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Sitzungsgelder zwischen 0 und 8000 Franken: Das erhält unsere Regierung

300'000 Franken Jahreslohn: Der Aargauer Regierungsrat mit Peter Grünenfelder (Staatsschreiber), Alex Hürzeler, Urs Hofmann, Roland Brogli, Susanne Hochuli und Stephan Attiger.

300'000 Franken Jahreslohn: Der Aargauer Regierungsrat mit Peter Grünenfelder (Staatsschreiber), Alex Hürzeler, Urs Hofmann, Roland Brogli, Susanne Hochuli und Stephan Attiger.

Für ihre Tätigkeit in den Führungsgremien werden die Roland Brogli, Stephan Attiger und Alex Hürzeler mit Verwaltungsratshonoraren, Sitzungsgeldern und Spesen entschädigt. Die Honorare fliessen direkt in die Staatskasse, die anderen Einkünfte nicht.

Drei der fünf Aargauer Regierungsmitglieder üben ein Kantonsmandat aus: Roland Brogli (CVP) sitzt von Amtes wegen im Bankrat der Aargauischen Kantonalbank und im Verwaltungsrat der Schweizerischen Rheinsalinen, Stephan Attiger (FDP) ist Mitglied des Axpo-Verwaltungsrats und Alex Hürzeler gehört dem Verwaltungsrat der Opernhaus Zürich AG an. Susanne Hochuli (Grüne) und Urs Hofmann (SP) üben laut der Liste der Interessenbindungen der Regierungsräte keine Kantonsmandate aus.

Für ihre Tätigkeit in den Führungsgremien werden Brogli, Attiger und Hürzeler mit Verwaltungsratshonoraren, Sitzungsgeldern und Spesen entschädigt. Behalten dürfen sie davon nur Sitzungsgelder und Spesen, die Verwaltungsratshonorare fliessen direkt in die Staatskasse.

Wie hoch sind die Sitzungsgelder?

Schwieriger ist es, die Höhe der Sitzungsgelder und Spesen herauszufinden, welche den Regierungsräten zusätzlich zu ihrem Jahreslohn von 300 000 Franken ausbezahlt werden. «Die jährlichen Beträge belaufen sich auf wenige hundert bis ein paar wenige tausend Franken», sagte Regierungssprecher Peter Buri kurz vor Weihnachten auf eine entsprechende Anfrage. Recherchen der Aargauer Zeitung zeigen nun: Die Sitzungsgelder und Spesen der Regierungsräte sind sehr unterschiedlich.

Gar nichts gibt es für den Kulturdirektor, der im Verwaltungsrat der Opernhaus Zürich AG sitzt. «Herr Hürzeler erhält weder Entschädigungen noch Sitzungsgelder», teilt Pressesprecherin Julika Weinecker mit.

8000 Franken für Stephan Attiger

Relativ einfach ermitteln lassen sich die Nebeneinkünfte von Baudirektor Stephan Attiger. Im aktuellen Geschäftsbericht der Axpo Holding AG, wo der FDP-Politiker seit März 2013 im Verwaltungsrat und im Entschädigungs- und Nominierungsausschuss sitzt, sind die Entschädigungen detailliert aufgeführt: Attigers Verwaltungsratshonorar von 28 000 Franken ging an den Kanton, 8000 Franken erhielt der Regierungsrat.

Mediensprecherin Daniela Biedermann erklärt dazu: «Die Axpo-Verwaltungsräte werden mit einem Sitzungsgeld plus einer Pauschale von 80 Rappen pro Kilometer entschädigt.» Die zeitliche Belastung für Attiger lässt sich nicht genau angeben.

Klar ist laut Geschäftsbericht: Der Verwaltungsrat der Axpo tagte im letzten Geschäftsjahr achtmal und führte eine zweitägige Klausur durch, der Entschädigungs- und Nominierungsausschuss tagte sechsmal. Regierungssprecher Peter Buri erklärt dazu: «Berücksichtigt man die Anzahl und Länge der Sitzungen, ergibt sich eine branchenübliche Stundenentschädigung von 200 bis 250 Franken.»

AKB gibt keine Zahlen bekannt

Weniger klar sind die Bezüge von Finanzdirektor Roland Brogli. Im Geschäftsbericht der Aargauischen Kantonalbank, wo Brogli im Bankrat und im leitenden Ausschuss sitzt, sind keine Entschädigungen der einzelnen Führungspersonen aufgeführt. Auch auf Nachfrage weigert sich die AKB mit Verweis auf die Privatsphäre von Brogli, die Entschädigung anzugeben.

Gesprächiger ist Urs Hofmeier, der Geschäftsführer der Schweizerischen Rheinsalinen. «Wir richten Verwaltungsräten ein Sitzungsgeld von 700 Franken und eine Kilometerentschädigung von 60 Rappen aus», sagt er auf Anfrage. Üblicherweise trifft sich der Verwaltungsrat der Rheinsalinen pro Jahr laut Hofmeier zu sechs bis acht Sitzungen – das ergibt für Roland Brogli eine Entschädigung von 4200 bis 5600 Franken jährlich.

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