Lenzburg
So heftig diskutierte man im Grossen Rat über den neuen A1-Zubringer Lenzburg

Der Grosse Rat befasste sich mit dem A1-Zubringer Lenzburg. Ein Antrag der GLP auf Rückweisung wurde abgelehnt, der Kredit von 75 Millionen genehmigt. Die Grünen ergriffen aber erfolgreich das Behördereferendum, darum gibt es eine Volksabstimmung.

Hans Lüthi
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Widerstand zeichnete sich gleich zu Beginn der Beratung über das teure Projekt A1-Zubringer Lenzburg ab. Allein der Tunnel in Richtung Bünztal kostet 52 Millionen Franken, die Spange Hornerfeld war teilweise umstritten. Barbara Portmann (Lenzburg) stellte für die GLP Antrag auf Rückweisung. Diesen unterstützten SP, Grüne, EVP und einzelne Mitglieder der CVP/BDP-Fraktion. Ganz anders plädierten die Bürgerlichen, allen voran SVP und FDP. Sie unterstützten das Projekt vorbehaltlos, obwohl auch sie die Kosten von 75 Millionen Franken als sehr hoch einstuften.

Bei der Einfahrt und Ausfahrt zur A1 in Lenzburg komme es zu Spitzenzeiten laufend zu Staus. Nur mit einer klaren Entflechtung des Knotens Neuhof könne das Problem gelöst werden. Das sei nur mit einem Tunnel sinnvoll machbar.

27 000 Fahrzeuge täglich auf dem Zubringer

Grüne, SP, GLP und EVP bemängelten, das Projekt sei zu wenig ausgereift und müsse nochmals überprüft werden. Mit einer Rückweisung des Projekts könne man die offenen Fragen klären. Zudem gebe es keine Alternativen. Befürchtet wird von den Ausbau-Gegnern auch, bei einer Zunahme des Verkehrs werde die Bünztalstrasse 4-spurig ausgebaut.

Baudirektor Peter C. Beyeler machte sich für ein Ja stark. Lenzburg sei ein starker Verkehrsknoten. «Zur A1 fahren täglich 27 000 Fahrzeuge, 22 000 im Verkehr zum Bünztal», sagte Beyeler. Ein noch so grosser Kreisel könne derartige Verkehrsströme nicht verkraften. «Wir haben sämtliche Möglichkeiten und Varianten geprüft und sind zu dieser Entflechtung gekommen», betonte Beyeler. Eine Überführung sei vom Ortsbild her undenkbar.