Silbermond sind mittlerweile nicht mehr dermassen präsent wie noch vor ein paar Jahren, ihre letzte Platz-1- und gleichzeitig Top-Ten-Single «Irgendwas bleibt» liegt acht Jahre zurück und seitdem war hierzulande nur noch ihr 2015er-Album «Leichtes Gepäck» einigermassen erfolgreich. Der Samstags-Headliner-Status war bei vielen also schon früh in Frage gestellt – am Stammtisch wie auf den Sozialen Medien. Und dennoch hat man ihren 2010er-Auftritt auf dem «Heitere» so gut in Erinnerung, dass man auf Silbermond gespannt sein durfte.

Silbermond gibt Gas am Heitere Open Air 2010.

Und siehe da, die Deutschen hatten die Schweizer schnell im Griff, obwohl viele Songs den meisten unbekannt gewesen sein dürften. Klar mögen beispielsweise eben «Irgendwas bleibt», aber auch «Krieger des Lichts» oder «Symphonie» noch geläufig sein, aber beim Gros der Zuschauer war es das denn auch schon.

Silbermond sind seit ihrem letzten «Heitere»-Besuch eindeutig rockiger geworden, drücken mehr ab, ohne aber die leisen Töne aussen vor zu lassen. Dem Publikum gefiels, zumindest bis in die Hälfte des Platzes hinein, dahinter war eher Small- oder Alkohol-Talk angesagt. Schade, denn textlich stimmt bei Silbermond alles und wenn Sängerin Stefanie Kloß aus ihrem Leben und davon erzählt, wie sie am Nachmittag durch den Festival-Campingplatz gelaufen ist, könnte man ihr stundenlang zuhören.

Silbermond haben all jene Lügen gestraft, die über ihren Headliner-Slot gewettert haben, indem sie ein feines, rockiges Set abgegeben haben. Den Autor inklusive.