Zeltlager
So leben die ersten Asylsuchenden in den Armee-Zelten in Aarau

Die ersten elf Asylbewerber sind am Freitag in die in Aarau aufgestellten Armeezelte eingezogen. Insgesamt stehen im Kanton Aargau 13 Zelte für bis zu 140 Asylbewerber. Die Zelte sollen rund 100 Tage lang genutzt werden.

Manuel Bühlmann
Drucken
Teilen

Als erster Kanton hat der Aargau Asylsuchende in Zelten untergebracht. Die Ankündigung dieses Novums hat für einigen Wirbel gesorgt: Nun sind die ersten elf jungen Männer eingezogen. Bald schon sollen weitere Asylsuchende folgen. Der Bezug erfolgt bewusst gestaffelt.

Ein Bett, ein Schrank, eine Steckdosenleiste – die Armeezelte sind spartanisch eingerichtet.

Die neue Unterkunft ist bezogen – im Zelt werden sie aber nur für wenige Monate leben.
16 Bilder
Bild aus Aarau: Der Kanton Aargau wird Asylsuchende in diesen Zelten einquartieren
Weil alle Unterkünfte voll sind, muss der Kanton auf diese Armeezelte ausweichen
Damit kann der Kanton Aargau zusätzlich bis zu 140 Asylsuchende einquartieren
Weil alle Unterkünfte voll sind, muss der Kanton auf diese Armeezelte ausweichen

Die neue Unterkunft ist bezogen – im Zelt werden sie aber nur für wenige Monate leben.

Mario Heller

Die sanitären Anlagen sind hinter der bestehenden Asylunterkunft in Containern untergebracht. Die Zelte sollen ohnehin nur für wenige Monate genutzt werden. Rund 100 Tage stellt das Militär dem Kanton diese Unterkünfte gratis zur Verfügung. «Nach dem Sommer verschwinden sie wieder», sagte Balz Bruder, Sprecher des Departements Gesundheit und Soziales, an einer Medienorientierung.

Zwar könne man Heizungen einbauen, doch das werde nicht gemacht. «Dem Kanton ist bewusst, dass danach Alternativen her müssen», sagt Bruder. Ein Teil der Männer soll im Herbst in die unterirdischen Unterkünfte – die Geschützten Operationsstellen – bei den Spitälern in Baden, Muri und Laufenburg. Diese Anlagen werden trotz den Plätzen in den Zelten bezogen – ab 19. August zuerst in Baden.

Priorität habe aber die oberirdische Unterbringung, sagt Bruder. Doch eine solche lässt sich nicht für alle Asylsuchenden finden. Im Aargau werden für die zweite Jahreshälfte pro Monat 200 bis 250 Zuweisungen erwartet.

Die in den Armeezelten schlafenden Asylbewerber hätten den gleichen Tagesablauf wie alle anderen Asylsuchenden, sagte Roland Juen, Leiter Sektion Asyl im kantonalen Departement Gesundheit und Soziales, gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Sie würden selbst kochen und seien für die Sauberkeit in den Zelten verantwortlich. Ein Zelt steht als Aufenthaltsraum zur Verfügung.

Aktuelle Nachrichten