, unter dem Strich sei die Belastung in etwa gleich. Bis jetzt gebe es weniger Einsätze am Abend, aber mehr Aktenstudium am Wochenende.

«Ich habe nur das Amt gewechselt, war und bin aber Berufspolitiker», erklärt Attiger, dem sein Wunschdepartement sichtlich Freude bereitet.

Überrascht ist der neue Baudirektor auch über das enorm breite Spektrum in seinem Amt. Allein die Aufzählung seiner neun Abteilungen sagt fast alles: Raumentwicklung, Baubewilligungen, Rechtsabteilung, Energie, Umwelt, Landschaft und Gewässer, Verkehr, Tiefbau, Wald.

Bei dieser Vielfalt sind Widersprüche programmiert, für die Attiger gemeinsam tragbare Lösungen suchen will und finden muss.