Ständerat

So schafften es Burkart und Knecht ins Stöckli

Thierry Burkart (FDP) und Hansjörg Knecht (SVP) vertreten den Aargau die nächsten vier Jahre im Ständerat.

Thierry Burkart (FDP) und Hansjörg Knecht (SVP) vertreten den Aargau die nächsten vier Jahre im Ständerat.

Verschiedene Punkte führten dazu, dass Thierry Burkart und Hansjörg Knecht im zweiten Wahlgang die Nase vorne hatten.

Am Sonntag  zeichnete sich schon früh ab, an wen die beiden Ständeratssitze gehen würden: an Thierry Burkart (FDP) und Hansjörg Knecht (SVP). Und dies, obwohl nebst ihnen mit Marianne Binder (CVP) auch eine starke bürgerliche Kandidatin und mit Ruth Müri (Grüne) eine gemeinsame Vertreterin von Rotgrün antraten.

Burkart ist erst seit vier Jahren Nationalrat. Der Anwalt wurde bekannt als Grossrat, früherer Präsident der FDP Aargau, Grossratspräsident, Kämpfer für sechs Spuren auf der A1 im Aargau sowie für einen raschen Bahnausbau zwischen Aarau und Zürich, und als Präsident des mitgliederstarken TCS Aargau. Dieses Amt gibt er nächstes Jahr ab.

Er hatte wohl die beste Ausgangslage, zeigte doch eine Nachbefragung des Zentrums für Demokratie Aarau, dass er im ersten Wahlgang auch viele SVP-Stimmen gewann. Zudem wurde er im Nationalratsrennen Panaschierkönig.

Er legte gegenüber dem ersten Wahlgang um 17'000 Stimmen zu und holte in zehn der elf Bezirke am meisten Stimmen, auch in seinem Bezirk Baden. In der Stadt Baden allerdings hatte Ruth Müri die Nase vorn.

Demgegenüber verdankt der betont sachpolitisch und unpolemisch agierende SVP-Politiker Knecht seine Wahl natürlich der schieren Grösse der Wählerschaft der SVP sowie vielen FDP-Stimmen. Er legte gegenüber dem ersten Wahlgang kaum zu, was zeigt, dass die Stimmen nicht mehr angetretener Mittekandidaten nicht an ihn gingen.

Mit dem Mann aus Leibstadt, der in seiner Wohngemeinde klar obenauf schwang und auch das Rennen im Bezirk Zurzach für sich entschied, vertritt wieder einmal ein Politiker aus einer Randregion den Aargau im Ständerat. Knecht war zwei Legislaturen Nationalrat. Bekannt ist er als Müllereiunternehmer und langjähriger Präsident des Hauseigentümerverbandes Aargau.

Thierry Burkart (FDP) und Hansjörg Knecht: «Ein grosser Vertrauensbeweis»

Thierry Burkart (FDP) und Hansjörg Knecht: «Ein grosser Vertrauensbeweis»

Thierry Burkart und Hansjörg Knecht vertreten den Aargau in den nächsten vier Jahren im Ständerat. Das sagen sie nach ihrem Wahlerfolg.

Keine Frauenwahl: Marianne Binder und Ruth Müri unterliegen

Den dritten Platz holte die Präsidentin der CVP Aargau, Marianne Binder. Sie hatte schon am 20. Oktober – für die meisten Beobachter eher überraschend – den jahrelangen Abwärtstrend der CVP stoppen und einen zweiten Nationalratssitz zurückerobern können. Jetzt wollte die einstige Kommunikationschefin der CVP Schweiz diesen Schwung mitnehmen und für ihre Partei sogar den einstigen traditionellen Ständeratssitz zurückholen.

Marianne Binder: "Wir haben aufgeholt"

Marianne Binder: "Wir haben aufgeholt"

Die Ständeratskandidatin Marianne Binder (CVP) freut sich trotz der Niederlage über das Ergebnis. Ruth Müri (Grüne) und sie selbst hätten im 2. Wahlgang aufgeholt. Das sei ein Zeichen für einen ökologischen Aargau.

Das klappte trotz einer Stimmenverdoppelung gegenüber dem ersten Wahlgang und Stimmen sowohl von rechts und als auch von links nicht. Dafür ist die Wählerbasis ihrer Partei inzwischen zu klein.

Am überraschendsten ist, dass die grüne Gross- und Badener Stadträtin Ruth Müri von der grünen Welle und der Frauenwahl vom 20. Oktober nicht mehr profitieren konnte und auf Rang vier landete. Sie war als Kandidatin von Grünen und SP angetreten.

Ruth Müri: "Ich bedaure das Resultat"

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Thierry Burkart (FDP) und Hansjörg Knecht (SVP) machen das Rennen im Kampf um die beiden Ständeratssitze. Marianne Binder (CVP) und liegt auf Platz drei, gefolgt von der Kandidatin Ruth Müri (Grüne) auf dem letzten Platz.

Die SP hatte im ersten Wahlgang mit Nationalrat Cédric Wermuth den Sitz zu verteidigen versucht. Er zog sich zu Gunsten von Müri zurück. Gestern war sie mit unwesentlich mehr Stimmen als Wermuth im ersten Wahlgang chancenlos.

Burkart und Knecht ersetzen die beiden nicht mehr angetretenen Ständeräte Philipp Müller (FDP) und Pascale Bruderer (SP). Die FDP verteidigt damit ihren Sitz, die SVP holt ihren 2011 an Bruderer verlorenen Sitz zurück.

Die Aargauer Ständeräte seit 1979

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