Sie sind nur noch Haut und Knochen. Immer häufiger bricht die tückische Krankheit Magersucht im Kindesalter aus. So zum Beispiel bei Aline Bonifay: «In der dritten Primarschule, als ich acht Jahre alt war, rutschte ich da irgendwie rein. Ich hatte schon immer das Gefühl, dick zu sein», sagt sie zu Tele M1

Mit acht Jahren magersüchtig zu sein, ist heute keine Seltenheit mehr. Ärztliche Beobachtungen zeigen, dass gerade Kinder immer häufiger von Magersucht betroffen sind. Ein Grund dafür sind die sozialen Medien, wie Psychiaterin Bettina Isenschmid aus dem Spital Zofingen sagt: «Während unserer Entwicklung, halten wir immer nach erfolgreichen Vorbildern Ausschau, weil wir ja selber irgendwo erfolgreich sein wollen im Leben. Es ist nachvollziehbar, dass dieses Vorbild ein Model oder eine Filmschauspielerin sein kann, da diese offenbar beliebt und gut bezahlt ist.»

Die unrealistischen Masse einer Schaufensterpuppe zu besitzen oder XXS zu tragen, gehörte auch zu den Auslösern bei Aline: «Als ich begann, mich mit meinem Körper zu befassen und mich für Sängerinnen zu interessieren, habe ich gemerkt: Hey, die sind ja viel dünner als ich! Und ich dachte mir, sie seien vielleicht in den Schlagzeilen, weil sie 15 Kilo abgenommen haben. Alle reden darüber, dass man ihre Knochen sieht. Ich glaubte, vielleicht sollte ich auch so sein, vielleicht ist das gut.»

Nur ein Drittel aller Magersüchtigen schafft es wie Aline, ihre Krankheit dauerhaft zu besiegen. «Aber es gibt immer noch solche Tage, wo die dunklen Gedanken hervorkommen, in denen ich überhaupt nicht zufrieden bin mit mir selber. Und dann braucht es grosse Kraft, um sich zu sagen: Nein, ich tue das jetzt weg.»

Darum ist es laut Experten auch wichtig, dass Eltern und Lehrer die Kinder schon früh unterstützen und ihnen helfen, ihr Selbstwertgefühl aufzubauen.