1. August
So feierte der Aargau am Nationalfeiertag

Der Muotathaler Wetterprophet Martin Horat, die ehemalige Weltklasse-Athletin Anita Weyermann oder regionale Politiker haben eines gemeinsam: Sie hielten in Aargauer Gemeinden Reden zum 1. August. Eine Auswahl an Gemeinden mit Fotos der Feiern finden Sie hier.

Merken
Drucken
Teilen

Oliver Menge

Baden

Festredner Herbert Bolliger, CEO des Migros-Genossenschafts-Bundes, strich in seiner Ansprache auf dem Theaterplatz in Baden die Gemeinsamkeiten der beiden Erfolgsmodelle «Schweiz» und «Migros» hervor. Bei beiden Modellen herrsche Föderalismus und bei beiden seien Demokratie, Bildung und Kultur wichtige Eckpfeiler. Bolliger griff auch aktuelle Themen wie etwa den Einkaufstourismus auf, der um 40 Prozent zugenommen habe. Er wolle keinesfalls moralisieren, aber mit den Konsequenzen müsse man dann einfach leben. Zuvor durften alle kleinen Festbesucher einen Lampion für den anschliessenden Umzug basteln. Sogar Dreikäsehochs aus Vancouver waren mit von der Partie. Den krönenden Abschluss machte einmal mehr das Feuerwerk auf der Ruine Stein. (cfr)

Die 1. Augustfeier in Baden war gut besucht
23 Bilder
Festredner Herbert Bolliger mit Gattin Beatrice
Die Rede wurde in die Gebärdensprache übersetzt
Applaus für die Rede von Herbert Bolliger
Musikalische Umrahmung durch die Stadtmusik Baden und die Jägermusik Wettingen
musikalische Umrahmung durch die Stadtmusik Baden und die Jägermusik Wettingen
Singen der Nationalhymne, unter anderem mit Geri Müller
Beatrice und Herbert Bollinger sowie Roger Huber mit Nachwuchs singen kräftig mit
Stadtammann Stephan Attiger
Eine gestylte junge Festbesucherin
Vor der offiziellen Feier durften die Kleinen Lampions basteln.
Achtung Rakete!
Die Spanischbrödlibahn kurz vor ihrem ersten Einsatz um 16 Uhr

Die 1. Augustfeier in Baden war gut besucht

Carolin Frei

Bremgarten

Beschaulich hat das Reussstädtchen den 1. August gefeiert. Auf der Wiese beim Schulhaus Isenlauf betrieben die Pontoniere eine Festwirtschaft und zeichneten die Band «Thurboys» sowie die Stadtmusik für die musikalische Umrahmung der Feier zuständig. Zudem bliesen der Stadtmusikdirigent und der Vizedirigent ins Alphorn. Gegen 200 Personen hörten sich die Ansprache von Nationalrätin Ruth Humbel an. Sie zeigte sich beeindruckt vom bekanntesten Bremgarter, von Reformator Heinrich Bullinger, der im 16. Jahrhundert lebte und wirkte. Bullinger sei eingestanden für eine weltoffene Schweiz, er habe einen grossen Beitrag zur Neugestaltung der Gemeinschaft geleistet. Schlusspunkt der Feier bildete das traditionelle Feuerwerk um 22.15 Uhr auf der Reuss. (sl)

Gegen 200 Feiernde an der Reuss in Bremgarten
3 Bilder
Nationalrätin Ruth Humbel hielt Ansprache
Vereinsbannerträger und Stadtmusik

Gegen 200 Feiernde an der Reuss in Bremgarten

Lukas Schumacher

Brugg/Windisch

Die Amphiwiese in Windisch hielt eine historische und so besonders authentische Ambiance für die Nationalfeier bereit. Bratwurst, Bier und Feuerwerk lockten viele Daheimgebliebene an. «Die Insel Schweiz hat im Ozean Europa vergleichsweise wenig zu beklagen», stellte Regierungsrat Alex Hürzeler vor eindrücklicher Kulisse fest. Auf der ganzen Welt würden die direkte Demokratie und das föderalistische System Respekt und Ansehen geniessen. Als junger Politikeinsteiger richtete auch Clemes van den Brul einige Worte an die Festgesellschaft. Er halte es für wichtig, sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen und Verantwortung zu übernehmen.(mre)

Mülligen

Die Bundesfeier auf dem Schulhausplatz glich einem Volksfest. Höhepunkt war die Rede der ehemaligen Weltklasse-Leichtathletin, Anita Weyermann. Die 34-jährige Sportlerin plauderte in ihrem Berner Dialekt aus dem Nähkästchen und begeisterte damit das Publikum. Sie würdigte gute Sportler als wichtige Botschafter für die Schweiz und als Motivatoren für Breitensportler, zu denen sie sich mittlerweile selber zählt. Sie nahm die Olympischen Spiele in London zum Anlass, um über ihre persönlichen Erfahrungen bei ihrer Olympiateilnahme 1996 in Atlanta zu sprechen. Trotz Rekordzeit im 5000-Meter-Lauf musste ihr Vater und Trainer den Verband überzeugen, dass die Teilnahme für die damals erst 18-Jährige richtig sei. Für Weyermann ging ein grosser Traum in Erfüllung. Sie habe immer gewusst, dass es besonderen Einsatz erfordere, um etwas Spezielles zu erreichen. Ganz nach dem Motto: «Gring abe u seckle.» Sport sei aber auch Lebensschule, in der jeder seine persönlichen Ziele verfolgen könne. Dem Turnverein gratulierte sie abschliessend zum 100-Jahr-Jubiläum. (cm)

Anita Weyermann während ihrer Rede
9 Bilder
Aufmerksame Zuhörer in Mülligen
Anita Weyermann mit Familie
Auf zum Lampionumzug!
Gemeindeammann Leo Grünenfelder
Keiner zu klein bei der Bundesfeier dabei zu sein
Volksfeststimmung auf dem Schulhausplatz
Anita Weyermann nach ihrer Rede
Gratis Wurst und Getränke für die Bevölkerung

Anita Weyermann während ihrer Rede

Claudia Meier

Neuenhof

In der gut besetzten Turnhalle an der Zürcherstrasse lauschten die Neuenhofer Bürger gespannt der Bundesfeieransprache von Regierungsrat Urs Hofmann. «Ihre Gemeinde steckt - wir wissen es alle - in einer nicht einfachen Lage», sagte Hofmann und fügte an: «Neuenhof ist eine wichtige Gemeinde unseres Kantons und eine wichtige Gemeinde für die Region Baden.» In seiner Rede appellierte er an das Verantwortungsbewusstsein und Engagement aller Bürger. Es sei Aufgabe von allen, sich zusammenzuraufen und eine nachhaltige Lösung zu finden, die eine tragfähige Basis für die Zukunft der ganzen Region schaffe. Umrahmt wurde die Feier von einem Apéro der Trachtengruppe Neuenhof sowie von einem Auftritt der Musikgesellschaft Neuenhof und Würenlos. (DND)

Gefeiert wurde in der Turnhalle an der Zürcherstrasse
7 Bilder
Gastredner Urs Hofmann
Urs Hofmann singt mit
Susanne Schläpfer-Voser, Gemeindeammann von Neuenhof

Gefeiert wurde in der Turnhalle an der Zürcherstrasse

dnd

Obersiggenthal

Der Duft von frischem Zopf, Speck und Kaffee stieg den Besuchern des 1.-August-Brunchs auf dem Böndler ob Nussbaumen in die Nase. Zur 1.-August-Feier am Abend trat Nationalrat Hans Killer ans Rednerpult. «Uns geht es gut, finanziell, wirtschaftlich, politisch», sagte er. So erstaune nicht, dass auch andere davon profitieren wollten. Er hob hervor, wie wichtig es sei, an Werten wie Demokratie, Bildung und gesunder Bevölkerungsentwicklung festzuhalten. «Helfen Sie mit, dass unser Erfolgsmodell noch lange funktioniert.» (cfr)

Anfahrt zum Brunch im Fiat 500 Cabrio
15 Bilder
Gross und Klein dabei
Mmmhh so viel Feines
Das Duo Harmonas sorgt für die musikalische Umrahung
Hanspeter Wyss ist für die Rösti verantwortlich
Kamal Albrecht beim Zubereiten der Spiegeleier
Sara und Esther Bianco-Frei zeichnen für ein gutes Gelingen des Brunchs mitverantwortlich
Auch der Hund darf mit zum Brunch
Gut besuchter Anlass
Unverkennbare Festfreude
Obersiggenthal - Brunch (3)
Einmal abwarten, sagt der kritische Blick des Kleinen
Tierballone für die Kleinen
Für die Kleinen gabs Tierballone

Anfahrt zum Brunch im Fiat 500 Cabrio

Carolin Frei

Waltenschwil

15 Jahre lang war der 1.-August-Brunch auf dem Bauernhof von Urs und Esthi Meier aus dem Dorf nicht wegzudenken. Doch nachdem die beiden ihre Feier 2011 zum letzten Mal organisiert haben, wollte die Gemeinde beweisen, dass sie auch eine neue Tradition auf die Beine stellen kann. So trafen sich auf der «Festmeile» an der Kirchgasse und im Ortsmuseum über 100 Personen, um die Bundesfeier zu begehen.

Doch nur sitzen, essen und plaudern reichte den Waltenschwilern natürlich nicht. Für die Kinder gab es Spiele und einen schönen Lampionumzug. Dazu wurde ein 1.-August-Feuer entzündet, die Musikgesellschaft spielte und die Jungschwinger des Schwingklubs Freiamt zeigten dem gespannten Publikum, zu dem neben Gemeindeammann Michel Christen auch andere Gemeinderäte sowie Vertreter der Politik gehörten, ihre verschiedenen Schwünge.

Hauptattraktion war aber der Festredner, der Muotathaler Wetterprophet Martin Horat. Seine Rede begann er mit der Gründung der Schweiz in der Oberallmend im Kanton Schwyz und er berichtete von da an Spannendes zur Geschichte der Schweiz und auch zum damaligen Wetter. Er zog zwei Fazite. Einerseits sagte er: «Obwohl es immer etwas an der Regierung zu wettern gibt, haben es die Leute nirgendwo schöner als hier, denn hier verhungert keiner.» Andererseits redete er den Leuten ins Gewissen: «Mit dem Thema Klimaerwärmung können Sie gleich wieder aufhören. Solche Wetterschwankungen gab es schon vor 1000 Jahren.» (aw)

Wetterschmöcker Martin Horat
5 Bilder
Der Gemeindeammann Michel Christen mit Wetterschmöcker Martin Horat
Der Schwingklub Freiamt demonstriert sein Können

Wetterschmöcker Martin Horat

Andrea Weibel

Wohlen

Nicht nur auf dem Kirchenplatz, sondern auch mitten auf dem Kreisel konnte an der Wohler Bundesfeier gegessen und gefeiert werden. Mit dem feinen Essen hatte dann auch indirekt die Festrede des zehnfachen Kugelstossschweizermeisters Roger Strasser zu tun. Es drehte sich nämlich alles um den Bewegungsmangel: «Vor 15 Jahren hat man sich noch doppelt so viel bewegt als heute», sagte er. «Das Einzige, was bei Kindern heute noch gut trainiert ist, sind die Finger zum SMS schreiben.» Das sei schade, denn es brauche nicht viel: «Auf dem Halde-Schulhausplatz liegen Baumstämme, und schon spielen die Kinder wieder.» Dass dies wichtiger sei als Parkplätze, steht für ihn ausser Frage. Denn auch Ärzten sollte klar sein: «Bewegung ist viel besser als Ritalin.» (aw)

Nachtessen auf dem Kreisel - eine besondere Bundesfeier in Wohlen

Nachtessen auf dem Kreisel - eine besondere Bundesfeier in Wohlen

Andrea Weibel