Steuern

So viele Tage müssen Aargauer für den Staat arbeiten

Der «Tax Freedom Day» misst die Steuern der Steuerpflichtigen, ohne Berücksichtigung der Dienstleistungen, die diese als Gegenleistung von der öffentlichen Hand erhalten. Errechnet wird dieser Tag, indem das Total der Einkommenssteuern der natürlichen Personen (Bundes-, Kantons-, Gemeinde- und Kirchensteuern) durch 365 (Anzahl der Kalendertage) geteilt wird.

Der «Tax Freedom Day» misst die Steuern der Steuerpflichtigen, ohne Berücksichtigung der Dienstleistungen, die diese als Gegenleistung von der öffentlichen Hand erhalten. Errechnet wird dieser Tag, indem das Total der Einkommenssteuern der natürlichen Personen (Bundes-, Kantons-, Gemeinde- und Kirchensteuern) durch 365 (Anzahl der Kalendertage) geteilt wird.

Der «Tax Freedom Day» zeigt, wann die Aargauer ihre Einkommenssteuern auf allen staatlichen Ebenen bezahlt haben

Wie lange pro Jahr arbeiten wir eigentlich für den Staat, damit dieser seine Leistungen erbringen kann? Auf diese Frage gibt es eine Antwort – und zwar bis hinunter auf Stufe Gemeinde. Der sogenannte «Tax Freedom Day» ist der erste Tag im Jahr, ab dem die Steuerpflichtigen nicht mehr zur Bezahlung von Steuern Geld verdienen. Errechnet wird er jeweils vom Eidgenössischen Finanzdepartement (EFD). Als Erster berechnen liess diesen seinerzeit Bundesrat Hans-Rudolf Merz. Seine Nachfolgerin Eveline Widmer-Schlumpf verzichtete darauf, Ueli Maurer hat die junge Tradition aber wieder aufgenommen.

Der «Tax Freedom Day» misst die Steuern der Steuerpflichtigen, ohne Berücksichtigung der Dienstleistungen, die diese als Gegenleistung von der öffentlichen Hand erhalten. Errechnet wird dieser Tag, indem das Total der Einkommenssteuern der natürlichen Personen (Bundes-, Kantons-, Gemeinde- und Kirchensteuern) durch 365 (Anzahl der Kalendertage) geteilt wird. Die Anzahl der durch die Steuern abgedeckten Tage wird auf einen Kalender übertragen, beginnend mit dem 1. Januar 2016 (vgl. Grafiken).

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Zug überall zuvorderst

Daraus ergeben sich interessante Vergleiche, wie unsere Grafik zeigt. Eine alleinstehende Person, die brutto 125 000 Franken verdient, zahlt deutlich länger Steuern (bis 29. Februar) als eine verheiratete alleinverdienende Person mit zwei Kindern (bis 30. Januar). Bei Letzterer greifen die Sozialabzüge. In den beiden Grafiken sind jeweils sämtliche Kantonshauptorte angegeben, ebenso ausgewählte Aargauer Gemeinden, die den ganzen Zeitraum abdecken, in denen im Aargau der «Tax Freedom Day» erreicht wird. Alle Gemeinden hatten nicht Platz. Die Grafiken zeigen auch, wie weit die Kantone steuerlich voneinander entfernt sind. Zug ist uneinholbar vorn. Umgekehrt kann jemand mit demselben Einkommen in der Westschweiz, aber auch in Solothurn oder Bern die Steuerpflicht viel später abhaken.

Der Aargau bewegt sich im Mittelfeld, wie die Grafiken zeigen. Seine Gemeinden drängen sich recht eng um die Kantonshauptstadt Aarau. Die Grafiken zeigen weiter, dass Oberwil-Lieli mehrere steuergünstige Kantone überholt. Umgekehrt mag es für Gemeinden wie Schwaderloch ein Trost sein, dass sie eine ganze Reihe anderer Kantone hinter sich lassen.

Welcher Tag gilt?

Der «Tax Freedom Day» wird nicht nur vom Finanzdepartement ausgerechnet, sondern auch von der bürgerlichen Denkfabrik Avenir Suisse – letztmals 2015. Sie kam zu einem gänzlich anderen Ergebnis. Nach ihrer Berechnung erreichen Herr und Frau Schweizer den «Tax Freedom Day» durchschnittlich erst Anfang Juli. Das würde bedeuten, dass wir zur Hälfte für den Staat arbeiten, und nicht nur zu rund einem Viertel, wie die Berechnungen des EFD nahelegen. Der Grund für die enorme Differenz ist rasch gefunden: Der Bund legt seinen Berechnungen lediglich, wie einleitend dargelegt, die Einkommenssteuern zugrunde. Nicht eingerechnet sind weitere Steuern wie die Mehrwertsteuer (sie allein bringt dem Bund in diesem Jahr 23 Milliarden Franken Einnahmen), AHV- und Pensionskassenbeiträge sowie weitere obligatorische Zahlungen wie Krankenkassenprämien.

So schneiden die Kantonshauptorte im Vergleich ab:

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