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So alt oder jung ist Ihre Aargauer Gemeinde – und so rasant altert der Kanton in den nächsten 30 Jahren

Im nächsten Jahrzehnt wird der Anteil der über 65-Jährigen zunehmen

Im nächsten Jahrzehnt wird der Anteil der über 65-Jährigen zunehmen

In den nächsten Jahrzehnten nimmt der Anteil Senioren in der Aargauer Bevölkerung drastisch zu. Wo bereits heute viele über 65-Jährige leben und wie sich die Situation gemäss Prognosen des Bundes bis 2050 verändert.

Die Babyboomer sind eine tickende demografische Zeitbombe. Gehen sie in den nächsten Jahren in Pension, kommt es zu einem rasanten Anstieg der Anzahl Rentner in der Aargauer Bevölkerung. 2050 leben im Aargau gemäss den Szenarien für Bevölkerungsentwicklung des Bundes halb so viele Senioren wie Berufstätige. Heute sind es knapp drei Pensionäre auf zehn Arbeitende.

Der Altersquotient gibt den Anteil an Personen über 65 Jahren im Verhältnis zu den berufstätigen Personen zwischen 20 und 64 Jahren an. Die Unterschiede zwischen den Gemeinden sind beträchtlich. 

Besonders viele Senioren sind in Mönthal und Olsberg wohnhaft. In den beiden Gemeinden leben bereits heute knapp halb so viele Rentner wie 20- bis 64-Jährige. Hingegen weist Hendschicken mit 17,2 den tiefsten Altersquotienten im Kanton auf. 

Lesebeispiel: Niederwil weist einen Altersquotienten von 25,4 auf. Hier leben also ein Viertel so viele Senioren wie Berufstätige.

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Grafik: Sandra MeierFullscreen-Modus

Im Freiamt gibt es im Verhältnis besonders wenig Senioren. Grund dafür dürfte das Bauland sein, in anderen Regionen ein rares oder teures Gut, das viele Familien anlockte. Auch im Bezirk Lenzburg hausen anteilsmässig wenige Rentner.

Erwartungsgemäss ist die Bevölkerung in den Städten Baden und Aarau ebenfalls jünger. Allerdings fällt der Altersquotient hier dennoch höher aus: Der Wohnraum und damit auch die Möglichkeit zuzuziehen ist beschränkt. 

Wechselt man die Ansicht der Karte (nur Layer "Jugendquotient" aktivieren) zeigt sich, dass in den beiden Städten nicht nur weniger Senioren, sondern auch weniger Kinder leben. Familien ziehen eher aufs Land. Die Freiämter Gemeinden haben demnach auch einen vergleichsweise hohen Anteil Minderjähriger auf die Berufstätigen. Dunkelgrün eingefärbt stechen auch die beiden Reusstaler Nachbargemeinden Lengnau und Endingen heraus. Beide tauchen in den Top 10 Gemeinden mit den meisten Minderjährigen auf.

Entwicklung verdoppelt sich

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lag der Altersquotient schweizweit bei elf. 1990 kamen im Aargau knapp zwei Pensionäre auf zehn Berufstätige. Bis 2020 nahm er um etwa zehn auf 29,8 zu. In den nächsten 30 Jahren wird sich diese Entwicklung verdoppeln: 2050 soll der Altersquotient bereits 49,7 betragen, sofern sich die Entwicklung der letzten Jahre fortsetzt. Die Alterspyramide verändert sich von einer Tanne zu einer Art Urne

Heute weist der Aargau einen tieferen Altersquotienten als der Schweizer Durchschnitt auf. In sechs Jahren könnte sich dieser Trend umkehren. Der Aargau zählt zwar zu den attraktivsten Kantonen für Zuzüger, aber: Während die Eltern hier bleiben und hier ihren Lebensabend verbringen, werde ein Teil ihrer Kinder den Kanton ab Erreichen der Volljährigkeit verlassen, schreiben die Experten. Immerhin: Der Altersquotient im Aargau wird den Schweizer Durchschnitt zwar übersteigen, aber der Aargau bleibt trotzdem leicht jünger als die meisten anderen Kantone. Grund für die Verschiebung sind wenige, sehr junge Kantone, die den Durchschnitt nach unten drücken. 

Ballungen um Städte und Agglomerationen dürften sich noch verstärken. Junge Schweizer zieht es in die Kantone Basel-Stadt, Zürich oder Genf, die mit einem Altersquotienten von etwa 38 im Jahr 2050 vergleichsweise nur sehr langsam altern. In keinem anderen Kanton dürften in dreissig Jahren so viele Senioren leben wie im Tessin: Die Experten prognostizieren 66 Pensionäre auf 100 Berufstätige. 

Da die Fruchtbarkeit niedrig bleibt und die Sterblichkeitsraten nach 2050 weiter zurückgehen, wird auch nach dem Verschwinden der Babyboom-Generationen in mehr als 50 Jahren der Anteil älterer Menschen hoch bleiben, heisst es im Bericht.

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