Regierungsratswahlen

So unterschiedlich sind die Wahlkampf-Budgets der Aargauer Regierungsratskandidaten

Die Regierungsratskandidaten schenken sich nichts. Hier am Podium vom 15.9.20, links Markus Dieth, links Dieter Egli, moderiert vonAZ-Chefredaktor (Mitte).Rolf Cavalli,

Ohne Geld gehts nicht: Alle Regierungsratskandidaten investieren Zehntausende Franken in ihren Wahlkampf.

Die Regierungsratskandidaten schenken sich nichts. Hier am Podium vom 15.9.20, links Markus Dieth, links Dieter Egli, moderiert vonAZ-Chefredaktor (Mitte).Rolf Cavalli,

Die Budgets der sechs Aargauer Regierungsratskandidaten liegen zwischen 50'000 und 150'000 Franken. Schlusslicht und Spitze bestreiten die beiden Herausforderer. Doch auch die Bisherigen nehmen Zehntausende Franken in die Hand, um ihre Wiederwahl zu sichern.

Um etwas zu werden in der Politik, braucht es auch Geld. Wer bei Wahlen neu antritt, muss besondere Anstrengungen unternehmen, um seinen Bekanntheitsgrad zu erhöhen. Bei den Regierungsratswahlen vom 18. Oktober sind dies Dieter Egli (SP) und Christiane Guyer (Grüne). Der SP-Kandidat hat dabei das dreimal höhere Wahlkampf-Budget als die Grüne, was sich unter anderem in der Wahlplakat-Dichte manifestiert. Wie die AZ berichtete, hat Egli 150'000 Franken in seiner Wahlkampf-Schatulle, Guyer 50'000.

Nun liegen auch die Beträge der vier bisherigen Regierungsräte vor, die alle zur Wiederwahl antreten. Stephan Attiger (FDP) setzt 100'000 Franken ein, Markus Dieth (CVP) 80'000 bis 100'000 Franken, Alex Hürzeler (SVP) 75'000 Franken und Jean-Pierre Gallati (SVP) 85'000. Alle Summen sind nach eigenen Angaben der Kandidaten.

Die Bisherigen profitieren im Gegensatz zu neuen Kandidaten von ihrer Präsenz in der Öffentlichkeit während ihrer Amtszeit. Trotzdem nehmen auch die aktuellen Regierungsräte Zehntausende Franken in die Hand für ihren Wahlkampf. Zuerst habe er gedacht, als Bisheriger würde ein tieferes Budget reichen als bei seiner ersten Wahl in den Regierungsrat, aber dem sei nicht so, sagte Landammann und Finanzdirektor Markus Dieth im AZ-Interview Anfang Woche. Diesmal investiere er mehr in Werbung in den sozialen Medien. Auch Bau-, Verkehrs- und Umweltdirektor Attiger betonte im Rahmen des Wahl-Interviews, dass es auch für einen Bisherigen nicht ohne richtigen Wahlkampf gehe. Eine Wahl sei eine Wahl: «Das nehme ich ernst und will auch zeigen, dass ich top motiviert bin, mich weitere vier Jahre für den Kanton Aargau einzusetzen.»

Die SVP-Kandidaten Hürzeler und Gallati machen mit gemeinsamen Plakaten Wahlkampf. Die Partei stellt gemäss Hürzeler dafür insgesamt 100'000 Franken zur Verfügung. Weitere 25'000 Franken setzt der Bildungsdirektor persönlich für Inserate, Flyer und seine Website ein.

Dass die Grünen als kleinere Partei mit 50'000 Franken das kleinste Budget haben, überrascht nicht. Die Zofingerin Christiane Guyer will das mit Einsatz auf der Strasse, mit direktem Kontakt mit der Bevölkerung wettmachen.

Wermuth setzte neue Massstäbe

Wie schon im Ständeratswahlkampf vor Jahresfrist hat auch diesmal der Kandidat der Sozialdemokraten das grösste Budget. Cédric Wermuth hatte damals mit Crowdfunding rund 300000 Franken gesammelt – mehr, als die bürgerlichen Gegenkandidaten angaben – und damit einen hochprofessionellen Wahlkampf auf allen Kanälen lanciert. Ähnlich nun also Egli, wenn auch mit nur halb so vielen Mitteln wie damals Wermuth. Der SP-Kandidat betont, dass sich sein Budget ausschliesslich aus Kleinspenden und Mitgliederbeiträgen der Partei zusammensetze (mehr dazu im Interview am Freitag). Aufs Geld allein verlässt sich aber auch der Sozialdemokrat Egli nicht. Wie Christiane Guyer ist er seit Wochen persönlich an Bahnhöfen und auf Plätzen für Werbung in eigener Sache anzutreffen.

Die Herausforderer Guyer und Egli im Talk Täglich:

Sie kämpfen um den Sitz von Urs Hofmann: Christiane Guyer (Grüne) und Dieter Egli (SP) im TV-Duell

Sie kämpfen um den Sitz von Urs Hofmann: Christiane Guyer (Grüne) und Dieter Egli (SP) im TV-Duell

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