Tierschutz
So viele Tierliquäler im Aargau wie noch nie

Die Fälle von nicht artgerechter Tierhaltung im Aargau häufen sich. Im letzten Jahr mussten über hundert Tiere vor der Verwahrlosung gerettet werden. In extremen Fällen wurde sogar ein Tierhalte-Verbot ausgesprochen.

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Wohnungen, in denen bis zu fünfzig Katzen auf engstem Raum hausen, sind im Aargau keine Seltenheit. Und die Fälle häufen sich, wie Tele M1 mitteilt.

Die sogenannten «Tier-Messis» stellen das grausige Äquivalent zum ‹normalen Messi› dar. Sie hausen zumeist in verwahrlosten Wohnungen und sammeln nicht nur Unrat, sondern auch Tiere. Diese vermehren sich teilweise so unkontrolliert, dass – inmitten von Abfall und Fäkalien – ganze Scharen von Tieren leben und leiden.

Grausig findet das die Präsidentin des Tierschutzes Aargau Astrid Becker. Teilweise würden die Halter auch einfach aus der Wohnung flüchten und lassen die verwahrlosten Tiere zurück, berichtet sie bestürzt.

Über hundert vernachlässigte Tiere mussten im letzten Jahr gerettet werden. Um einiges mehr als noch das Jahr zuvor. Tendenz steigend. In sieben Extremfällen musste dem Besitzer gar ein Tierhalte-Verbot verhängt werden.

In solchen Fällen, sollte der «Tier-Messi» unbedingt Hilfe in Anspruch nehmen, so der Psychologe Thomas Spielmann auf Nachfrage von Tele M1. Einsamkeit nennt er als Hauptursache, dass Menschen so mit den Tierli umgehen. Sie seien gar nicht mehr fähig sich selber, geschweige denn ein anderes Lebewesen zu versorgen.

Wenn die Tierhalter sich tatsächlich helfen lassen und beweisen können, dass sie sich gebessert haben, kann das Tierhalte-Verbot wieder aufgehoben werden. Dies ist aber frühestens nach zwei Jahren möglich. (szu)