Die Sozialen Dienste der Gemeinde Aarburg wurden im Herbst 2014 im Auftrag des Gemeinderates auf ihre fachliche Qualität untersucht. Das Resultat sei wenig erfreulich gewesen, teilte der Gemeinderat am Dienstag mit.

Obwohl danach die Mitarbeitenden der Abteilung mit Coaching unterstützt, der Personalbestand erhöht und Dienstleistungen gebündelt wurden, verbesserte sich die Situation seither nicht im gewünschten Umfang.

Zweiter Anlauf

Der politische Auftrag an die Sozialen Dienste, die Kosten zu senken und zugleich fachlich einwandfreie Leistungen zu bieten, blieb trotz dieser Massnahmen unerfüllt. Deshalb entschied sich der Gemeinderat nun für eine Neuausrichtung.

Die Sozialberatung wird für Mandate im Bereich Arbeitsmarkt-Integration künftig von einem externen Anbieter unterstützt. Dies soll in Form einer Projektstruktur und während eines Zeitraums von rund drei Jahren geschehen.

Derzeit wird erhoben, wie die Arbeitspensen der neuen Ausrichtung angepasst werden können. Über weitere Schritte will der Gemeinderat die Öffentlichkeit kontinuierlich ins Bild setzen.

Nötigung hier und Erpressung dort

Schon davor hatte der Sozialdienst der Gemeinde für Schlagzeilen gesorgt. Ein Mitarbeiter des Sozialdienstes hatte an einer Sozialhilfeempfängerin sexuelle Handlungen vorgenommen. Im Gegenzug versprach er ihr, dass die Sozialhilfeanträge reibungslos abgewickelt werden.

Gemäss Aussagen des von der Gemeinde freigestellten Mitarbeiters fanden die sexuellen Handlungen im gegenseitigen Einverständnis statt. Die Frau und deren Lebenspartner erpressten den Mitarbeiter und forderten 30'000 Franken. Der Mann zahlte jedoch nicht.

Dieser Fall habe nichts mit der der jetzt laufenden Neuausrichtung des Sozialdienstes zu tun, sagte die Aarburger Sozialvorsteherin Martina Bircher am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Sie habe damals als neugewählte Gemeinderätin vom Gemeinderat die Auftrag erhalten, den Sozialdienst aus Kostengründen zu untersuchen.