Während neun Jahren hat Postauto insgesamt knapp 91 Millionen Franken Gewinn umgebucht, um mehr Subventionen zu kassieren. Alleine in der Region Aarau beläuft sich der Betrag auf mehr als 10,5 Millionen Franken, wie der am Montag veröffentlichte Untersuchungsbericht zeigt. Einzig in der Region Graubünden und im Tessin hat Postauto noch mehr Gewinne umgebucht.

Postauto hat sich dazu verpflichtet, die falsch verrechneten Gelder bis Ende Jahr zurück zu bezahlen. Auch der Kanton Aargau und die Gemeinden kündigten an, die zu viel bezahlten Abgeltungen zurückzufordern. Dass die 10,5 Millionen vollumfänglich in die Kantonskasse zurückfliessen, ist jedoch unwahrscheinlich: «Die Region Aarau ist nicht deckungsgleich mit dem Kanton Aargau», erklärt Hans Ruedi Rhis, Sektionsleiter öffentlicher Verkehr beim Kanton Aargau gegenüber dem «Regionaljournal Aargau-Solothurn».

Die Berechnung für die Rückzahlungen ist äusserst komplex: Einerseits, weil sich auch der Bund an den Zahlungen für den Regionalverkehr beteiligt (im Aargau übernimmt er 60 Prozent, der Kanton zahlt 40 Prozent). Andererseits liegt es daran, dass gewisse Postautolinien auch in die Nachbarkantone fahren. Deshalb könnte ein Teil der Rückzahlungen an diese gehen.

Klar ist: Der Aargau ist mit jährlichen Leistungen im Umfang von 45 bis 50 Millionen Franken volumenmässig der grösste kantonale Postauto-Besteller in der Schweiz. Aktuell klärt eine Arbeitsgruppe vom Bundesamt für Verkehr mit Kantonsmitarbeitern ab, wie viel welcher Kanton zurück erhält. Bis im Herbst sollte ein Berechnungsschlüssel für die Rückzahlungen gefunden sein. (sam)