Wahlen 2019

So umweltfreundlich sind die Aargauer Ständeratskandidaten

Wie umwelttauglich sind die Kandidaten für die Aargauer Ständerratssitze?

Die Aargauer Umweltverbände haben die Kandidatinnen und Kandidaten auf eine Rangliste gesetzt, das sogenannte Umweltrating.

«Vor den Wahlen sind alle Politikerinnen und Politiker umweltfreundlich und setzen sich gegen den Klimawandel ein», sagte Tonja Zürcher, die Geschäftsführerin des WWF Aargau, beim Podium der Umweltverbände im Naturama Aarau.

Die kantonalen Sektionen von Pro Natura, VCS, WWF und Nie wieder Atomkraftwerk sind überzeugt, «dass wir angesichts der Bedrohung unserer natürlichen Lebensgrundlagen Politikerinnen und Politiker brauchen, die mit mutigen Entscheiden die Klimaerwärmung bekämpfen, die sichere Versorgung mit pestizidfreiem Trinkwasser und gesunden Lebensmitteln gewährleisten sowie die Zersiedelung und damit auch den dramatischen Verlust von Arten und ihren Lebensräumen stoppen», heisst es in einer Mitteilung der Verbände.

Um die aus ihrer Sicht richtigen Kandidatinnen und Kandidaten zu finden, setzen die Verbände auf eine spezielle Rangliste. Das sogenannte Umweltrating zeigt, wie die Parlamentarierinnen und Parlamentarier in den letzten vier Jahren abgestimmt haben und welche Wahlversprechen die neuen Kandidierenden im Aargau abgeben.

Bei bisherigen Nationalratsmitgliedern wurden für das Rating die wichtigsten 54 Umweltabstimmungen der letzten vier Jahre ausgewertet. Wer neu für einen Sitz in Bundesbern kandidiert, muss verschiedene Fragen zu wichtigen Umweltthemen beantworten.

Aus den Antworten wird dann ermittelt, wie umweltfreundlich die Kandidierenden politisch sind. Für die Tabelle oben hat die AZ im Umweltrating die Werte der Teilnehmer am Umweltpodium in Aarau und jene sämtlicher Ständeratskandidaten berücksichtigt. Bei den Bisherigen, mit einem Stern (*) gekennzeichnet, entspricht das Umweltrating der Auswertung des Stimmverhaltens, bei den neu Kandidierenden, mit zwei Sternen (**) gekennzeichnet, ergibt sich der Wert aus den Antworten auf die Umweltfragen.

Roland Frauchiger (EVP) hat diese Fragen offensichtlich nicht beantwortet. Er ist im Rating nicht aufgeführt und hat auch in der Tabelle keinen Prozentwert. Das Rating bietet nicht nur Informationen zu Politikern, sondern auch einen Überblick zur Umweltfreundlichkeit der Parteien in der Legislatur 2015–2019.

Grüne, SP, EVP und GLP stimmen demnach fast durchweg für die Umwelt, die BDP zu rund zwei Dritteln, die CVP etwa zur Hälfte. FDP und SVP schneiden im Rating der Umweltverbände schlecht ab.

Bei genauerem Hinsehen sind innerhalb der Parteien beachtliche Unterschiede festzustellen: So gibt es CVP-Parlamentsmitglieder, die im Umweltrating über 70 Prozentpunkte erreichen.

Es gibt aber auch andere CVP-Mitglieder, die sich nur knapp über dem untersten Drittel bewegen. Auch bei der FDP variieren die Resultate beträchtlich, wobei kein Freisinniger die 50-Prozent-Marke erreicht.

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