Abfall im Aargau

So viel Kehricht und Grüngut produziert jeder Aargauer

"Man kann doch nicht einfach alles zusammen wegwerfen"

"Man kann doch nicht einfach alles zusammen wegwerfen"

Wir haben die Menschen auf der Strasse gefragt, wie genau sie es mit der Trennung von Abfall und Grüngut nehmen. Obwohl alle ordentlich trennen, bleibt doch der eine oder andere Kleber an der Bananenschale hängen.

2016 verursachte jeder Aargauer und jede Aargauerin durchschnittlich 374 Kilo Abfälle.

Die Menge des Grünguts nimmt insgesamt zu. Dies zeigt die neuste Abfallstatistik des Kantons für 2016 deutlich. Letztes Jahr wurden pro Einwohnerin bzw. Einwohner 374 Kilogramm Siedlungsabfälle eingesammelt, sechs Kilo oder knapp 3 Prozent mehr als im Jahr davor. Diese Zahl beinhaltet Hauskehricht, Sperrgut und Separatsammlungen wie Glas, Metall, Papier/Karton und Grüngut. Das Grüngut macht bereits einen Drittel der Gesamtmenge aus. Allein 2016 stieg dieses um über 10 Prozent auf 123 Kilo pro Person.

Demgegenüber nimmt der eigentliche Hauskehricht leicht ab. Leicht rückläufig ist auch die Menge des eingesammelten Papiers und Kartons. Da könnte ein Zusammenhang bestehen, dass die Zeitungen als Folge sinkender Inserateeinnahmen dünner werden. Tom Hofmann, Spezialist im kantonalen Baudepartement, sagt indessen, die Gründe für die erneute Abnahme seien nicht näher bekannt. Bekannt sei jedoch, dass neben Gemeindesammelstellen auch private Entsorger Papier und Karton einsammeln und diese Mengen in der Statistik fehlen.
Aber steigt denn die Abfallmenge insgesamt weiter an? Spezialist Tom Hofmann sagt, der leichte Anstieg im letzten Jahr sei nicht beunruhigend. Sie könnte infolge des Bevölkerungswachstums in naher Zeit weiter leicht zunehmen. Dies auch, weil in Zeiten, in denen es den Leuten materiell relativ gut geht, die Abfallmenge steigt.

Bemerkenswert sei die Zunahme des Grünguts. Hofmann erklärt: «Es gibt zwar noch einige Gemeinden, die selbst keine Grüngutabfuhr anbieten. Dort springen aber oft Bauern oder andere private Anbieter in die Bresche. Die Zahlen zeigen, dass die Leute die separaten Entsorgungsmöglichkeiten kennen und nutzen.»

Gebührenpolitik entscheidend

Wichtig für die richtige Balance zwischen Hauskehricht und Grüngut sei die Gebührenpolitik der Gemeinden. Wenn die Grüngut-Entsorgung für die Bevölkerung teurer komme, lande halt mehr im Kehricht. Hofmann: «Es ist deshalb sehr wichtig, über die Gebühren nicht fehlzusteuern.» Generell stellt er fest, «dass die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger sehr hoch ist, separat zu sammeln, wenn die lokale Infrastruktur ausreichend ist.» Letzteres sei in den Gemeinden im Aargau der Fall, sagt der Spezialist.

Was die Fremdstoffe im Grüngut

betrifft, gebe es keine Untersuchungen, aus denen man ablesen kann, ob diese zunehmen oder nicht. Der Anteil liege aber überall «im niedrigen Prozentbereich». Nach der Hufschmid AG in Niederwil macht gemäss Hofmann derzeit die Biopower Nordwestschweiz AG, die auch in zahlreichen Gemeinden im Fricktal entsorgt, eine ähnliche Kampagne mit einem Ampelsystem und unter dem Motto «Grüngut ist nur grün gut».

Der Grüngutanteil bei den Siedlungsabfällen könnte künftig auch deshalb weiter zunehmen, weil gemäss einer Präsentation der Biopower Nordwestschweiz ein Schweizer Kehrichtsack durchschnittlich 27 Prozent Bioabfall enthält. Da ist noch Potenzial drin.

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