Oftringen

So soll aus dem a1-Center ein 1A-Center werden

So soll das a1-Center in Oftringen nach dem Umbau aussehen – gegen das Baugesuch sind aber Einsprachen hängig. zvg

So soll das a1-Center in Oftringen nach dem Umbau aussehen – gegen das Baugesuch sind aber Einsprachen hängig. zvg

Immer öfter stehen Kunden im a1-Center vor geschlossenen Läden. Bau- pläne zeigen, wie die Besitzerin mit Bauhaus & Co. das Angebot mittels Ausbau attraktiver machen will.

Es ist augenfällig: Das Angebot im a1-Center wird sukzessive zurückgefahren – selbst Imbiss und Restaurants sind seit Kurzem geschlossen. Der Besitzerin Swiss Prime Site (SPS) rentiert das heutige a1-Center zu wenig. Der geplante Um- und Ausbau soll Abhilfe schaffen. Statt dem früheren Shoppingsammelsurium mit 40 Fachgeschäften entsteht ein Center mit dem deutschen Bauchfachmarkt Bauhaus als Ankermieter sowie Mediamarkt und Aldi als weitere Hauptmieter. Dies wurde mit der Baugesuchsauflage nun bekannt.

Nach dem Motto «weniger ist mehr» will die SPS nur noch mit einer Handvoll Läden auf Kundenfang gehen. Das «a1» wurde von der früheren Besitzerin Tivona AG vor zehn Jahren schon als Baufachmarkt geplant, kurz vor der Inbetriebnahme wurde das Konzept aber geändert. Das Entwicklungsprojekt der SPS nimmt die Idee des Fachmarktcenters wieder auf. Mediensprecher Mladen Tomic sagt: «Wir sind sicher, mit dem Konzept die Attraktivität des a1-Centers deutlich zu verbessern.»

Dafür ist eine grosse, auch bauliche Umwälzung nötig. Gegen das Gesuch sind zwei Einsprachen eingegangen. Für den Ausbau werden 29 oberirdische Parkplätze unter Tag verlegt. Die Gesamtzahl von 400 muss aufgrund einer alten Vereinbarung zwischen Tivona AG und dem früheren Einsprecher VCS gleich bleiben, ebenso sind die Parkpreise auf 1 Franken stündlich festgelegt (weshalb so mancher Kunde heute gegenüber bei «OBI» parkiert, wo es nur halb so teuer ist).

Keine Restaurants mehr

Der nordwestseitige Center-Anbau dient den künftig 16 000 Quadratmetern Fläche für Bauhaus. Das Obergeschoss wird zum Teil abgebrochen, damit der Baufachmarkt eine zwei Geschosse hohe Halle einrichten kann. Gegen die Luzernerstrasse hin wird ein «Drive-in» angebaut, wo Käufer mit Auto direkt ihre Produkte abholen können. Auf der gegenüberliegenden Seite wird zudem ein Aussenbereich für Gartenprodukte angebaut. Oftringens Bauverwalter Peter Göldi erklärt: «Gemäss Bauherr bleibt die gesamte Nutzfläche gleich, dies müssen wir aber verifizieren. Es sind noch rechtliche Abklärungen nötig.» Analog der Umweltverträglichkeitsprüfung wäre in Zukunft zwar mit 2 Prozent Mehrverkehr zu rechnen. Die tägliche Anzahl PW-Fahrten nähme von 2400 auf 3000 zu. Gleichwohl wird das Projekt als «insgesamt umweltverträglich» eingestuft. Restaurants sind keine mehr geplant. «Wenn es Gastro geben sollte», sagt Sprecher Tomic, «dann eher im Stil eines Imbisses.»

«Sind sehr zufrieden»

Peter Heussi, Geschäftsleiter Bauhaus Schweiz, erklärt, er setze hohe Erwartungen an den neuen Standort, der für die Kette der fünfte in der Schweiz sein wird. Auch Mediamarkt und Aldi, die bereits heute im «a1» sind, glauben an die Pläne der neuen Besitzerin. Der Mediamarkt wird zwar deutlich kleiner, ein Sprecher erklärt aber: «Oftringen ist ein sehr guter und wichtiger Standort. Trotz der in Zukunft etwas geringeren Verkaufsfläche gehen wir davon aus, dass die zusätzliche Kundenfrequenz des Baumarkts sich auf unser Geschäft positiv auswirken wird.»

Entsprechende Erfahrungen macht Mediamarkt schon heute in der Shoppingmeile Lyssach (Ikea/Conforama). Aldi-Sprecher Philippe Vetterli wiederum sagt: «Wir sind mit der Filiale sehr zufrieden und daher auch daran interessiert, sie weiterhin auf unbestimmte Zeit zu betreiben.»

Center bleibt stets geöffnet

Da der Bund neu auch direkte Autobahnerschliessungen zu Einkaufszentren zulässt, wurde auf Anregung der Gemeinde Oftringen auch ein mögliches künftiges Erschliessungskonzept erarbeitet. In einigen Jahren könnten Kunden aus Richtung Zürich so beim OBI-Markt die A1 verlassen, via Unterführung zu Bauhaus gelangen und dort wieder auf die Autobahn abfahren. Laut Bauverwalter Göldi dürften diese Anschlüsse allerdings «frühestens in zwei Jahren» realisiert werden.

Die Umbauarbeiten am Center sollen rund 20 Monate dauern. Vorgesehene Neueröffnung ist Ende 2019 oder Anfang 2020. Einkaufen im «a1» bleibt stets möglich, da etappenweise gebaut wird. Die SPS möchte «möglichst schnell» mit dem Bau beginnen, sagt Pressesprecher Tomic. Geplanter Baustart: 2. Quartal 2018.

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