In knapp zwei Wochen beginnt mit dem Argovia Fäscht die Open-Air-Saison. Auf dem Birrfeld werden am Beizlifest und bei den Konzerten Tausende von Besuchern erwartet. Nach dem Anschlag beim Ariana-Grande-Konzert in Manchester rüsten Veranstalter in der Schweiz auf, wie der «Sonntagsblick» berichtet. «Es wäre naiv zu glauben, dass es in der Schweiz nicht zu einer solchen Tragödie kommen könnte», sagt Stefan Matthey von Rock the Ring in Hinwil. «Wir müssen auf alles vorbereitet sein.» Entsprechend gross seien die Sicherheitsvorkehrungen.

Bei den Open-Air-Shows von Guns N’Roses am 7. Juni und Depeche Mode am 18. Juni im Letzigrund Zürich werden sich alle Besucher einem Ganzkörpercheck unterziehen müssen.

Derzeit wird geprüft, ob sogar Körperscanner wie an Flughäfen zum Einsatz kommen. Wie der «Sonntagsblick» schreibt, wurde ein bekanntes Schweizer Open-Air von den Behörden informiert, dass Scharfschützen auf umliegenden Häusern positioniert werden sollen. «Diese Massnahme mag extrem tönen, sie dient aber einzig und allein dem Schutz der Musikfans», sagt der Veranstalter, der ungenannt bleiben will.

Sicherheit an Openairs

Sicherheit an Openairs

In zwei Wochen startet Aargau mit dem Argovia-Fest in die Openair-Saison. Nach dem Manchester-Attentat gilt auch in der Schweiz erhöhte Terrorgefahr.

90 Sicherheitsleute im Einsatz

Marco Kugel, als Festivalleiter für das Argovia Fäscht verantwortlich, macht der Terror gegen junge Musikfans in Manchester betroffen. Für den zweitägigen Grossanlass auf dem Birrfeld, der in den vergangenen Jahren bis zu 70 000 Besucher anlockte, drängten sich aber keine Änderungen am Sicherheitskonzept auf. «Wie bisher werden an den Eingängen grössere Taschen und Rucksäcke überprüft, zudem tasten die Sicherheitsleute stichprobenweise auch Leute ab», sagt Kugel. 

Eine persönliche Kontrolle bei allen Besuchern oder gar ein Scannersystem wie an Flughäfen sei aber unrealistisch und am Argovia Fäscht nicht vorgesehen. «Bei uns steht ein privater Sicherheitsdienst mit 90 Leuten im Einsatz, auch die Notausgänge werden bewacht», sagt Kugel. Nach den Anschlägen von Nizza und Berlin, wo Attentäter mit Lastwagen in die Menschenmenge fuhren, haben die Argovia-Fäscht-Veranstalter auch diesen Aspekt überprüft. «Hier besteht diese Gefahr nicht, weil unser Gelände nicht direkt an einer Strasse liegt, deshalb braucht es keine speziellen Massnahmen», sagt Kugel.

Besucherströme analysiert

Noch mehr Besucher erwarten die Organisatoren an der Badenfahrt, die vom 18. bis 27. August stattfindet. OK-Präsident Adrian Hirzel rechnet mit bis zu 120'000 Personen pro Tag. «Eingangskontrollen wie an Festivals sind bei uns unmöglich, viele Leute wohnen und arbeiten in der Stadt und sind deshalb schon auf dem Festgelände», sagt er. Zusammen mit der Badener Stadtpolizei, deren Chef ebenfalls im OK sitzt, plane man die Sicherheitsmassnahmen für das Fest. Es könne sein, dass an gewissen Orten Betonblöcke aufgestellt würden, um Anschläge mit Lastwagen zu verhindern, sagt Hirzel.

Auch ohne terroristische Bedrohung sei es eine grosse Herausforderung, die Sicherheit von derart vielen Badenfahrt-Besuchern zu gewährleisten, sagt Adrian Hirzel. «Deshalb haben wir im Vorfeld auch eine spezialisierte Firma beauftragt, die für uns ein sogenanntes Crowd Management erarbeitet hat», erklärt der OK-Präsident.

Dafür wurden im Stadtplan alle Stände, Beizen und sonstigen Attraktionen eingezeichnet, die Firma analysierte darauf die Besucherströme. «So ergaben sich konkrete Empfehlungen, wir haben die Standorte einiger Beizen angepasst und dafür gesorgt, dass die Rettungskräfte innerhalb von zehn Minuten an jedem Ort auf dem Festgelände sind.»