Stiftung Margrit Fuchs
Sie zahlt die Krankenversicherung und hilft behinderten Kindern in Ruanda - ein Beitrag um das Leid der Ärmsten zu lindern

Mit verhältnismässig kleinen finanziellen Mitteln kann vielen Kranken und Verletzten geholfen werden.

Regula Gloor
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Dank der Hilfe aus der Schweiz erhalten Kinder wie der kleine Bruce in Ruanda die nötige medizinische Behandlung.

Dank der Hilfe aus der Schweiz erhalten Kinder wie der kleine Bruce in Ruanda die nötige medizinische Behandlung.

Regula Gloor

Eigentlich ist das System bezüglich Krankenversicherung vorbildlich in Ruanda. Für umgerechnet fünf Franken pro Person wird eine «Mutuelle de santé» abgeschlossen, die gratis Zugang zu den einfachen Krankenstationen ermöglicht. Die Versicherung ist im Prinzip obligatorisch, aber da die Versicherung nicht individuell, sondern nur pro Familie abgeschlossen werden kann und für eine Familie mit Kindern 30 oder 40 Franken ein kleines Vermögen darstellen, verfügen viele arme Familien über keine Versicherung. Auf Anfrage der zuständigen Bezirksbehörden bezahlt die Stiftung Margrit Fuchs deshalb seit mehreren Jahren die Prämien für über 7000 Personen.

Verpflegung im Spital ist Sache der Familie

Die «Mutuelle de santé» deckt aber nicht die Kosten ab, wenn jemand ins Spital muss oder spezielle Medikamente benötigt. Diese müssen meist selber bezahlt werden. Jedes Spital verfügt über einen Sozialdienst, sodass schwer Erkrankte trotzdem Spitalpflege erhalten; die Mittel reichen aber bei weitem nicht aus. Für unsere Begriffe ist es auch sehr speziell, dass Spitalpflege nicht auch Verpflegung umfasst. Hierfür ist die Familie zuständig, die dafür sorgen muss, dass der Kranke etwas zu Essen erhält. Da es vor allem Langzeitkranke gibt, die keine Familie oder zumindest keine in der Nähe haben, unterstützt die Stiftung Margrit Fuchs das Spital Kabgayi mit einem monatlichen Beitrag, damit auch diese Patienten auf eine regelmässige Mahlzeit zählen dürfen.

Ausstattung und Infrastruktur der Spitäler sind bescheiden. Risse in den Wänden des Operationssaals, Instrumente in einfachen Holzschubladen, OP- Tische, die schon bessere Tage gesehen haben – es ist erstaunlich, wie viele anspruchsvolle Operationen die lokalen Ärzte hier erfolgreich durchführen – und dies zudem oft unter hygienisch schwierigen Bedingungen. Die Stiftung hat im letzten Jahr einen ganzen Container voll von gebrauchtem, jedoch einwandfreiem Material für zwei Spitäler in Ruanda versandt. Neben Operationstischen, Untersuchungsliegen, Rollstühlen, medizinischen Geräten und Instrumenten wurden auch grosse Mengen von Verbrauchsmaterial wie Verbandszeug sowie Decken und Leintücher mitgeschickt. Wie in Ruanda üblich, gab es beim Import viele administrative Hürden. Das Material ist aber letztlich gut in den beiden Spitälern angekommen, bringt grossen Nutzen und wird auch sehr geschätzt.

Das Bureau Social erhält viele Anfragen von bedürftigen Kranken, die um Unterstützung für Medikamente oder Behandlungen nachfragen. Die Abklärung dieser Fälle nimmt relativ viel Zeit in Anspruch und ohne medizinische Kenntnisse sind die Gesuche nicht immer einfach einzuordnen.

Hilfe bei Behandlung von behinderten Kindern

Ein Projekt, das die Stiftung seit Jahren vorantreibt, ist die Behandlung von behinderten Kindern. Ungefähr eine halbe Autostunde von Gitarama entfernt befindet sich ein grosses, von französischen Brüdern geführtes Zentrum zur Behandlung von behinderten Kindern. Dort erzielen sie durch Operationen und Therapien sowie durch die Eigenfertigung von Prothesen erstaunliche Resultate.

Die Stiftung übernimmt hier immer wieder Therapiekosten und kann sich auf vielen Vorher-Nachher-Bildern jeweils von den erfreulichen Gesundheitsfortschritten überzeugen. Die kleine Délice und auch der strahlende Bruce (siehe Bild) sind solche Kinder.

Verglichen mit dem Gesundheitssystem in der Schweiz geht es in Ruanda in den meisten Fällen um bescheidene Beträge, die aber häufig über Menschenleben oder die Lebensqualität der betroffenen Menschen entscheiden. Die Dankbarkeit, ein strahlendes Lächeln, ein «Mura- koze» – Danke, zeigen aber immer wieder, dass die Spenden aus der Schweiz auch in diesem Fall sehr gut und äusserst sinnvoll eingesetzt werden.

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